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Ausführungen zum Ersten Buch Mose

 

Im Anfang (1.Mose 1:1-2:4)

Adam in Eden (1.Mose 2:5-25)

Adams und Evas Ungehorsam (1.Mose 3)

Kain und Abel (1. Mose 4)

Von Adam bis Noah (1.Mose 5+6)

Die Sintflut (1. Mose 7-9)

Die Völkertafel und der Turmbau (1. Mose 10 + 11)

Abram, der Gesegnete (1.Mose 12+13)

»Zähle die Sterne!« (1.Mose 14+15)

»Ich bin El, der Allgenugsame« (1. Mose 16+17)

Saras Lachen, Abrahams Bitte für Sodom und die Rettung Lots (1.Mose 18+19)

»In Isaak wird dir der Same genannt« (1.Mose 20+21)

Die Darbringung Isaaks (1.Mose 22+23)

Die Brautwerbung für Isaak (1.Mose 24)

Abrahams zweite Ehe und sein Tod (1. Mose 25:1-11)

 

 

Im Anfang

(1.Mose 1:1-2:4)

 

  »Im Anfang schuf Elohim die Himmel und die Erde« (Vers 1).

  Im Hebräischen besteht dieser erste Satz der Bibel aus sieben Worten. Da die Sieben nach der Zahlensymbolik für Geist und Vollendung steht, haben wir es hier mit einer höchst geistlichen und auf Vollkommenheit hinweisenden Aussage zu tun.

  Mose berichtet hier nicht vom absoluten Anfang, als nämlich Gott Sein Wort schuf. »... und das Wort war zu Gott hingewandt, und wie Gott war das Wort. Dieses war zu Anfang zu Gott hingewandt. Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In demselben war Leben« (Joh.1:1-4).

  Gott schuf zuerst Seinen Sohn. Der Sohn sagt: »Ich zähle es zu einer Satzung: Jewe sagt zu Mir: Mein Sohn bist Du, heute habe Ich Dich gezeugt« (Ps.2:7). Der Sohn ist der Ursprung der Schöpfung Gottes (Off.3:14).

  Jewe ist Gott, der Vater, so wie Er in Christus, Seinem Abbild und Wort, für uns Menschen erfassbar ist. Durch Seinen Sohn hat El, der alles zu Sich Hinführende, der alle Sich Unterordnende, das All erschaffen. Der Sohn ist der Mittler von allem. Das All ist aus Gott, dem Vater, und durch Jesus Christus, unserem Herrn (1.Kor.8:6; Röm.11:36). Es ist durch und für Seinen Willen erschaffen (Off.4:11), und es ist zu Gott hin (Röm.11:36).

  Elohim ist der alles zu El Hinführende, der Christus. Ebenso wie Gott in Christus war und ist - durch Seinen Geist - (2.Kor.5:19), so ist El in Elohim. Nicht von ungefähr trägt dieses Wort die Pluralendung

 -im.

  Der Sohn Gottes also schuf die Himmel und die Erde. Das All besteht aus diesen beiden Teilen: dem Himmel und der Erde, gewiss auch aus dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren (Kol.1:16,20). »In Ihm« ist alles erschaffen.

  »Himmel« ist im Hebräischen immer ein Dualwort (Endung -ajim); es gibt somit zwei Himmel übereinander. Petrus bezeichnet sie als »die Himmel von alters her« (2.Pet.3:5). Sie und auch die damalige Erde sind nicht mehr (2.Pet.3:6,7).

  Die Erde war herrlich. »Denn so spricht Jewe, der Schöpfer der Himmel, Er, der Elohim, der die Erde formte und machte; Er, Er bereitete sie; nicht als Chaos hat Er sie erschaffen; um bewohnt zu werden, formte Er sie: Ich bin Jewe! Und da ist sonst keiner!« (Jes.45:18). Die Erde war ein Anlass zur Freude, wie Jewe zu Hiob sagte: »Wo warst du, als Ich die Erde gründete? Teile es mit, wenn du zu verstehen weißt. Wer hat ihre Maße bestimmt, falls du sie erkennst? Oder wer spannte über ihr die Messschnur aus? Worauf sind ihre Grundfesten eingesenkt? Oder wer hat den Eckstein gelegt, als die Morgensterne (das heißt: die Bewohner der Morgensterne) jubelten und alle Söhne Elohims (die Geister, die Engel) jauchzten?« (Hiob 38:4-7).

  Vor diesem Anfang fasste Gott in Christus Jesus, unserem Herrn »den Vorsatz der Äonen« (Eph.3:11), den Vorsatz für den Ablauf der Äonen. Zugleich mit diesem Anfang schuf Er durch Seinen Sohn auch die Äonen, die großen Heilszeitabschnitte (Heb.1:3: »... durch Ihn hat Er auch die Äonen gemacht«). Vor den äonischen Zeiten stellte Gott schon die Gnade bereit, gemäß der wir mit heiliger Berufung berufen wurden (2.Tim.1:9: »... nach Seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor äonischen Zeiten gegeben ist«).

 

»Und die Erde wurde ...«

 

  »Und die Erde wurde ein Chaos und Zerstörung (hebr. ein Tohuwabohu), und Finsternis war auf der Fläche des Wogentumults, und der Geist Elohims vibrierte über der Fläche der Wasser« (Vers 2).

  Die Erde war nach ihrer Erschaffung kein Tohuwabohu, sondern sie wurde es. Um ein »ist« oder »war« auszudrücken, bedarf es im Hebräischen keines Verbs. Und wenn, dann würde das Hilfszeitwort »sein«, hebr. ISch, punktiert JeSch, im Sinne von »da sein« gebraucht. Das in Vers 2 stehende Wort EITE, punktiert JaJöTaH, aber ist eine Form von EIE, punktiert HaJaH, »werden«, »geschehen«. Niemand übersetzt dieses Wort in 1.Mose 47:26 und Psalm 118:22,23 mit »war«.

  Wie entstand die Finsternis? Da in Gott keine Finsternis ist (1.Joh.1:5), konnte auch keine aus Ihm herauskommen. Er entzog das Licht.

  Diese Katastrophe im sichtbaren, stofflichen Bereich muss eine geistliche Ursache im unsichtbaren Bereich haben. Sie muss mit Satan zusammenhängen, dem Sünder von seiner Erschaffung an. »Der Satan sündigt von Anfang an« (1.Joh.3:8; vgl. Joh.8:44).

  Petrus schreibt, dass die damalige Welt, die aus Wasser und durch Wassers bestand, vom Wasser überflutet umkam (2.Pet.3:5,6). Auf diese gewaltige Katastrophe wird im Neuen Testament mehrfach unter dem Begriff »Niederwurf« (griech. katabolê, Herab-Wurf) Bezug genommen. Leider schreiben viele Übersetzungen stattdessen irreführenderweise »Grundlegung«, als ob themeliõsis dastünde.

  Schon vor dem Niederwurf der Welt liebte der Vater Seinen Sohn Jesus (Joh.17:24), war Jesus Christus als das makellose und fleckenlose Lamm vorhererkannt worden (1.Pet.1:20) und wurden wir, die Glieder der Körpergemeinde Christi (Eph.1:22,23), auserwählt (Eph.1:4).

  Vom Niederwurf der Welt an sieht Gott das Lämmlein als geschlachtet (Off.13:8), ist den Nationen, die verfolgten Juden halfen, ein Losteil im Königreich Israels bereitet (Mat.25:34) und sind die Namen der gläubigen Israeliten auf die Rolle des Lebens geschrieben (Off.17:8). Nach Lukas 11:50,51 wird das Blut aller Propheten, das vom Niederwurf der Welt an vergossen wurde, von der Generation Jesu gefordert werden, darunter auch das Blut Abels (1.Mose 4:8), was jeden Gedanken daran, dass mit dem Niederwurf die Sintflut gemeint sein könnte, verbietet. Petrus unterscheidet sauber zwischen der ehemaligen Welt, die bei der Sintflut überflutet wurde (2.Pet.2:5), und der damaligen Welt, die nach der Erschaffung umkam (2.Pet.3:6).

  »Und der Geist Elohims vibrierte über der Fläche der Wasser.« »Der Geist ist es, der lebendig macht« (Joh.6:63).

 

Tag eins

 

  »Und Elohim sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Elohim sah das Licht, dass es gut war. Dann schied Elohim zwischen dem Licht und der Finsternis. Elohim nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte Er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag« (Verse 3-5).

  Bei Jesaia lesen wir hierzu: »Ich bin Jewe, und da ist sonst keiner! Der Ich bilde das Licht und erschaffe das Finstere, bewirke das Gute und erschaffe das Böse. Ich, Jewe, mache all dieses« (Jes.45:6,7).

  Dies ist Schöpfung. »Er spricht, und es geschieht, Er gebietet, und es steht da« (Ps.33:9).

  Die Angabe, dass es Abend und Morgen wurde, sagt eindeutig, dass es sich um einen 24-Stunden-Tag handelte. Biblisch kann ein Tag zwar auch einen längeren Zeitraum darstellen, währt doch der Tag des Zorns Gottes sieben Jahre und ist ein Tag bei dem Herrn wie tausend Jahre (Ps.90:4; 2.Pet.3:8), hier aber an 500 Jahre Abend und 500 Jahre Morgen zu denken, wäre absurd. Tage im übertragenen Sinne werden niemals mit der Abend-Morgen-Folge bezeichnet.

  Mögen wir in unserem Wandel stets strikt zwischen Licht und Finsternis unterscheiden, in der Liebe wandeln und uns von allem fernhalten, was böse aussieht (2.Thess.5:22), und im Dienst darauf achten, dass wir nicht ungleich gejocht werden mit Ungläubigen, denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Licht und Finsternis? (2.Kor.6:14).

  Voll Dankbarkeit sind wir Gläubige, dass es auch in uns Licht wurde, dass der, der einst gebot: Aus der Finsternis leuchte das Licht!, in unseren Herzen den Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi aufleuchten ließ (2.Kor.4:6).

 

Tag zwei

 

  »Und Elohim sprach: Es werde das Firmament in der Mitte der Wasser, damit es zwischen Wassern und Wassern scheide. Und Elohim machte das Firmament und schied zwischen den Wassern unterhalb des Firmaments und den Wassern oberhalb des Firmaments. Und es geschah so. Und Elohim nannte das Firmament Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag« (Verse 6-8).

  Das hebräische Wort für Firmament ist RQIO, punktiert RaQIA, und bedeutet wörtlich »Gestampftes« (von RQO, punktiert RaQa, stampfen). Das Firmament ist somit ein verdichteter, in den unteren Bereichen mit Luft und ansonsten mit Äther (hebr. SchChQ, punktiert SchaChaQ) gefüllter Raum (Ps.68:35, 78:23; 89:38; leider schreiben viele Übersetzer Wolke (hebr. ONN, punktiert ANaN) statt Äther. Jewe festigte die Äther droben (Spr.8:28).

  In den Psalmen lesen wir zu den Himmeln: »Lobet Ihn (Jewe), Himmel der Himmel, und die Wasser, die über den Himmeln sind« (Ps.148:4). »Du (Jewe), der in Licht Sich hüllt wie ein Gewand, die Himmel ausspannend wie ein Tuch, der die Sparren Seiner (Jewes) Obergemächer auf ihren Wassern errichtet« (Ps.104:2,3).

  »Himmel« (hebr. SchMIM, punktiert SchaMaJIM) steht im Hebräischen immer in der Dualform. Die Himmel sind also zwei oder ein Zweifaches; sie sind eine duale Einheit.

  Von den Himmeln geht alles Geschehen aus, denn Gottes Thron steht dort (Jes.66:1; Ps.33:13,14; Mat.5:34).

 

Tag drei

 

  »Und Elohim sprach: Es fließen die Wasser unter den Himmeln an einem Ort zusammen, damit das Trockene erscheine. Und es geschah so. Elohim nannte das Trockene Land, und den Zusammenfluss der Wasser nannte Er Meere. Und Elohim sah, dass es gut war.

  Und Elohim sprach: Es lasse das Land Pflanzen keimen: Kraut, das Samen aussät, Fruchtbäume, die Frucht auf dem Land tragen nach ihrer Art, in welcher ihr Same ist. Und es geschah so. Das Land brachte Pflanzen hervor, Kraut, das Samen aussät nach seiner Art, Bäume, die Frucht bringen, die den Samen nach ihrer Art in sich trägt. Und Elohim sah, dass es gut war.

  Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag« (Verse 9-13):

  Zweimal sah Elohim, dass es gut war. Und wir stimmen dem zu und preisen Ihn mit den Worten des Königs David: »Jewes ist die Erde und alles, was sie erfüllt, das Wohnland und die darauf wohnen; denn Er hat sie über den Meeren gegründet, und über den Strömen hat Er sie angesiedelt« (Ps.24:1,2).

  Jewe setzte den Sand des Landes dem Meer als Grenze, über das es nicht hinausgehen darf (Jer.5:22).

  Und dann schuf Elohim die gesamte pflanzliche Lebens- und Artenfülle - um des Menschen willen und zu Seiner Verherrlichung.

 

Tag vier

 

  »Und Elohim sprach: Es werden Leuchten im Firmament der Himmel, um zu scheiden zwischen dem Tag und der Nacht. Und sie seien Zeichen für festgelegte [oder: (in der Schrift) bezeugte] Zeiten, für Tage und für Jahre, und sie seien Leuchten im Firmament der Himmel, um auf der Erde Licht zu geben. Und es geschah so. Und Elohim machte die zwei großen Leuchten: die große Leuchte zur Beherrschung des Tages und die kleine Leuchte zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. Und Elohim setzte sie in das Firmament der Himmel, um auf der Erde Licht zu geben und im Tag und in der Nacht zu herrschen und zu scheiden zwischen dem Licht und der Finsternis. Und Elohim sah, dass es gut war.

  Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag« (Verse 14-19).

  Ebenso wie am ersten Tag wird unser Blick auch am vierten Tag auf Licht und Finsternis, auf Tag und Nacht gelenkt. Elohim schuf die Leuchten, die Sonne und den Mond sowie die Sterne, und gab ihnen die Herrschaft über den Tag und über die Nacht. Sie herrschen im Rahmen der mit ihnen gesetzten kosmischen Ordnung. Nach ihnen bestimmen wir unsere Zeiten. Sie sind auch prophetische Zeichen für heilsgeschichtliche Ereignisse. Die Magier, die nach der Geburt Jesu aus dem Morgenland nach Jerusalem kamen, wussten dies, denn sie sagten: »Wo ist Er, der als König der Juden geboren wird? Denn wir gewahrten Seinen Stern im Osten und sind gekommen, um vor Ihm anzubeten« (Mat.2:2).

  Elohim erschuf am vierten Tag die Gestirne und setzte sie ins Firmament. Demnach kam das Licht des ersten Tages von dem vibrierenden Geist Elohims (Verse 2 und 3). Die Meinung, dass die Leuchten schon vorher da waren, sie aber erst am vierten Tag auf der Erde sichtbar wurden (nach der Erschaffung des Firmaments am zweiten Tag), findet keine Stütze.

  Das Firmament dürfte nach den Versen 14 und 17 ein Teil der Himmel sein.

  Hören wir nun auf einige Zeugnisse aus den Psalmen: »Durch das Wort Jewes wurden die Himmel gemacht und durch den Geist Seines Mundes all ihr Heer« (Ps.33:6). Übrigens ruft Jewe alle im Heer der Himmel mit Namen (Jes.40:26). »Huldigt Jewe, dem, der die großen Lichter schuf« (Ps.136:1,7). »Für die Sonne stellt Er ein Zelt in ihnen (den Himmeln) auf« (Ps.19:5). »Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Els, und das Firmament kündet von Seiner Hände Werk« (Ps.19:2).

  Übrigens warnt Jewe aufs Strengste davor, Sonne, Mond und Sterne sowie all das Heer der Himmel anzubeten (5.Mose 4:19).

 

Tag fünf

 

  »Und Elohim sprach: Es wimmeln die Wasser vom Gewimmel lebender Seelen, und Flügler fliegen über das Land gegenüber der Fläche des Firmaments der Himmel.

  Und Elohim erschuf die großen Seeungeheuer und jede lebende Seele, die sich regt, deren die Wasser wimmeln, nach ihrer Art. Und Elohim sah, dass es gut war.

  Und Elohim segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Wasser in den Meeren, und es mehre sich der Flügler auf dem Land.

  Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag« (Verse 20-23).

  Dem zweiten Tag entsprechend, an welchem das die Wasser scheidende Firmament erschaffen wurde, befasste Sich Elohim auch am fünften Tag wieder mit den Wassern und dem Firmament, und zwar in ihren unteren Bereichen. Er füllte die Wasser und die Luft mit Geschöpfen, ein jedes nach seiner Art. Tiere gehören zur selben Art, wenn sie miteinander fruchtbare Nachkommen haben können.

  Die Geschöpfe sind wunderbar und vollkommen. Sie sind lebende Seelen; durch den lebenspendenden Geist Gottes ist ihr Körper lebendig gemacht und sind sie mit Bewusstsein erfüllt. Die Seele ist das Bewusstsein; dazu gehört, dass sie Erfahrungen machen, Wissen sammeln und Entscheidungen treffen können sowie Empfindungen haben. Ein Weiteres ist ebenso überaus wunderbar, dass sie sich nämlich fortpflanzen können. Gottes Schöpferweisheit und Schöpferkraft lässt sich an jedem Seiner Geschöpfe erkennen (Röm.1:20). Der Psalmist preist Elohim: »Wie sind Deiner Werke so viele, Jewe, Du hast sie alle mit Weisheit gemacht, die Erde ist erfüllt mit Deinem Gut« (Ps.104:24).

 

Tag sechs

 

  »Und Elohim sprach: Es bringe das Land lebende Seelen hervor, ein jedes nach seiner Art: Haustiere, Kriecher und Wildgetier des Landes, jedes nach seiner Art. Und es geschah so. Elohim machte das Wildgetier des Landes nach seiner Art, das Haustier nach seiner Art und jeden Kriecher des Erdbodens nach seiner Art. Und Elohim sah, dass es gut war« (Verse 24+25).

  Am dritten Tag war das Land mit Pflanzen und Bäumen geschmückt worden. Jenem Tag entsprechend erschuf Elohim am sechsten Tag die Lebewesen, denen das Grün der Erde zur Nahrung dienen soll.

  Mit »Erdboden« haben wir das hebräische Wort ADME, punktiert ADaMaH, übersetzt. Es ist die gerötete Erdkrume, aus der Adam erschaffen wurde. ADM, punktiert ADoM, heißt rot.

  Generell zur Schöpfung schreibt der Apostel Paulus: »Seine (Gottes) unsichtbaren Wesenszüge sind seit der Schöpfung der Welt an den Werken begreiflich und ersichtlich geworden, nämlich Seine unwahrnehmbare Kraft und Göttlichkeit« (Röm.1:20).

  So wunderbar die Landtiere auch sind, die Menschen sollen sie nicht anbeten. Weil sie aber die Schöpfung sehen und damit den Schöpfer kennen, Ihn aber nicht als Gott verherrlichen oder Ihm danken, darum beten sie die Tiere und auch den Menschen an (Röm.1:21-23).

 

Die Erschaffung Adams

 

  »Und Elohim sprach: Wir machen den Menschen in unserem Bild, gemäß unserer Gleichheit. Und sie sollen walten über die Fische des Meeres, den Flügler der Himmel, das Haustier, über all das Land und über jeden Kriecher, der da auf dem Land kriecht. Und Elohim erschuf den Adam in Seinem Bild, im Bilde Elohims erschuf Er ihn, männlich und weiblich erschuf Er sie« (Verse 26+27).

  Elohim sprach im Plural: Wir machen den Menschen. Ebenso wie Gott durch Seinen Geist in Christus ist, so ist El, der Vater, durch Seinen Geist in Elohim, Seinem Sohn, der Sein Abbild und Sein Wort ist. Jesus Christus ist das Abbild des unsichtbaren Gottes (Kol.1:15). Diesem Abbild gleichen wir.

  Wir Menschen sind im Bild und gemäß der Gleichheit Elohims erschaffen, sehen mithin so aus wie - abgesehen von Seiner Herrlichkeit - der Sohn Gottes. Dasselbe wird von Seth, einem Sohn Adams, in 1.Mose 5:3 gesagt, dass jener nämlich im Bild und in der Gleichheit Adams geboren wurde. Wir Menschen haben nicht nur die gleiche Gestalt wie der Sohn Gottes, sondern gleichen Ihm auch insofern, als Er wie auch wir aus dem Einen stammen, aus Gott, dem Vater (Heb.2:11), wir wie Er eine Persönlichkeitsstruktur haben, aufgrund derer wir Liebe üben können, und wir wie Er über Untergeordnetes verfügen (Heb.2:7; Ps.8:7).

  Wir sprechen mit  Psalm 100:3: »Erkennet, dass Jewe, dass Er Elohim (der Verfüger, Unterordner, Platzierer) ist; Er hat uns gemacht und nicht wir selbst.«

  Unser Walten über die Schöpfung ist uns aufgetragen; das ist nicht nur eine hohe Würde, sondern bedeutet auch, dass wir dem Auftraggeber Rechenschaft geben müssen.

  Wie es im Einzelnen geschah, dass die Menschen männlich und weiblich erschaffen wurden, wird erst in 1.Mose 2:18-25 berichtet.

 

Elohim segnete sie

 

  »Und Elohim segnete sie. Und Elohim sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, füllt das Land und unterwerft es euch. Und waltet über die Fische des Meeres, den Flüglern der Himmel und über jedes Wildgetier, das sich auf dem Land regt« (Vers 28).

  Elohim segnete Adam und Eva. Er sprach ihnen Sein Wohlwollen zu. »Die Segnung Jewes,  sie, sie bereichert« (Spr.10:22). Und fruchtbar sollen sie sein und sich vermehren. So lesen wir in 1.Mose 5:4 von Adam, der 930 Jahre alt wurde: »... und er zeugte Söhne und Töchter.« Auch die Fruchtbarkeit ist ein Segen Jewes.

  Und über all das Werk Seiner Hände lässt Jewe den Menschen herrschen, alles legt Er ihm zu Füßen (Ps.8:7; Heb.23:7,8). Diese Aufgabe schließt ein, dass der Mensch auch die Gabe dafür bekam.

 

Was zur Nahrung dienen soll

 

  »Und Elohim sprach: Siehe, Ich gebe euch alles Samen aussäende Kraut, das auf der Fläche des ganzen Landes ist, dazu jeden Baum, der die Frucht eines Samen aussäenden Baumes trägt; es diene euch zur Nahrung. Und jedem Wildgetier des Landes, jedem Flügler der Himmel und allem sich auf dem Land Regenden, in dem eine lebende Seele ist, gebe  Ich alles grüne Kraut zur Nahrung. Und es geschah so« (Verse 29+30).

  Adam und Eva mussten also essen, um am Leben zu bleiben. Die Nahrung glich aber den Energieverbrauch völlig aus, sodass ein Sterbensprozess nicht eintreten konnte. Dass die beiden von einem bestimmten Baum allerdings nicht essen sollten, wird nachträglich in 1.Mose 2:17 berichtet. Tiere sind den Menschen erst seit der Zeit nach der Sintflut zur Nahrung angewiesen (1.Mose 9:3).

 

Es war alles sehr gut

 

  »Und Elohim sah alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

  Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

  Und so wurden die Himmel und die Erde und all ihr Heer vervollständigt« (1.Mose 1:31-2:1).

  Alles war sehr gut. Diese zweite Schöpfung, hervorgebracht in sechs Tagen, war überaus gut. Alles in den Himmeln und auf der Erde war nun vervollständigt, war auf das vollständige Maß gebracht.

  Nähere Einzelheiten des Sechs-Tage-Werks, zum Beispiel die Pflanzung des Gartens Eden und wie die Erschaffung Adams und Evas vor sich ging, werden in Kapitel zwei nachgetragen.

 

Der siebente Tag

 

  »Und Elohim vervollständigte am siebenten Tag Seinen Auftrag, den Er getätigt hatte. Und Er hörte am siebenten Tag auf mit Seinem ganzen Auftrag, den Er getätigt hatte. Und Elohim segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm hatte Er mit Seinem ganzen Auftrag aufgehört, den Elohim erschaffen hatte, um es zu tun.

  Dies sind die Geburtslinien der Himmel und der Erde, ihres Erschaffens an dem Tag, da Jewe Elohim Erde und Himmel machte« (1.Mose 2:2-4).

  Der mit der Schöpfung Beauftragte war der Sohn Gottes.

  Mit dem Beginn des siebenten Tages, der übrigens keinen Abend hatte, hörte Elohim mit der Betätigung im Sinne Seines Auftrags auf. Selbstverständlich bezieht sich ein Auftrag, hebr. MLAKE, punktiert MöLaKaH, auf ein Werk. Werk aber heißt OSchT, punktiert ÄSchäT.

  Die Bedeutung des hebräischen Wortes für Sabbat, SchBT, punktiert SchaBaT, ist »aufhören«. »Ruhen« würde NCh, punktiert NaCh, heißen.

  Elohim segnete und heiligte den siebenten Tag, damit besonderer Segen davon ausgehe und er Ihm, dem Heiligen, gewidmet sei.

  Was ist unter einer Geburtslinie zu verstehen? Das hebräische Wort lautet: TULDOT, punktiert TOLöDOT, ist mit dem Wort für »Geburt« verwandet und kann auch mit Generationslinien, Zeugungslinien, Generationsfolgen oder Chroniken wiedergegeben werden. Der Begriff kennzeichnet vielfach bestimmte Abschnitte des biblischen Textes wie auch Epochen.

  Dem siebenten Tag wohnt heilsgeschichtlich die Verheißung inne, dass Israel eines Tages in die Sabbatruhe Gottes eingehen wird (Heb.4:9), in das Königreich Gottes auf der Erde. Wir, die Glieder der Gemeinde, die Christi Körper ist (Eph.1:22,23), haben bereits Frieden mit Gott (Röm.5:1). Dereinst, beim Abschluss der Äonen, bei der Vollendung, wird das gesamte All in Christus wohnen und durch Sein Blut mit dem Vater ausgesöhnt sein (Kol.1:19,20), am Herzen Gottes zur Vollendung gekommen sein.

 

 

Adam in Eden

(1.Mose 2:5-25)

 

  Mit Kapitel eins bis Kapitel zwei, Vers vier, erhielten wir einen chronologischen Überblick über die Erschaffung der Himmel und der Erde, ihre Zerstörung und ihre Neuschöpfung in sechs Tagen sowie das Aufhören des Wirkens Jewe Elohims am siebenten Tag.

  In Kapitel zwei, ab Vers fünf, werden Einzelheiten nachgetragen. Wir erhalten wichtige Informationen über Details, die sich in den sechs Tagen zutrugen, insbesondere über die Erschaffung Adams und Evas.

 

Die Tränkung des Landes

 

  Am dritten Tag hatte Elohim die Pflanzen und Bäume auf dem Land sprossen lassen. Wie wurden sie bewässert?

  »Und ehe all das Gesträuch des Gefildes auf dem Land wurde, und ehe all das Kraut des Gefildes sprosste - Jewe Elohim hatte es nicht regnen lassen auf das Land, es war auch kein Mensch da, um den Erdboden zu bedienen -, da stieg aber Nässe auf aus dem Land und tränkte die ganze Fläche des Erdbodens« (Verse 5+6).

  Das Wasser für die Pflanzen kam also von unten, aus wassergefüllten Hohlräumen, welche barsten, als Noah und seine Familie zu Beginn der Sintflut in die Arche gingen (1.Mose 7:11).

 

Die Erschaffung Adams

 

  Am sechsten Tag war Adam, der erste Mensch, im Bilde Elohims erschaffen worden (1.Mose 1:27).

  Wie war dies geschehen?

  »Und Jewe Elohim formte den Adam aus Erdreich vom Erdboden und blies Odem der Lebenden in seine Nase; und der Adam wurde eine lebende Seele« (Vers 7).

  Zum einen bestehen wir Menschen aus Erdreich - mögen wir demütig werden, auch wenn unser stofflicher Körper ein überwältigend herrliches Wunderwerk von einer Funktionstüchtigkeit höchster Vollkommenheit ist.

  Ohne Geist ist der Körper tot; ohne den Odem des Geistes der Lebenden ist der Mensch tot (Jak.2:26; Luk.8:55; 1.Mose 7:22).

  Zum andern bestehen wir Menschen aus dem Lebensgeist von Gott. Der Geist ist es, der lebendig macht (Joh.6:63).

  Das Ergebnis der Vereinigung des Körpers mit dem Geist ist der Mensch, hier als lebendigen Seele bezeichnet, weil er bewusstes Leben hat. Die Seele ist das Bewusstsein. Zur Seele gehören auch Wahrnehmung, Denken, Wollen und Empfinden.

  Aufgrund des Innewohnens des lebenspendenden Geistes Gottes ist der Mensch fähig, Gott zu erkennen und Gemeinschaft mit Ihm zu haben.

  Adam, hebr. ADM, punktiert ADaM, bedeutet Rötlicher und Gleicher, weil er aus dem geröteten Erdboden, hebr. ADME, punktiert ADaMaH, genommen ist und weil er in dem Bild und der Gleichheit Elohims, hebr. ALUEIM, punktiert ÄLoHIM, erschaffen wurde; außerdem weil DME, punktiert DaMaH, »gleichen« heißt und dieses Wort zusammen mit dem vorangestellten A, das für den Esten, Einen, Einzigen, für Gott, hebr. AL, punktiert EL, steht, besagt, dass Adam dem AL gleicht.

  Adam und damit die gesamte Menschheit wurde im Hinblick auf Christus erschaffen, wie Paulus schreibt: »Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist. jedoch kam nicht zuerst das Geistliche, sondern das Seelische, und darauf das Geistliche. Der erste Mensch ist aus Erde, von Erdreich; der zweite Mensch ist der Herr aus dem Himmel. ... Und so wie wir das Bild dessen von Erdreich tragen, werden wir auch das Bild des Überhimmlischen tragen« (1.Kor.15:45-49).

 

Der Garten Eden

 

  »Und Jewe Elohim pflanzte einen Garten in Eden, gen Osten, und setzte den Adam, den Er geformt hatte, dorthin. Und Jewe Elohim ließ aus dem Erdboden jeden Baum sprossen, begehrt vom Aussehen her und gut zur Speise, und den Baum der Lebenden in der Mitte des Gartens sowie den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen« (1.Mose 2:8,9).

  Eden, hebr. ODN, punktiert EDäN, bedeutet Wonne.

  Am dritten Tag waren die Pflanzen gekeimt. Am sechsten Tag legte Elohim einen besonderen Garten an, in den Er bestimmte Bäume einpflanzte und sie wachsen ließ.

  Die mit dem Baum der Lebenden verbundenen Menschen würden allezeit lebend bleiben.

  Beachten wir, dass Jewe Elohim, Er Selbst, auch den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen pflanzte und sprossen ließ. Ohne diesen Baum würde es also unmöglich sein, das Gute und das Böse als solches und unterscheidend zu erkennen.

  Da Gott alles, auch jenen Baum, zu einem bestimmten Zweck gemacht hat (Spr.16:4), dürfen wir auf die Erfüllung gespannt sein. So viel sei aber schon gesagt, dass die Folgen des Gehorsams Jesu die Folgen des Ungehorsams Adams überaus weit übertreffen (Röm.5:12-19; 2.Kor.4:17).

 

Der Strom aus Eden

 

  »Und es geht ein Strom aus Eden hervor, um den Garten zu tränken; von dort teilt er sich und wird zu vier Hauptströmen. Der Name des ersten ist Pischon (Ausgreifender); er umzieht das ganze Land Hawila (Sandiges), wo das Gold ist. Und das Gold jenes Landes ist gut; dort gibt es auch Bedolachharz und den Stein Schoham (vermutlich Sardonyx). Und der Name des zweiten Stroms ist Gihon (Gischender); er umzieht das ganze Land Kusch (Nubien, Äthiopien). Und der Name des dritten Stroms ist Hiddekel (Flinker; der Tigris), er verläuft im Osten von Assur. Und der vierte Strom ist der Euphrat (Fruchtbarer)« (Verse 10-14).

  Da die Erdoberfläche nach der Sintflut und der Teilung der Erde in Kontinente (1.Mose 10:25) heute ganz anders aussieht, können wir die Länder und die Ströme nur noch zum Teil bestimmen.
  In den kommenden Äonen wird wieder ein segensreicher Strom die Erde tränken; er wird von Jerusalem ausgehen (Hes.47:1-12; Off.22:1,2).

 

Das Gebot

 

  »Und Jewe Elohim nahm den Adam und beließ ihn im Garten Eden, damit er ihn bediene und bewahre. Und Jewe Elohim gebot dem Adam und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen, ja essen, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, an dem du von ihm isst, wirst du zum Sterben hin sterbend sein« (Verse 15-17).

  Dem Adam wurde die Arbeit angewiesen; er hatte die wichtige Aufgabe zu erfüllen, den von Elohim geschaffenen Garten zu bearbeiten und zu pflegen. Elohim hatte ihn über ein Werk Seiner Hände eingesetzt (Ps.8:7; Heb.2:7).

  Alle Bäume, auch der Baum der Lebenden, waren dem Adam zur Speise gegeben. Nur ein Baum war ausgenommen, der der Erkenntnis des Guten und Bösen. Adam wird sich Gedanken gemacht haben, warum er das Gute und das Böse nicht erkennen dürfe.

  Was »zum Sterben hin sterbend sein« heißt, verstand Adam - wenn nicht sofort, dann doch alsbald -, denn er sah den Tod der Früchte, die er aß, und derer, die überreif zu Boden fielen.

  Sterben ist ein lebenslanger Prozess - wir nennen ihn Alterung -, der mit dem Sterbemoment, dem Eintritt des Todes, endet.

 

Die Benennung der Tiere

 

  »Und Jewe Elohim sprach: Es ist nicht gut für Adam, allein zu sein. ich will ihm eine Hilfe machen, die bei ihm sei. Jewe Elohim [hatte] aus dem Erdboden jedes Wildgetier des Gefildes und jeden Flügler der Himmel [ge-]formt; Er brachte ein jedes zu Adam, um zu sehen, wie er es nennen würde; und all das, was Adam der lebenden Seele zuruft, sei ihr Name. So benannte Adam jedes Haustier, die Flügler der Himmel und das Wildgetier des Gefildes mit einem Namen. Aber für sich, den Adam, fand er keine Hilfe, die bei ihm sei« (Verse 18-20).

  Alleinsein ist wahrlich nicht gut.

  Adam war in einer solchen Vollkommenheit erschaffen, dass er nicht nur einen umfassenden Wortschatz hatte, sondern auch jedes Tier - dessen Besonderheiten erkennend - benennen konnte. Wer etwas Anderem den Namen gibt, ist jenem übergeordnet. Mit der Namensgebung begann Adam mit seinem ihm aufgetragenen Walten über die Tiere (1.Mose 1:28).

 

Die Erschaffung der Frau

 

  »Und Jewe Elohim ließ eine Betäubung auf Adam fallen, sodass er schlief. Da nahm Er eine von seinen Zellen und verschloss die Stelle mit Fleisch. Und Jewe Elohim erbaute die Zelle, die Er aus Adam genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu Adam. Da sprach Adam: »Diesmal ist es Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll »Frau« (wörtlich: Männin) genannt werden, denn vom Mann ist diese genommen« (Verse 21-23).

  Adam freute sich, als er seine Frau sah. Wie denn in den Sprüchen 18:22 geschrieben steht: »Wer eine Frau fand, fand Gutes und erlangte das Wohlwollen Jewes.«

  Mit der Hinzuführung der Eva zu Adam war ihre Ehe gestiftet.

  Der Apostel Paulus greift mehrmals auf die Erschaffung der Frau zurück. So bezeichnet er das Fleisch der Ehefrau als das eigene Fleisch des Ehemannes (Eph.5:29), betont, dass Adam zuerst gebildet wurde und danach Eva (1.Tim.2:13) und dass die Frau aus dem Mann und um des Mannes willen erschaffen wurde (1.Kor.11:8,9) - was weitreichende Konsequenzen hat. Teil der Schöpfungsordnung ist, dass der Mann das Haupt der Frau ist (1.Kor.11:3).

  Das hebräische Wort ZLO, punktiert Zela, bedeutet Zelle, Kammer. Man denke an die Priesterzellen in der Weihestätte (1.Kön.6:5; Hes.41:8,9).

 

Ein Fleisch

 

  »Darum verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt seiner Frau an, und sie werden zu einem Fleisch.

  »Und sie, sie beide waren nackt, der Adam und seine Frau, und sie schämten sich nicht« (Verse 24+25).

  Der Bericht wird von einer grundlegenden Zwischenbemerkung Jewes unterbrochen, welche erklärt, warum ein Mann Vater und Mutter verlässt. Er sehnt sich nach der Einheit mit seiner Frau. Wohl sind und bleiben sie zwei, im Rahmen seines Anhängens an sie und auch ihres Anhängens an ihn, mithin ihres Vereintseins in der Seele aber, vereinigen sie sich immer wieder körperlich, sodass sie gewissermaßen ein Fleisch sind. Die körperliche Einheit wiederum fördert die seelische Einheit.

  Unser Herr Jesus Christus bekräftigt das Ein-Fleisch-Sein mit den Worten: »Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anfang an männlich und weiblich schuf und sagte: Deswegen wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich seiner Frau anschließen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Daher sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengejocht hat, soll der Mensch nicht scheiden« (Mat.19:4-6). Auch Paulus schreibt davon (Eph.5:31).

  Sie waren nackt und schämten sich nicht. In ihrer Gemeinschaft der Unschuld lag kein Mangel vor, dessen sie sich hätten schämen müssen. Vor Elohim schämt man sich der Nacktheit, wenn man sich der inneren Blöße des Verlusts des reinen Herzens bewusst wird. Im Übrigen schämt man sich im Wissen um das Gute seiner Mängel, sei es einer Schuld oder der Sterblichkeit, die man am alternden Körper sieht.

  Zurück zum Garten Eden: Das Wunderbarste ist, dass Jewe Elohim bei den Menschen ist!

 

 

Adams und Evas Ungehorsam

(1.Mose 3)

 

  »Und die Schlange war listiger als alles Wildgetier des Gefildes, das Jewe Elohim gemacht hatte. Und sie sprach zu der Frau: Hat Elohim wirklich gesagt: Nicht essen dürft ihr von jedem Baum des Gartens? - Da sagte die Frau zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens dürfen wir essen, aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, sprach Elohim: Nicht essen dürft ihr von ihm, und nicht berühren dürft ihr ihn, dass ihr nicht sterbt. - Da sprach die Schlange zu der Frau: Nicht werdet ihr zum Sterben hin sterbend sein, sondern Elohim weiß, dass an dem Tag, an dem ihr von ihm esst, eure Augen aufgetan werden und ihr wie Elohim werdet und Gutes und Böses erkennen werdet« (1.Mose 3:1-5).

  Wer listig ist, kann andere verführen oder täuschen. Dass die Schlange sprechen konnte, schien die Frau nicht zu verwundern. Als das Medium Satans sprach sie aber dessen Worte aus. Sowohl die Schlange als auch der Satan waren von Gott durch Jesus Christus erschaffen worden (1.Kor.8:6). »In Ihm (Christus) ist das All erschaffen: das in den Himmeln und das auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare« (Kol.1:16). Der Satan ist ein Lügner und Menschentöter von Anfang an (Joh.8:44; 1.Joh.3:8).

  Die Schlange lenkte das Gespräch geschickt von Stufe zu Stufe zum beabsichtigten Ziel.

  Die Frage, ob es denn so sei, dass Elohim von allen Bäumen zu essen verboten habe, schien harmlos zu sein. Dass aber ein solcher Gedanke als Möglichkeit erwogen werden konnte, säte Zweifel an der Zuneigung Elohims in Evas Herz. Das verstörte sie so sehr, dass sie bei ihrem Bestreben, die Sache richtigzustellen, der Schlange Falsches antwortete. Sie sagte nämlich: »Von der Frucht der Bäume des Gartens dürfen wir essen«. Elohim hatte aber gesagt: »... essen, ja essen« (1.Mose 2:16) und damit den den Menschen zur Verfügung stehenden Überfluss zum Ausdruck gebracht. Der Eva war wohl entschwunden, dass sie die volle Genüge hatten.

  Vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sagte sie richtig, dass sie nicht davon essen dürfen; wie aber kam sie darauf zu behaupten, diesen Baum nicht berühren zu dürfen? Sie muss unter einen Bann geraten sein. Im Übrigen konnte sie das Treffliche deshalb verfehlen, weil sie eine lebende Seele war (1.Mose 2:7) und das Seelische sie mithin beherrschte. Das Geistliche, das vom Geist Gottes geführte Leben, war noch nicht gekommen (1.Kor.15:46). Außerdem verfälschte Eva das Wort Elohims mit der Bemerkung, dass sie im Falle der Übertretung sterben würden. Elohim hatte aber gesagt, dass der Sterbensprozess beginnen würde.

  Die Antwort der Schlange war eine glatte Lüge: »Nicht werdet ihr zum Sterben hin sterbend sein« (1.Mose 2:17). Jetzt hatte die Schlange auch noch Zweifel an der Wahrheit des Wortes Elohims gesät. Eva war völlig überrumpelt und widersprach ihr nicht.

  Den folgenden drei Verheißungen der Schlange musste die Frau nun erliegen: Ihre Augen würden aufgetan, sie würden wie Elohim werden, und sie würden Gutes und Böses erkennen. Dies alles war sehr begehrenswert. Elohim schien es ihr vorzuenthalten. Sie vertraute nicht mehr auf Elohim, dass Er ihr alles zur Genüge geben würde, sondern sie suchte es selbst zu ergreifen.

  In dieser Versuchung stehen sogar wir Gläubigen heute, wie Paulus schreibt: »Ich fürchte aber, ob nicht etwa, so wie die Schlange in ihrer List einst Eva täuschte, auch eure Gedanken verderbt würden, hinweg von der Herzenseinfalt und Lauterkeit, die auf den Christus gerichtet ist« (2.Kor.11:3). Ja, das war es bei Eva: Zwiespalt statt Einfalt. Vielerlei glauben die Gläubigen und nur wenig von dem, was Gott sagt.

  Warum griff der Satan den Menschen an? Weil er ein Sünder, Lügner und Menschentöter von Anfang an ist, im Besonderen aber deshalb, weil der Luftraum der Erde, der Lebensraum des Menschen, sein Vollmachtsgebiet ist (Eph.2:2), in das der Mensch eingedrungen ist, über das der Mensch nun herrschen soll (1.Mose 1:28).

 

Und sie aßen

 

  »Da sah die Frau, dass der Baum gut zur Speise war und dass er den Augen Verlangen machte und dass der Baum begehrenswert war, um klug zu werden. So nahm sie von seiner Frucht und aß. Und sie gab auch noch ihrem Mann davon, der bei ihr war, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Da nähten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze« (Verse 6+7).

  Der Baum bot alles, was der seelische Mensch, der von seiner Seele, dem Bewusstsein, geleitete Mensch, begehrte: Die Frucht würde gut schmecken, sie sah schön aus und sie würde zur Erlangung der Klugheit dienen. Der geistliche Mensch aber hört auf das Wort Gottes als dem Licht auf seinem Wege. Die Begierde der Augen aber ist nicht von Gott, sondern von der Welt (1.Joh.2:16). Ein jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde hinweggezogen und gelockt wird (Jak.1:14).

  Und die Frau aß. Ihr Mann, der übrigens bei ihr war, aß ebenfalls. Leider hatte Adam nicht in das Gespräch eingegriffen. Und leider hatte die Frau ihren Mann, ihr Haupt, bevor sie aß, nicht gefragt.

  Adam wusste, was er tat. »Adam wurde nicht getäuscht, sondern die Frau geriet, völlig getäuscht, in Übertretung« (1.Tim.2:14). Mit dem Ungehorsam Adams gegen Elohims Gebot, von dem Baum nicht zu essen, drang die Sünde in die Welt Adams und Evas ein und durch die Sünde der Tod, der zu allen ihren Nachkommen durchdrang (Röm.5:12).

  Da wurden ihnen die Augen aufgetan, wie ihnen die Schlange verheißen hatte, aber anders als sie gemeint hatten. Plötzlich sahen sie mit anderen Augen, dass sie nackt waren. Sie waren auch nicht wie Elohim geworden, sondern erkannten sich als Menschen, bei denen sich das Seelische, die Augenlust, das Mehr-haben-Wollen, eingegraben hatte. Sie empfanden eine Kluft zwischen sich und Elohim. Gehorsam Ihm gegenüber hätte sie zu einer neuen, geistlichen Erkenntnis und Festigung geführt. Allerdings erfüllte es sich, dass sie Gutes und Böses erkennen konnten, denn ein Schuldbewusstsein kam in ihnen auf, weil sie gegenüber Elohim untreu gehandelt und das rechte Tun versäumt hatten. Und als im Herzen unrein Gewordene sahen sie auch ihre Nacktheit als nicht mehr rein vor Elohims Angesicht an.

  Nicht Gleichheit mit Elohim, sondern Blöße und Verfehlung war der neue Zustand des Menschen. Ein geistlicher Mensch würde sich mit einer Schuld an Gott wenden, der seelische aber sucht sie zu verbergen. Seit jenem Versuch unserer Ureltern, ihren Ungehorsam zu verbergen, versuchen die Menschen immer wieder, ihren wahren Zustand, den ihres vielfältigen Verfehlens, unter selbstgebastelten Schurzen zu verheimlichen.

 

Adam, wo bist du?

 

  »Als sie das Geräusch Jewe Elohims hörten, der im Garten zur Windzeit des Tages wandelte, verstecke sich Adam und seine Frau vor dem Angesicht Jewe Elohims inmitten der Bäume des Gartens. Und Jewe Elohim rief den Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Da sprach er: Dein Geräusch hörte ich im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin; so versteckte ich mich« (Verse 8-10).

  Ihre Feigenblätter befanden sie als nicht ausreichend. So versteckten sie sich zudem - ein vergebliches Unterfangen vor dem, dem alles offenbar ist. Ihr Verstecken war gewissermaßen ein Schuldeingeständnis. So begann die Flucht des Menschen weg von Gott.

  Die Windzeit des Tages ist der Abend, an dem erfrischender Wind aufkommt.

  Nicht der Mensch rief nach Gott, sondern - und das ist sehr bedeutsam - Jewe Elohim rief den Menschen. Das ist Heilsgeschichte! Hier begann sie! Das Handeln und Retten geht von Gott aus.

  »Wer seine Übertretungen bedeckt, hat kein Gelingen« (Spr.28:13). Gott aber rief den Adam: »Wo bist du?« Diese Frage sollte dem Adam zur Verdeutlichung dienen, wohin er geraten war. Die Begründung Adams, dass er nackt sei, umging allerdings den eigentlichen Grund, nämlich seinen Ungehorsam.

  Im Licht der Nähe Jewes aber wird offenbar werden, was der Mensch zu verhüllen sucht.

 

Das Verhör

 

  »Und Er sprach: Wer hat dir kundgetan, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem Ich dir gebot, ja nicht zu essen? - Da sprach Adam: Die Frau, die Du mir gegeben hast, dass sie bei mir sei, sie, sie gab mir von dem Baum, und ich aß. - Und Jewe Elohim sprach zu der Frau: Was ist dies, das du getan hast? - Und die Frau sprach: Die Schlange betörte mich (oder: versetzte mich in einen Wahn), und ich aß« (Verse 11-13).

  Auf die Vorhaltung Jewes hin begann Adam die Schuld zu verschieben. Die Frau hatte ihm die Frucht gegeben. Diese Aussage wird der Beziehung der beiden nicht förderlich gewesen sein. Die Anmerkung Adams, dass Jewe ihm die Frau gegeben hat, lässt anklingen, dass Jewe Selbst einen gewissen Anteil an der Sache habe. Die Frau wiederum schob die Schuld auf die Schlange.

  Dass die Verführten ihre Verführer anklagen, hat sich im Lauf der Geschichte viele Male wiederholt; und schließlich gab man sogar Gott die Schuld. Schuld trägt Gott nicht, Er trägt die Verantwortung für alles, denn aus Ihm ist ja alles (Röm.11:36), und Er ist es, der alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt (Eph.1:11), mithin jeden Gedanken und jede Entscheidung hervorruft. Und der Mensch hat Rechenschaft abzulegen für alles, insofern er es nach seinem Bewusstsein tat (Röm.14:12).

  Übrigens war der Mensch von nun an nicht mehr im Zustand der Unschuld, sondern dem eines vom Gewissen Geleiteten. Das Gewissen ist das Bewusstsein von gut und böse.

 

Das Urteil über die Schlange

 

  »Und Jewe sprach zu der Schlange: Weil du dies getan hast, seist du verflucht weg von jedem Haustier und jedem Wildgetier des Feldes! Auf deinem Rumpf sollst du gehen und Erdreich fressen alle Tage deines Lebens. Und Ich setze Feindschaft zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er, er wird dir den Kopf wegschnappen, und du, du wirst ihm die Ferse wegschnappen« (Verse 14+15).

  Wer ist der Same der Frau? Dieser ist Jesus Christus und mithin auch alle mit Ihm durch den Glauben Verbundenen. Wer ist der Same der Schlange? Die Ungläubigen. Unser Herr Jesus Christus sagte zu den ungläubigen Juden: »Ihr seid von dem Vater, dem Satan, und wollt nach den Begierden eures Vaters handeln« (Joh.8:44). Der Apostel Johannes schrieb: »Wer aber Sünde tut, ist vom Satan. ... Darin sind die Kinder Gottes und die Kinder des Satans offenbar: jeder, der Gerechtigkeit nicht tut, ist nicht aus Gott, und auch jeder, der seinen Bruder nicht liebt« (1.Joh.3:8,10).

  Jesus wird dem Satan den Kopf wegschnappen, ihn also völlig ausschalten. Die Rettung der Menschheit aus der Macht Satans erfolgt durch das »Kindgebären« (1.Tim.2:14), durch den zu gebärenden Sohn Gottes, den Samen der Frau. Das ist das Evangelium Gottes über Seinen Sohn, das ist die frohmachende Botschaft, von der wir hier zum ersten Mal in der Bibel lesen.

  Der Satan aber wird dem Sohn Gottes die Ferse wegschnappen, Ihm somit Leiden bereiten.

  Da Feindschaft zwischen dem Samen der Frau und dem Samen der Schlange besteht, haben die Gläubigen sich zu wappnen, damit sie nicht verführt werden (Eph.6:10-17).

 

Das Urteil über die Frau

 

  »Zu der Frau sprach Er: Vermehren, ja vermehren will Ich deine Betrübtheit deiner Schwangerschaft, in Betrübnis wirst du Söhne gebären. Und zu deinem Mann hin ist dein Streben, er aber, er wird über dich herrschen« (Vers 16).

  Nur unter Entsagungen und Schmerzen kann sie ihrer hohen Berufung, Kinder zu gebären, nachkommen. Das Streben oder Verlangen der Frau ist auf ihren Mann ausgerichtet, um ihre Bestimmung, Mutter zu werden, erfüllen zu können, und weil sie Einheit wie auch ihr Haupt sucht, zu dem sie aufschauen kann.

  Der Mann wird über sie herrschen, auch zu ihrem Schutz vor Verführung. Die Herrschaft soll eine Hauptschaft, eine segensreiche Führerschaft sein (1.Kor.11:3; Eph.5:23, 25-27). Man beachte, wem die Unterordnung der Frau unter den Mann im Grunde gilt: »Die Frauen sollen sich ihren eigenen Männern unterordnen, als gälte es dem Herrn« (Eph.5:22). »So gebührt es sich im Herrn« (Kol.3:18), »damit das Wort Gottes nicht gelästert werde« (Tit.2:5).

 

Das Urteil über den Mann

 

  »Und zu Adam sprach Er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem Ich dir gebot und sprach: Nicht isst du von ihm! - verflucht sei der Erdboden deinetwegen; in Betrübtheit sollst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. Dornen und Stechkraut wird er für dich sprossen, und essen wirst du das Kraut des Feldes. Im Schweiße deines Angesichts sollt du dein Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn von ihm bist du genommen; denn Erdreich bist du, und zum Erdreich wirst du zurückkehren« (Verse 17-19).

  Adam als der zuerst Erschaffene hätte, statt auf seine Frau zu hören, bezüglich des Essens der verbotenen Frucht den Ausschlag geben sollen. Aber er sündigte wissentlich (1.Tim.2:13,14).

  Von nun an gibt der Erdboden seinen Ertrag nur noch unter Mühe und Plage ab. Statt über die Erde zu herrschen (1.Mose 1:28), ist der Mensch ein Sklave seines Broterwerbs geworden. Dies war von Elohim wohlbedacht, damit die Menschen sich nach dem Retter und dem Paradies sehnen mögen. Zu ihrer Demütigung - ihrer heilsamen Demütigung - hat Elohim es gegeben, dass die Söhne Adams sich elendiglich plagen müssen (Pred.1:13; 3:10). Der Apostel Paulus bringt eine bestimmte Konsequenz aus all dem zum Ausdruck: »Wenn jemand nicht arbeiten will, dann soll er auch nicht essen« (2.Thess.3:10).

  Und  schließlich wird der Mensch sterben und wieder zu Erdreich werden. »Das Erdreich kehrt zurück zur Erde, so wie es befunden wurde, und der Geist kehrt zu Gott zurück zu Elohim, der ihn gab« (Pred.12:7; Ps.104:29). Gleichwohl aber ist es eine Erbarmung Gottes, dass der Mensch aus dem elenden Zustand des zum Sterben hin Sterbendseins und des sich sorgenvoll um das Brot Mühenmüssens durch den Tod erlöst wird.

 

Weitere Verheißungen

 

  »Und Adam nannte den Namen seiner Frau Eva, denn sie, sie wurde die Mutter aller Lebenden. Und Jewe Elohim machte dem Adam und seiner Frau Röcke aus Fell und bekleidete sie« (Verse 20+21).

  Der Name der Frau lautet auf hebräisch ChUE, punktiert ChaWaH, und bedeutet »Belebende«, weil sie die Mutter aller Menschen werden sollte. Viele Menschen werden zum Leben geboren werden. Eva - ein verheißungsvoller Name!

  Die Tatsache, dass Jewe Elohim dem Adam und der Eva Röcke aus Fell machte, bezeugt, dass ER erbarmungsvoll ist. Wenn es zunächst auch nur um die Bedeckung der Scham ging, so weist das Fell gleichwohl auf eine Beschirmung durch vergossenes Blut hin. Ein Tier hatte geschlachtet werden müssen. Dies war das erste Anzeichen dafür, dass Jesus Christus, das Lamm Gottes, der Welt Sünde auf Sich nehmen wird (Joh.1:29).

 

Die Vertreibung aus dem Paradies

 

  »Und Jewe Elohim sprach: Ja, Adam wurde wie einer von Uns und erkennt Gutes und Böses. Und nun, dass er nicht seine Hand ausstrecke und auch noch vom Baum der Lebenden nehme und esse und für äonisch lebe! - Und Jewe Elohim entsandte ihn aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bediene, woraus er genommen war. Und Er vertrieb Adam. Und Er ließ die Cherubim und die Flamme des sich hin- und herwendenden Schwertes an der Ostseite des Gartens Eden weilen, um den Weg zum Baum der Lebenden zu bewahren« (Verse 22-24).

  Vom Baum der Lebenden hatten Adam und Eva gewiss gegessen; es war ihnen ja erlaubt, von jedem Baum zu essen, ausgenommen vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen (1.Mose 2:16). Würden sie aber weiterhin, und zwar für die Äonen, ständig vom Baum der Lebenden essen, würden sie auch für äonisch leben, so lange sie davon äßen.

  Da sie aber zum Sterben hin sterbend sein sollten, mussten sie aus dem Garten ausgetrieben und musste ihnen der Zugang zu dem Baum verwehrt werden, damit ihr Zustand als Sünder nicht für die Äonen bleibe.

  Heilsgeschichtlich weit vorgreifend wissen wir, dass die Menschen, die vom Fleisch und Blut Jesu Christi essen und trinken, für die beiden kommenden Äonen leben werden. Unser Herr Jesus sagte: »Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgestiegen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben für den Äon« (Joh.6:51). Und: »Wer überwindet, dem werde Ich von dem Holz des Lebens zu essen geben, das mitten im Paradies Gottes ist« (Off.2:7; 22:2).

  Die Cherubim, hebräisch KRUBIM, punktiert KöRUBIM, mit »Wie Vielseiende« zu übersetzen, sind Geister in der Gestalt des Menschen, die viele repräsentieren (Hes.1:5; 10:20). Die als Tiere geschilderten Cherubim im Buch der Enthüllung Jesu Christi sind dort in Symbolen ihrer Schöpfungsabteilungen dargestellt, deren Häupter sie sind (Off.4:6-8). Der Löwe ist der König des Wildgetiers; dieser Cherub ist also das Haupt und der Repräsentant der wilden Tiere. Das Kalb ist das Symbol für die Haustiere. Der Cherub mit dem Angesicht eines Menschen stellt die Menschheit dar. Der Geier ist der König aller Flügler.

  Mithin wachte die gesamte Schöpfung an der Ostseite des Gartens Eden, dass Adam und Eva nicht mehr vom Baum der Lebenden essen konnten. Und die Vorahnung der ganzen Schöpfung wartet seitdem auf die Rettung (Röm.8:19).

 

 

Kain und Abel

(1. Mose 4)

 

  »Und Adam erkannt seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sprach sie: Ich erwarb mit Jewe einen Mann. Und sie fuhr fort zu gebären: seinen Bruder Abel. Und Abel wurde ein Hirte des Kleinviehs, Kain aber wurde ein den Erdboden Bedienender« (1.Mose 4:1,2).

  Erkennen bedeutet innewerden, eins werden, innerlich völlig erfassen, sei es eine Wahrheit oder wie hier in Vers eins die Frau.

  Voller Freude gab Eva ihrem mit Jewe erworbenen Sohn den Namen Kain. Kain, hebräisch QIN, punktiert QaJiN, bedeutet: Erwerbung. Abel, hebr. EBL, punktiert HäBäL, bedeutet Dunst, mithin: Verflüchtigendes. Adam und Eva dürften bei der Namensgebung für Abel in Erkenntnis der Vergänglichkeit gehandelt haben, die sie seit der Vertreibung aus dem Paradies auf allen Gebieten erfahren mussten. Es mag auch eine prophetische Andeutung des relativ kurzen Lebens Abels vorliegen.

  Kain bebaute den verfluchten Erdboden im Schweiße seines Angesichts, wie dem Menschen geheißen (1.Mose 3:19). Abel waltete über das Kleinvieh, lebende Wesen, was als leichter angesehen werden mag und jedenfalls nicht ausdrücklich mit einem Fluch beladen war (1.Mose 1:28).

 

Kain und Abel brachten Nahegaben dar

 

  »Und es geschah gegen Ende der Tage (eines Jahres), dass Kain von der Frucht des Erdbodens Jewe eine Nahegabe darbrachte. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seines Kleinviehs, und zwar von ihren Fettstücken dar. Und Jewe beachtete Abel und seine Nahegabe, aber Kain und seine Nahegabe beachtete Er nicht. Da entbrannte Kain überaus, und sein Angesicht fiel« (Verse 3-5).

  Eine Nahegabe oder ein Nahungsgeschenk war kein Opfer wegen einer Sünde, sondern eine Gabe, ein Opfer, mit dem man sich Jewe huldigend und dankbar nahte.

  Beide brachten ihre Gaben dar. Es fällt aber auf, dass Abel das Beste von seinem Besten opferte, was seine Gesinnung zum Ausdruck bringt. Er war von ganzem Herzen Jewe hingebungsvoll zugewandt. »Durch Glauben (oder: in Treue) brachte Abel Gott ein Opfer dar, das mehr wert war als Kains, durch das ihm bezeugt wurde, dass er gerecht sei, da Gott Selbst zu seinen Nahegaben Zeugnis ablegte« (Heb.11:4).

  Kain dagegen schien wohl nur seine Pflicht getan zu haben, ohne dass sein ganzes Leben Jewe gewidmet gewesen wäre. Opfer aber, die nicht mit der Gesinnung und dem Lebenswandel übereinstimmen, können Jewe nicht gefallen (1.Sam.15:22; Mark.12:33). Jewe sieht ins Herz (1.Sam.16:7).

  So beachtete Jewe die Gabe Abels, was wahrscheinlich daran erkennbar war, dass Feuer von Jewe ausging und die Gabe verzehrte (wie auch in vielen anderen Fällen: 3.Mose 9:24; Rich.6:21; 1.Kön.18:24; 1.Chron.21:26).

  Aber Kains Gabe beachtete Jewe nicht. Kain entbrannte im Grimm, und seine Gesichtszüge verfielen. Religiöse Menschen wie Kain suchen ihre Anerkennung durch Gott, andernfalls fühlen sie sich verletzt. Kain erkannte sich als von Jewe durchschaut. Jewe hatte ihm seine Gesinnung deutlich gemacht. Dies barg etwas sehr Positives, nämlich die Möglichkeit der Sinnesänderung.

 

Jewe bemühte Sich um Kain

 

  »Und Jewe sprach zu Kain: Warum entbranntest du, und warum fiel dein Angesicht? Ist es nicht so: Wenn du recht tust, ist (dein Angesicht) erhoben; wenn du aber nicht recht tust, so verweilt die Sünde am Eingang, und zu dir hin ist ihr Streben; du aber, du könntest über sie herrschen« (Verse 6+7).

  Die Sünde, diese Kraft, die dem Menschen innewohnt (Röm.7:17,20) und auch an ihn herantritt wie die Schlange, will den Kain zum Bösen verleiten. Noch aber hatte Kain die Möglichkeit, über sie zu herrschen, das heißt sich gegen sie zu entscheiden, zumal Jewe ihn gerade deshalb soeben ermahnt und ermutigt hatte.

  Wie wunderbar, dass wir Gläubigen heute in der Kraft der Gnade und des empfangenen Geistes Gottes über die Sünde herrschen können, und zwar als Mitgekreuzigte, der Sünde Weggestorbene und Mitauferweckte Jesu Christi. Man lese dazu Römer sechs und beachte besonders die Verse 6, 11und 13.

 

Der Brudermord

 

  »Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und da geschah es, als sie auf dem Feld waren, da stand Kain gegen seinen Bruder auf und brachte ihn um« (Vers 8).

  Jakobus schreibt: »Ein jeder aber wird versucht, wenn er von der eigenen Begierde hinweggezogen und gelockt wird. Danach empfängt die Begierde und gebiert die Sünde; die Sünde aber, wenn sie völlig vollendet ist, erzeugt den Tod« (Jak.1:14,15).

  Kains Groll gegen Gott machte sich Bahn in der Ermordung dessen, der Gott wohlgefällig war. Wenn auch bei Abrahams Söhnen Ismael und Isaak andere Zusammenhänge vorlagen, sei dennoch daran erinnert, dass der nach dem Fleisch Gezeugte den nach dem Geist Gezeugten verfolgte (Gal.4:29). Und so ist es bis heute. »Aber auch alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2.Tim.3:12).

  Kain ist dem Samen der Schlange zuzurechnen (1.Mose 3:15), wie denn Johannes schreibt: »Darin sind die Kinder Gottes und die Kinder des Satans offenbar: jeder, der Gerechtigkeit nicht tut, ist nicht aus Gott, und auch jeder, der seinen Bruder nicht liebt. Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen, nicht so wie Kain, der von dem Bösen war und seinen Bruder hinschlachtete. Und aus welchem Grund schlachtete er ihn hin? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders dagegen gerecht« (1.Joh.3:10-12).

 

Das Urteil über Kain

 

  »Und Jewe sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Und er sprach: Ich weiß es nicht. Bin ich meines Bruders Hüter? - Und Er sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu Mir vom Erdboden. Und nun, verflucht seist du vom Erdboden hinweg, der seinen Mund aufgesperrt hat, um das Blut deines Bruders aus deiner Hand aufzunehmen! Wenn du den Erdboden bedienst, wird er dir nicht mehr seine Kraft geben; wankend und umherwandernd wirst du auf der Erde sein« (Verse 9-12).

  Auf die Frage nach dem Verbleib seines Bruders log Kain. Ein Lügner ist vom Satan, dem Vater der Lüge (Joh.8:44). Aber: »Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben« (Spr.28:13). Die Ausflucht, nicht seines Bruders Hüter zu sein, entlarvte den Kain, denn sehr wohl sollte man wissen, wo der Bruder ist, um hilfreiche Gemeinschaft pflegen zu können.

  Jewe vergisst das Schreien der Gedemütigten nicht (Ps.9:13). Der Mord schreit nach vergeltender Gerechtigkeit.

  Der Erdboden, ohnehin im Schweiße des Angesichts zu bearbeiten (1.Mose 3:19), der Abels Blut getrunken hat, soll dem Kain von nun an keinen reichen Ertrag mehr geben. Das Urteil Jewes nimmt ihm zudem die Bodenständigkeit. »Ein Mensch, belastet mit dem Blut einer Seele, ist flüchtig bis zur Grube; man unterstütze ihn nicht!« (Spr.28:17). Umherwandeln soll Kain und wanken, sich mithin unsicher hin und her bewegen in seinen Gedanken, Meinungen, Plänen und Taten.

 

Kains Antwort

 

  »Da sprach Kain zu Jewe: Zu groß ist meine Vergehung, um sie zu tragen. Ja, Du vertreibst mich am heutigen Tag vom Angesicht des Erdbodens fort; und weg von Deinem Angesicht muss ich mich verbergen. Und ich werde wankend und umherwandernd auf der Erde sein. Und es wird geschehen, dass jeder, der mich findet, mich umbringen wird« (Verse 13+14).

  Kain spricht zwar von seiner großen Vergehung, die Bitte um Vergebung aber kommt ihm nicht in den Sinn. Nur die Folgen seiner Tat werden ihm bewusst. Da er das Wohlwollen Jewes nicht mehr hat, ist er von all seinen Beziehungen zum vertrauten Ackerboden, zu den Menschen und zu Jewe abgeschnitten und allen Gefahren der Fremde preisgegeben.

  Da Seth geboren wurde, als Adam rund 130 Jahre alt war, und als Ersatz für Abel angesehen wurde, und da Adam viele Söhne und Töchter zeugte (1.Mose 4:25; 5:4), gab es zu jener Zeit schon sehr viele Menschen auf der Erde, mindestens dreitausend, von denen welche Kain hätten erschlagen können.

 

Ein Zeichen an Kain

 

  »Und Jewe sprach zu ihm: Darum: Jeder, der Kain umbringt, soll siebenfach gerächt werden. Und Jewe setzte ein Zeichen an Kain, dass jeder, der ihn findet, ihn keinesfalls erschlage. Und Kain ging vom Angesicht Jewes weg und wohnte im Lande Nod, östlich von Eden« (Verse 15+16).

  Wir nehmen verwundert zur Kenntnis, dass das Leben dieses Mörders Jewe noch wertvoll war. Dem, der allen menschlichen Schutzes entbehrte, gewährte Jewe Seinen Schutz. Das Zeichen dürfte eines an der Stirn Kains gewesen sein, wie sich nach Hesekiel 9:4,6 vermuten lässt.

  Der zuerst geborene Mensch begab sich weg von Jewe in das Land Nod, was »entwandern« bedeutet, und zeigte damit die allgemeine Bewegungsrichtung der Menschheit an: hin zur Gottlosigkeit.

 

Kain erbaute eine Stadt

 

  »Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Henoch. Und er erbaute eine Stadt und nannte den Namen der Stadt nach dem Namen seines Sohnes Henoch. Und dem Henoch wurde Irad geboren, und Irad machte Mehujael geboren, und Mehujael machte Methusael geboren, und Methusael machte Lamech geboren« (Verse 17+18).

  Mit dem Bau einer Stadt suchte Kain sich und den Mitmenschen zu erweisen, was er könne, und sein Leben hinter ihren Mauern zu sichern. Wenn man Gott nicht mehr ehrt, muss man sich mit der Entwicklung einer Stadtkultur selbst einen Namen machen.

  Der Name Henoch bedeutet Eingeweihter, Irad Stadtdurchschweifer, Mehujael Wischet-weg-Jewe-El, Methusael Sein-Sterben-ist-fraglich, und der Name Lamech darf mit Für-das-Schlagen übertragen werden. Diese Namen, die der Nachkommen Kains, zeigen deutlich den Niedergang der Gesinnung auf.

 

Lamech

 

  »Und Lamech nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada, und der Name der zweiten Zilla. Und Ada gebar Jabal; er wurde der Vater der Zeltbewohner und der Viehhirten. Der Name seines Bruders war Jubal; er wurde der Vater aller Harfen- und Hirtenpfeifenspieler. Und Zilla, auch sie gebar: Thubal-Kain, einen Schmied allen Kupfer- und Eisenhandwerks. Die Schwester Thual-Kains war Naama.

  Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, hört meine Stimme! Ihr Frauen Lamechs, nehmt meine Rede zu Ohren! Denn so ist es: Einen Mann brachte ich um für meine Wunde und einen Knaben für meine Strieme; so denn Kain siebenfach gerächt werden soll, dann Lamech siebenundsiebzigfach« (Verse 19-24).

  Welch eine Überhebung, Maßlosigkeit und Gewalttätigkeit aus den Worten Lamechs spricht! Kain wusste sich von Jewe geschützt, Lamech aber nahm seinen Schutz in die eigene Hand, scheute dabei kein Unrecht und verherrlichte es sogar. Siebenundsiebzigfach will er sich rächen; damit steht er in absoluten Gegensatz zu den Gläubigen, die siebenundsiebzigmal vergeben (Mat.18:22).

  Ohne Gott sucht und findet der Mensch nur sich selbst. Und auf dem Weg zum vermeintlichen Glück geht er auch über Leichen.

 

Seth

 

  »Und wieder erkannte Adam seine Frau; sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Sie nannte seinen Namen Seth (»Gesetzter«), denn 'Elohim setzte mir einen anderen Samen an Abels statt; denn Kain hat ihn umgebracht.'

  Und dem Seth, auch ihm wurde ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enos (»Mannhafter«). Damals begann man, im Namen Jewes anzurufen« (Verse 25+26).

  Der Gegensatz zwischen der Kainslinie und der Sethlinie ist offenkundig; die eine rühmt sich ihrer selbst, die andere beugt sich vor Jewe und ruft Ihn an. Die Anrufung geschah vermutlich regelmäßig und in Gemeinschaft mit anderen Anbetern. Wie wunderbar: Gott schafft Sich immer eine Schar von Treuen!

  Adam, Seth und Enos sind die drei frühesten Vorfahren unseres Herrn Jesus Christus (Luk.3:38).

 

 

Von Adam bis Noah

(1.Mose 5+6)

 

  »Dies ist die Urkunde der Zählung der Geburtslinien Adams. An dem Tag, als Elohim den Adam erschuf, machte Er ihn in der Gleichheit Elohims. Männlich und weiblich erschuf Er sie und segnete sie und nannte ihren Namen »Mensch« am Tag ihres Erschaffens.

  Und Adam lebte 130 (Sam. 130, Sept. 230) Jahre und machte einen Sohn geboren in seiner Gleichheit, nach seinem Bild, und er nannte seinen Namen Seth. Und die Tage Adams, nachdem er Seth geboren gemacht hatte, waren 800 (Sam 800, Sept. 700) Jahre, und er machte Söhne und Töchter geboren. Und alle Tage Adams, die er lebte, waren 930 Jahre; und er starb« (1.Mose 5:1-5).

  (Zahlen nach dem hebräischen (masoretischen) Text; Sam. = nach dem samaritanischen Pentateuch; Sept. = nach der Septuaginta.)

  Das hier mit »Geburtslinien« wiedergegebene hebräische Wort TULDUT, punktiert TOLöDOT, lässt sich auch mit Generationslinien, Chroniken oder Geschlechterfolgen übersetzen. Die hier angegebene Geburtslinie ist die Heilslinie, das heißt die bis zu dem Retter Jesus Christus hin verlaufende.

  Die Geburtslinien beginnen mit der Erschaffung Adams und Evas und knüpfen an die Berichte über den sechsten Schöpfungstag in 1.Mose 1:24-31 und 2:18-25 an.

  Wie schon in 1.Mose 1:28 geschrieben steht, wird auch in Kapitel fünf gesagt und damit betont, dass Elohim Adam und Eva segnete. Der Segen hatte insbesondere Fruchtbarkeit und Vermehrung zum Inhalt sowie die Unterwerfung der Erde und das Walten über alle Tiere. 

 

Von Seth bis Jared

 

  »Und Seth lebte 105 (Sam. 105, Sept. 205) Jahre und machte Enos geboren. Und Seth lebte, nachdem er Enos geboren gemacht hatte, 807 (Sam. 807, Sept. 707) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Seths waren 912 Jahre, und er starb.

  Und Enos lebte 90 (Sam. 90, Sept. 190) Jahre und machte Kainan geboren. Und Enos lebte, nachdem er Kainan geboren gemacht hatte, 815 (Sam. 815, Sept. 715) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Enos waren 905 Jahre, und er starb.

  Und Kainan lebte 70 (Sam. 70, Sept. 170) Jahre und machte Mahalalel geboren. Und Kainan lebte, nachdem er Mahalalel geboren gemacht hatte, 840 (Sam. 840, Sept. 740) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Kainans waren 910 Jahre, und er starb.

  Und Mahalalel lebte 65 (Sam. 65, Sept. 165) Jahre und machte Jared geboren. Und Mahalalel lebte, nachdem er Jared geboren gemacht hatte, 830 (Sam. 830, Sept. 730) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Mahalalels waren 895 Jahre, und er starb.

  Und Jared lebte 162 (Sam. 62, Sept. 162) Jahre und machte Henoch geboren. Und Jared lebte, nachdem er Henoch geboren gemacht hatte, 800 (Sam. 785, Sept. 800) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Jareds waren 962 (Sam. 847, Sept. 962) Jahre, und er  starb« (Verse 6-20).

  In den Jahren Seths, nach der Geburt seines Sohnes Enos, begann man, den Namen Jewes anzurufen (1.Mose 4:26). Seth bedeutet Gesetzter, da an Abels statt gesetzt (1.Mose 4:25), Enos Mannhafter, Mahalalel Lobpreis Els, Kainan Bejammerung und Jared Abstieg. Wie aus diesen Namen hervorgeht, pries man El, musste aber auch im Laufe der Jahre den allgemeinen Niedergang der Gottesverehrung bejammern.

  Die Geburtslinien Adams entsprechen dem in Lukas 3:23-38 aufgeführten Stammbaum Jesu (siehe auch 1.Chron. 1:1-4).

 

Henoch

 

  »Und Henoch lebte 65 (Sam. 65, Sept. 165) Jahre und machte Methusala geboren. Henoch wandelte mit dem Einen, Elohim, nachdem er Methusala geboren gemacht hatte, 300 (Sam. 300,

Sept. 200) Jahre, und er machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Henochs waren 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit dem Einen, Elohim, und er war nicht mehr da, denn Elohim hatte ihn genommen« (Verse 21-24).

  Henoch, hebräisch ChNUK, punktiert ChaNOK, bedeutet Eingeweihter; er war mithin in die Wege und den Willen Elohims eingeweiht und wandelte in Vertrautheit und Übereinstimmung mit Ihm.

  Henoch lebte unter Ruchlosen. Diesen kündigte er das Gericht der Flut an, wie denn in Judas 14 und 15 geschrieben steht, dass er, der siebente von Adam an, prophezeite: »Siehe, der Herr kam inmitten Seiner heiligen Zehntausend, um an allen Gericht zu üben und alle Ruchlosen zu entlarven wegen all ihrer Werke in Ruchlosigkeit, mit denen sie ruchlos sind, und wegen aller harten Worte, die ruchlose Sünder gegen Ihn (Gott) sprechen.«

  In Hebräer 11:5 lesen wir über Henoch: »Durch Glauben wurde Henoch hinweggerafft, um den Tod nicht wahrzunehmen; und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn hinwegraffte. Denn vor seiner Hinwegraffung wurde ihm bezeugt, dass er Gott wohlgefallen habe.« Henoch ist nicht im Himmel, denn »niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der aus dem Himmel herabstieg, der Sohn des Menschen, der jetzt im Himmel ist« (Joh.3:13). Henoch starb. Den Grund dafür erfahren wir aus Jesaia 57:1,2: »Der Gerechte kommt um, und niemand nimmt es sich zu Herzen, und Männer voller Huld werden weggerafft. Doch keiner versteht, dass der Gerechte vor dem Bösen weggerafft wird. Er geht in den Frieden ein. Sie ruhen auf ihren Lagern, die da redlich wandelten.«

  Henoch sollte den Tod nicht wahrnehmen (Heb.11:5), wohl in dem Sinn, dass er die weitere Zunahme der Gottlosigkeit und Bosheit, wodurch seine gerechte Seele gepeinigt wurde (vgl. 2.Pet.2:7), und das folglich zunehmende Drohen des Gerichts nicht länger ansehen müssen sollte.

 

Methusala

 

  »Und Methusala lebte 187 (Sam. 67, Sept. 187) Jahre und machte Lamech geboren. Und Methusala lebte, nachdem er Lamech geboren gemacht hatte, 782 (Sam. 653, Sept. 782) Jahre, und er machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Methusalas waren 969 (Sam. 720, Sept. 969) Jahre, und er starb« (Verse 25-27).

  Der Name Methusala bedeutet »Sein Sterben sendet er« und dürfte prophetisch besagen: Bei seinem Sterben sendet er die Flut. Methusala starb nämlich nach den Zahlenangaben des hebräischen (masoretischen) Textes im Jahr der Flut, dem Jahr 1656 ab Adam; nicht durch die Flut, sondern vor ihr. Nach dem samaritanischen Text fand die Flut im Jahr 1307 ab Adam statt, nach der Septuaginta im Jahr 2262 ab Adam.

  Am Rande sei angemerkt, dass das erste Lebensjahr Adams nach biblisch-jüdischer Tradition als das Jahr Null gerechnet wird. Während des Jahres 1 ab Adam (aA), seinem zweiten Lebensjahr, war er 1 Jahr alt.

 

Lamech und Noah

 

  »Und Lamech lebte 182 (Sam. 53, Sept. 188) Jahre und machte einen Sohn geboren. Er nannte seinen Namen Noah und sprach: Dieser wird uns trösten ob unseres Tuns und ob der Betrübtheit unserer Hände durch den Erdboden, den Jewe verfluchte. Und Lamech lebte, nachdem er Noah geboren gemacht hatte, 595 (Sam. 600, Sept. 565) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren. Alle Tage Lamechs waren 778 (Sam. 653, Sept. 753) Jahre, und er starb.

  Als Noah 500 Jahre alt war, machte er Sem, Ham und Japhet geboren« (Verse 28-32).

  Der Name Lamech, hebräisch LMK, punktiert LäMäK, bedeutet: Zum Schlag, oder: Für das Schlagen. Noah, hebräisch NCH, punktiert NoaCh, heißt Ruhe. Dieses Wort ist mit NoChaM, Umstimmung, und NiChaM, trösten, verwandt.

  Die drei Söhne Noahs wurden nicht im selben Jahr geboren. Es ist in der Bibel üblich, nur das Alter des Vaters bei der Zeugung des Erstgeborenen anzugeben.

  Sem, Ham und Japhet sind nicht ihrem Alter nach aufgeführt. Sem steht wahrscheinlich deshalb voran, weil er der Verheißungslinie zugehört. Der jüngste Sohn war Ham (1.Mose 9:24). Als Sem 100 und Noah 602 Jahre alt war (1.Mose 7:6; 11:10), muss Japhet nach 1.Mose 5:32 102 Jahre alt gewesen sein. Dem Alter nach sind die Söhne Noahs demnach: Japhet, Sem. Ham.

  Noah war den Geburtslinien zufolge der zehnte von Adam an, zugleich aber nach den Zahlen des masoretischen Textes der achte (vgl. 1.Pet. 3:20; 2.Pet. 2:5), auf den die mit den Worten Elohims beschriebenen Tontafeln übergingen, da zwei seiner Vorfahren (Henoch und Lamech) vor ihren Vätern starben.

 

Die Söhne Elohim

 

  »Und es geschah, dass die Menschen auf dem Angesicht des Erdbodens viele zu werden begannen, und es wurden ihnen Töchter geboren. Die Söhne der Elohim sahen die Töchter Adams und dass sie gut (auch im Sinne von: schön) waren, und sie nahmen sich Frauen, alle, die sie erwählten.

  Und Jewe sprach: Nicht walte Mein Geist im Menschen für äonisch, als Irrenden (wörtlich: in ihrem Irren), er ist Fleisch. Seine Tage seien 120 Jahre.

  Die Bedeutenden (wörtlich: die Nephilim) waren in jenen Tagen auf der Erde. Und auch noch danach war es, dass die Söhne des Elohim zu den Töchtern Adams eingingen und sie ihnen gebaren; sie sind die Mächtigen, die vom Äon an waren, Mannhafte von Namen« (1.Mose 6:1-4).

  Was ist unter den »Söhnen der Elohim« zu verstehen? Waren es Gottes- oder Göttersöhne, also Geister, Engel (vgl. Hiob 1:6)? Das kann nicht sein, denn diese heiraten nicht (Luk.20:35). Mit »Elohim« wurden auch die Richter oder Schiedsrichter bezeichnet, die die Funktion Elohims ausübten, nämlich die Menschen zu El hinzuführen und sie Ihm unterzuordnen (2.Mose 21:6; 22:7,8,27; 1.Sam.22:27). Die Elohim waren die in 1.Mose 5:6-31 genannten Männer der Linie Seth.

  Deren Söhne nun heirateten direkte Töchter Adams, um ihre gesellschaftliche Stellung zu erhöhen. Sie waren die Bedeutenden, die Mächtigen, die Mannhaften von Rang und Namen, für die in Vers 4 das Wort Nephilim gebraucht wird. Nephilim, hebräisch NPhLIM, punktiert NöPhiLIM, bedeutet vom Wortstamm her »Fallende«. Der Begriff wird auch für die Enakiter verwendet, die von besonders hohem Wuchs waren (4.Mose 13:33).

  Da diese Bedeutenden »Fleisch« (Vers 3) waren, strebten sie in selbstverherrlichender Weise nach Macht und Ruhm und Reichtum, sodass sie das Gericht Gottes mit hervorriefen. Ihnen, die sich in fleischlicher Anmaßung als Übermenschen, als Titanen, ansahen, musste durch das Gericht der Sintflut Einhalt geboten werden.

  So verfügte Jewe, dass die Tage des Menschen 120 Jahre seien. Worauf beziehen sich diese 120 Jahre? Etwa darauf, dass die einzelnen Menschen nicht mehr älter als 120 Jahre werden sollten? Nein, denn auch nach der Flut wurden sie viel älter (1.Mose 11). Oder sollten dem Adam nur noch 120 Jahre verbleiben? Nein, nach dem Satzbau (»in ihrem Irren«) muss »Mensch« als Mehrzahlsbegriff verstanden werden. Oder soll die Menschheit als ganze nur noch 120 Jahre lang bestehen? Etwas anderes als die Vernichtung der Menschheit in 120 Jahren durch die Sintflut kann kaum gemeint sein.

 

Jewe will die Menschen vertilgen

 

  »Und Jewe sah, dass das Böse des Menschen auf der Erde viel war und aller Ausdruck der Gedanken seines Herzens alle Tage nur böse war. Und Jewe war umgestimmt hinsichtlich dessen, dass Er den Menschen auf der Erde gemacht hatte; und Er war in Seinem Herzen betrübt. Und Jewe sprach: Ich werde den Menschen, den Ich erschaffen habe, von dem Angesicht der Erde vertilgen, vom Menschen bis zum Haustier, vom Kriecher bis zum Flügler der Himmel, denn Ich bin umgestimmt hinsichtlich dessen, dass Ich sie gemacht habe.

  Noah aber fand Gnade in den Augen Jewes« (1.Mose 6:5-8).

  Jewe war betrübt darüber, dass die Sünde überhandgenommen hatte. So änderte Er Seine Haltung gegenüber dem Menschen und fasste den Entschluss, sie zu vernichten.

  Alles Streben des Herzen der Menschen ist böse von Jugend an (1.Mose 8:21). Auch der Prediger beklagt: »Das Herz der Söhne des Menschen ist mit Bösem gefüllt« (Pred.9:3). So ruinierten die Menschen sich gegenseitig. Da war ihr Tod gewissermaßen eine Gnade, um nicht weiterhin unter den Mitmenschen leiden zu müssen und auch im Hinblick darauf, dass sie nicht noch mehr Schuld auf sich lüden, wofür sie vor dem großen, weißen Thron Drangsal und Druck, Zorn und Grimm erfahren (Off.20:11-15; Röm.2:5-9).

  Nur Noah wandelte mit dem Einen, Elohim (1.Mose 6:9). Darum gewährte Jewe ihm Gnade, was Segen für weitere Personen mit sich brachte.

 

Die Geburtslinien Noahs

 

  »Dies sind die Geburtslinien Noahs.

  Noah war ein gerechter Mann, er war makellos in seinen Generationen; mit dem Einen, Elohim, wandelte Noah. Und Noah machte drei Söhne geboren: Sem, Ham und Japhet.

  Aber die Erde war verdorben vor dem Angesicht des Einen, Elohim, und die Erde war mit Gewalttat erfüllt. Elohim sah die Erde, und siehe, sie war verderbt, denn alles Fleisch hatte seinen Weg auf der Erde verdorben« (Verse 9-12).

  Noah war nicht sündlos, sondern gerecht; er beachtete das ihm und anderen zustehende Recht. Das hebräische Wort lässt sich auch mit »gerechtfertigt« übersetzen, was durchaus passend ist, da Noah ein Gläubiger war (Heb.11:7).

  Nicht nur damals beschaute Jewe die Erde - und siehe, das Ergebnis war betrüblich -, sondern Er tut es auch heute noch, wie Psalm 14:2,3 sagt: »Jewe späht aus den Himmeln auf die Menschensöhne, um zu sehen, ob etwa einer einsichtig ist und Elohim sucht. Alle haben sich entfernt, allesamt sind sie verdorben. Keiner tut Gutes, keiner, auch nicht einer.«

 

»Mache dir eine Arche!«

 

  »Da sprach Elohim zu Noah: Das Enden alles Fleisches ist vor Mein Angesicht gekommen, denn die Erde ist mit Gewalttat erfüllt von ihr her. Siehe, Ich werde sie verderben mitsamt der Erde.

  Mache dir eine Arche aus schwefelhaltigen Bäumen (aus Hölzern mit pechartigem Harz). Mit Nestern (Kammern) sollst du sie versehen, und beschirme sie von innen und von außen mit einem beschirmenden Anstrich. Und so sollst du sie machen: 300 Ellen sei die Länge der Arche, 50 Ellen ihre Breite und 30 Ellen ihre Höhe. Eine Entlüftung machst du der Arche, und bis zu einer Elle schließt du sie oben darüber ab. Und die Eingangsöffnung der Arche setzt du an ihre Seite. Mit einem unteren, einem zweiten und einem dritten Deck machst du sie« (Verse 13-16).

  Das hebräische Wort für Arche, TBE, punktiert TeBhaH, bezeichnet einen Schwimmbehälter, so auch den, in dem die Mutter des Mose diesen aussetzte (2.Mlose 2:3).

  Die Arche war vermutlich flachbödig und rechteckig. Sollte eine Elle 50 cm lang gewesen sein, wäre die Arche 150 m lang, 25 m breit und 15 m hoch gewesen (Außenmaße). Ein gewaltiger Schwimmkörper mit einem Volumen von rund 56.000 Kubikmetern!

 

Die Ankündigung der Flut

 

  Jewe sprach weiter zu Noah:

  »Ich aber, siehe, Ich bringe die Flut auf die Erde, Wasser, um alles Fleisch unter den Himmeln zu verderben, in welchem der Geist der Lebenden ist. Alles, was auf der Erde ist, wird aushauchen. Doch mit dir richte Ich Meinen Bund auf. Komme in die Arche, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir. Und von allem Lebenden, von allem Fleisch, bringst du je zwei in die Arche, damit sie mit dir am Leben bleiben; ein Männliches und ein Weibliches sollen sie sein. Vom Flügler nach seiner Art, vom Haustier nach seiner Art und von jedem Kriecher des Erdbodens nach seiner Art, von allen sollen zwei zu dir kommen, damit sie am Leben bleiben. Und du, nimm dir von jeder Speise, die gegessen wird, und sammle sie dir, damit sie dir und ihnen zur Nahrung sei.

  Und Noah tat gemäß allem, was Elohim ihm geboten hatte; so tat er« (Verse 17-22).

  Aus Glauben und in Treue handelte Noah nach den Anweisungen Jewes. Während des viele Jahrzehnte dauernden Baus der Arche musste er das Gespött der Menschen, »der Ruchlosen« (2.Pet. 2:5), ertragen, die absolut kein Verständnis für sein Tun hatten. In der Bauzeit »wartete die Geduld Gottes langmütig« (1.Pet.3:20).

  »Durch Glauben hat Noah, als er betreffs des noch nicht Erblickbaren Weisung erhielt und Ehrfurcht hatte, eine Arche zur Rettung seines Hauses errichtet, durch den er die Welt verurteilte und so ein Losteilinhaber der dem Glauben gemäßen Gerechtigkeit wurde« (Heb.11:7). Petrus nennt ihn einen »Herold der Gerechtigkeit«  (2.Pet.2:5).

  Der mit Noah aufgerichtete Bund hatte zunächst zum Inhalt, dass er und seine Familie am Leben bleiben sollen. Der Bund wurde nach der Flut um die Zusagen von 1.Mose 8:21+22 sowie 9:8-17 erweitert.

 

 

Die Sintflut

(1. Mose 7-9)

 

  Noah hatte den Bau der Arche vollendet. Sieben Tage vor Beginn der Sintflut wandte Sich Jewe wieder an Noah.

  Nach den Zahlenangaben des hebräischen (masoretischen) Textes fand die Flut im Jahr 1656 ab Adam statt (nach der Septuaginta im Jahr 2262 ab Adam).

 

Der Einzug in die Arche

 

  »Und Jewe sprach zu Noah: Komme du und dein ganzes Haus in die Arche, denn Ich ersah dich als gerecht vor Meinem Angesicht in dieser Generation. Von jedem reinen Haustier nimmst du dir je sieben und sieben, ein Männchen und sein Weibchen, und von jedem Tier, das nicht rein ist, von ihm zwei, ein Männchen und sein Weibchen. Auch von den Flüglern der Himmel je sieben und sieben, ein Männliches und ein Weibliches, um Samen auf dem Angesicht der ganzen Erde am Leben zu erhalten. Denn in noch sieben Tagen lasse Ich es auf die Erde regnen vierzig Tage und vierzig Nächte, und all das Bestehende, das Ich gemacht habe, vertilge Ich von dem Angesicht der ganzen Erde.

  Und Noah tat gemäß allem, was Jewe ihm geboten hatte. Noah war 600 Jahre alt, als die Flut, das Wasser, über die Erde kam. Und Noah und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne kamen mit ihm in die Arche, weg von dem Angesicht der Wasser der Flut. Von jedem reinen Haustier und von jedem unreinen Tier und von den Flüglern und von allem, was sich auf dem Erdboden regt, je zwei und zwei kamen sie zu Noah in die Arche, ein Männliches und ein Weibliches, so wie Elohim es Noah geboten hatte« (1.Mose 7:1-9).

  Jewe hatte Sich den gerechten Noah zur Rettung ersehen, damit eine geläuterte Menschheit überlebe. Seine Generation hatte während der 120 Jahre bis zum Beginn der Flut keinerlei Verständnis für den Glauben und den geistlichen Wandel dieses Mannes, wie unser Herr Jesus Christus sagte: »Wie sie in jenen Tagen vor der Überflutung waren: essend und trinkend, heiratend und verheiratend bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging, und sie erkannten nichts, bis die Überflutung kam und sie allesamt hinwegnahm, so wird es auch bei der Anwesenheit des Sohnes des Menschen sein« (Mat.24:38,39).

  Hinsichtlich der reinen und der unreinen Tiere erhielt Noah jetzt eine differenzierte Anweisung.

  Vom Geist Elohims geführt (Jes.34:16), kamen die Tiere zur Arche. Sieben Tage dauerte es, bis sie alle in die Arche eingezogen und einquartiert waren.

  Jewes Gerichte walten nicht blind, sondern Er führt sie nach Seinem weisen in Christus Jesus, unserem Herrn, gefassten Vorsatz der Äonen herbei (Eph.3:11). So kündigte Er den Beginn der Flut auf den Tag genau an, tut Er doch nichts, ohne es Seinen Dienern, den Propheten, enthüllt zu haben (Amos 3:7).

  Noah wird Frieden über diesen Gerichtsweg Jewes gehabt haben, denn ein Gläubiger weiß, dass bei Jewe alles Sinn und Zweck und Ziel hat und Seine Gedanken erhabener und Seine Wege höher sind als die der Menschen (Jes.55:). Gottes Gerichte sind gerecht und bringen zurecht.

 

Jewe verschloss die Arche

 

  »Und nach den sieben Tagen geschah es, dass die Wasser der Flut auf die Erde kamen. Im 600. Lebensjahr Noahs, im zweiten Monat, am 17. Tag des Monats, brachen alle Quellen des vielfältigen Wassertumults auf, und die Fenster der Himmel wurden geöffnet. Und der Regen strömte auf die Erde 40 Tage und 40 Nächte lang.

  An eben diesem Tag kamen Noah mit Sem, Ham und Japhet, den Söhnen Noahs, und Noahs Frau und den drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in die Arche, sie und alles Wildgetier nach seiner Art, all das Haustier nach seiner Art und all die Kriecher, die sich auf der Erde regen, nach ihrer Art und all die Flügler nach ihrer Art, alles Gevögel, alles Geflügelte. Sie kamen zu Noah in die Arche, je zwei und zwei von allem Fleisch, in welchem der Geist der Lebenden war. Und die herzukamen, ein Männliches und ein Weibliches, von allem Fleisch kamen sie, so wie Elohim es ihm (dem Noah) geboten hatte. Und Jewe verschloss (die seitliche Öffnung der Arche) hinter ihm« (Verse 10-16).

  Der zweite Monat ist Siw (April/Mai) (der erste ist Nisan (März/April)).

  Jewe Selbst verschloss den Eingang der Arche an der Seite und vollendete damit alles, was für die Rettung der in der Arche Befindlichen erforderlich war.

  Die Sintflut ist eines der gewaltigsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Jewe übte gerechtes Gericht.

  Ein überaus starker Regen kam herab; vermutlich größtenteils von der über dem Firmament gelegenen Wasserschicht (1.Mose 1:6-8). Außerdem brachen die unterirdischen, mit Wasser gefüllten Hohlräume auf und der Wassertumult des angestiegenen Meeres strömte ins Landesinnere. Über Hebungen des Meeresbodens und Senkungen des Erdlands will ich keine Vermutungen anstellen außer der einen, dass die Teilung der Landmasse in Kontinente vorbereitet worden sein dürfte, die dann zur Lebenszeit Pelegs, in den Jahren 1757 bis 1996 ab Adam (nach hebr. Text), stattfand (1.Mose 10:25).

  Der zweite Äon, der mit der Wiederherstellung der Erde in sechs Tagen begonnen hatte, sollte mit der Sintflut, diesem zweiten Gericht, seinen Abschluss finden. (Der erste Äon hatte mit der Urschöpfung (1.Mose 1:1) begonnen und mit dem ersten Gericht, dem Niederwurf der Welt (Luk.11:50; Eph.1:4), als die Erde ein Tohuwabohu wurde (1.Mose 1:2), sein Ende gefunden.)

 

Die Wasser wurden mächtig

 

  »Und die Flut kam 40 Tage und 40 Nächte auf die Erde, und die Wasser nahmen zu und trugen die Arche, sodass sie hoch über der Erde war. Und die Wasser wurden mächtig und nahmen überaus überhand auf der Erde, und die Arche fuhr auf dem Angesicht der Wasser dahin. Die Wasser wurden überaus, ja überaus mächtig auf der Erde, sodass alle hohen Berge, die unter den gesamten Himmeln sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen oben darüber standen die Wasser mächtig; die Berge waren bedeckt.

  Da hauchte alles Fleisch aus, das sich auf der Erde regte, vom Flügler, vom Haustier, vom Wildgetier, von all dem Gewimmel, das auf der Erde wimmelte, und jeder Mensch. Alles, was den Odem des Geistes der Lebenden in seiner Nase hatte, alles, was auf dem Trockenen war - sie starben. Vertilgt wurde all das auf dem Angesicht des Erdbodens Bestehende, vom Menschen bis zum Getier und zum Kriecher und zum Flügler der Himmel; sie wurden von der Erde vertilgt. Aber es verblieben Noah und die, die mit ihm in der Arche waren.

  Und die Wasser standen mächtig auf der Erde 150 Tage lang« (Verse 17-24).

  Eine eindrückliche Schilderung! Psalm 104:6 erinnert an dieses Ereignis: »Du bedecktest die Erde mit dem Wassertumult als Gewand; über den Bergen standen die Wasser.«

  Die fünfzehn Ellen, die die Wasser über den Gipfeln standen, sind wohl als Mindestmaß zu verstehen, weshalb die Arche mit ihrem Tiefgang nicht auf Grund lief. Die Berge waren damals längst nicht so hoch wie die gegenwärtigen, erst bei der Teilung der Erde in Kontinente entstandenen alpinen Gebirgszüge (1.Mose 10:25).

  Das Wasser reinigte die Erde von der Sünde. Zur vollkommenen Reinigung ist allerdings Feuer nötig (2.Pet.3:10).

  Alles, was den Lebensodem, den Geist Gottes, in sich hatte, hauchte aus. Sterben ist die Umkehrung des Schöpfungsprozesses, von dem wir in 1.Mose 2:7 lesen: »Jewe Elohim formte den Adam aus Erdreich vom Erdboden und blies Odem der Lebenden in seine Nase; und der Adam wurde eine lebende Seele.« Zieht Gott Seinen Geist zurück, kehrt der Körper zum Erdreich zurück, und die Seele, das Bewusstsein, ist nicht mehr (Ps.104:29; Pred. 9:5-10).

 

Die Wasser fielen

 

  »Und Elohim gedachte Noahs und all des Wildgetiers und all der Haustiere, die mit ihm in der Arche waren. Da ließ Elohim einen Wind über die Erde gehen, sodass die Wasser sanken. Und die Quellen des Wassertumults und die Fenster der Himmel wurden verriegelt und der Regen aus den Himmeln versperrt. Und die Wasser wichen von der Erde zurück, sie wichen mehr und mehr, und die Wasser schwanden nach Verlauf der 150 Tage. Im siebenten Monat, am 17. Tag des Monats, ruhte die Arche auf einem der Berge des Ararat. Die Wasser schwanden mehr und mehr bis zum zehnten Monat. Im zehnten Monat, am 1. Tag des Monats, erschienen die Gipfel der Berge.

  Und es geschah am Ende von 40 Tagen, dass Noah die Luke der Arche öffnete, die er gemacht hatte, und er einen Raben entsandte; dieser ging hinaus, um auszufliegen und zurückzukehren, bis die Wasser auf der Erde vertrocknet waren. Und er entsandte eine Taube von sich weg, um zu sehen, ob die Wasser sich vom Angesicht des Erdbodens hinweg verliefen. Aber die Taube fand keinen Ruheort für die Sohle ihres Fußes und kehrte zu ihm in die Arche zurück, denn noch waren die Wasser auf dem Angesicht der ganzen Erde. Da streckte er seine Hand aus, nahm sie und brachte sie zu sich in die Arche« (1.Mose 8:1-9).

  Elohim gedachte in Seiner Treue des Bundes mit Noah, der Gnade in Seinen Augen gefunden hatte und den Er durch das Wassergericht hindurch retten wollte (1.Mose 6:5,18).

  Nach insgesamt 150 Tagen, am 17. des siebenten Monats, war die Flut zu ihrem Höhepunkt gekommen. Von da an begann der Wasserspiegel zu fallen und ruhte die Arche auf einem der Berge des Ararat. 74 Tage später, am 1. des zehnten Monats, wurden die Gipfel anderer Berge sichtbar. Weitere 40Tage später, am 11. Tag des elften Monats, sandte Noah einen Raben und eine Taube aus, die aber wieder zurückkehrten.

 

Das Land fiel trocken

 

  »Er wartete noch sieben weitere Tage ab und sandte die Taube wieder aus der Arche. Als die Taube zur Abendzeit zu ihm kam, siehe: Ein abgerissenes Olivenblatt war in ihrem Schnabel. Da erkannte Noah, dass die Wasser von der Erde hinweg geschwunden waren. Und er wartete weitere sieben Tage ab und entsandte die Taube, doch sie kehrte nicht wieder zu ihm zurück.

  Und es war im 601. Jahr, im ersten Monat, am 1. Tag des Monats, dass die Wasser von der Erde weg großteils vertrocknet waren. Als Noah die Abdeckung der Arche wegnahm, da sah er, und siehe: Das Angesicht des Erdbodens war großteils vertrocknet. Und im zweiten Monat, am 27. Tag des Monats, war die Erde trocken« (Verse 10-14).

  Die Überflutung der Erde hatte somit ein Jahr und zehn Tage gedauert oder, da die Monate zu dreißig Tagen gerechnet wurden, 370 Tage oder, falls ein alle sechs Jahre erforderlicher Schaltmonat eingeschoben wurde, 400 Tage. Nach der biblischen Zahlensymbolik bedeutet die 400 »Vervollständigung«. Das Gericht war mithin vollständig vollzogen.

  Das Olivenblatt war ein Lichtblick für Noah. Die Erde grünte wieder! Ein neuer Anfang stand bevor. Wo der Tod gewirkt hatte, sollte das Leben wieder herrschen. Das Olivenblatt war ein erster Gruß des neuen Äons, des dritten, in welchem wir - allesamt Nachkommen Noahs - heute noch leben.

 

Alle verließen die Arche

 

  »Und Elohim redete zu Noah und sprach: Geh heraus aus der Arche, du und deine Frau und deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir. Alles Wildgetier, das mit dir ist, von allem Fleisch der Flügler, der Haustiere und der Kriecher, die sich auf der Erde regen, lass hinausgehen mit dir, damit sie sich auf der Erde regen, fruchtbar seien und sich auf der Erde vermehren.

  Da ging Noah hinaus und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm. All das Wildgetier, all die Kriecher und alle Flügler, alles sich auf der Erde Regende, nach ihren Sippen gingen sie aus der Arche heraus« (Verse 15-19).

  Acht menschliche Seelen waren durch das Wasser - bildlich durch eine reinigende Taufe - hindurchgerettet worden (1.Pet.3:20,21). Nach der biblischen Zahlensymbolik steht die Acht für Beschneidung und Neuanfang. Die »ehemalige« Welt (2.Pet.2:5) war vergangen. Sie war etwas anderes als die »damalige« Welt (2.Pet.3:6), jene damals, zur Zeit der Urschöpfung (1.Mose 1:1), bestehende, die im Tohuwabohu untergegangen war (1.Mose 1:2).

  Noah ging nicht eigenmächtig aus der Arche hinaus, sondern wartete auf die Anweisung Elohims. Und alle Tiere kamen heraus, und zwar »nach ihren Sippen«, mithin vom Geist Gottes geführt und deshalb wohlgeordnet.

 

Noahs Dankopfer

 

  »Und Noah baute Jewe einen Altar; er nahm von all den reinen Haustieren und von all den reinen Flüglern und brachte auf dem Altar Aufsteignahungen dar. Und Jewe roch den beruhigenden Wohlgeruch, und Jewe sprach in Seinem Herzen: Nicht mehr will Ich den Erdboden nochmals wegen des Menschen verfluchen, denn der Ausdruck des Herzens des Menschen ist böse von seiner Jugend an, und nicht mehr will Ich nochmals alles Lebendige schlagen, wie Ich es getan habe. Und für alle Tage der Erde sollen Saat und Ernte, Kühle und Wärme, Sommer und Winter und Tag und Nacht nicht aufhören« (Verse 20-22).

  Noahs erster Gedanke war auf Jewe ausgerichtet, dem in allem der erste Rang und die Ehre gebührt, und nicht auf sich selbst, etwa dass er einen guten Platz für den Bau seines Hauses fände.

  Die Darbringung Noahs, die Aufsteiggabe, war ein Dank, der zu Jewe hinauf aufsteigen sollte, eine Hinaufweihung zur Huldigung und Verherrlichung Jewes. Dass Noah dafür Tiere opferte, schmälerte deren Rettung nicht, weil er ja von allen reinen Tieren und Flüglern je sieben Pärchen in die Arche mitgenommen hatte (1.Mose 7:2,3).

  Der Wohlgeruch war »beruhigend«, ein Wort, das zur selben Wortfamilie gehört wie »Noah«, dessen Name »Ruhe« bedeutet. Man kann es auch frei mit »lieblich« oder »lieblich duftend« wiedergeben.

  Und wenn auch das Streben des menschlichen Herzens von der Jugendzeit an böse ist - Jewe wird nicht noch einmal fast alle Menschen töten. Mit dieser Zusage bekräftigte Jewe übrigens folgende Verheißung an Israel: »Wie Ich schwur, die Wasser Noahs nicht wieder über die Erde zu bringen, schwöre Ich, dass Ich nicht mehr über dich ergrimmen noch dich schelten werde« (Jes.54:9).

  Mit der Verheißung, dass Saat und Ernte, Sommer und Winter und Tag und Nacht nicht aufhören werden, versicherte Jewe die Menschen Seiner Obhut. Vermutlich gab es vor der Sintflut, als die Wasser noch oberhalb des Firmaments standen (1.Mose 1:6-8; 7:11), keine Jahreszeiten. Auf der neuen Erde wird es dann wieder ganz anders sein (Off.21:1,23).

 

Elohims Segen und Anweisungen

 

  »Und Elohim segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllt die Erde. Furcht vor euch und Bestürzung vor euch wird auf alles Wildgetier der Erde und auf alle Flügler der Himmel kommen, auf alles, was sich auf dem Erdboden regt, und auf alle Fische des Meeres; sie sind in eure Hand gegeben.

  Jedes sich regende, lebende Tier diene euch zur Nahrung; ebenso wie das grüne Kraut gebe Ich euch alles. Jedoch Fleisch mit seiner Seele, seinem Blut, sollt ihr nicht essen.

  Jedoch werde Ich euer Blut, eure Seelen, fordern, und zwar fordere Ich es von der Hand eines jeden Wildgetiers und von der Hand des Menschen; von der Hand eines jeden Mannes Bruder werde Ich die Seele eines Menschen fordern. Wer das Blut eines Menschen vergießt, dessen Blut soll durch einen Menschen vergossen werden, denn im Bilde Elohims machte Er den Menschen.

  Und ihr, seid fruchtbar und mehret euch, regt euch auf der Erde und mehret euch auf ihr« (1.Mose 9:1-7).

  Der Segen Elohims für Noah und seine Söhne, insbesondere für Ehe und Familie, entspricht dem für Adam und Eva (1.Mose 1:28). Das Walten des Menschen über die Tiere allerdings (1.Mose 1:28; Ps.8:7-9) ist von nun an mit Furcht und Schrecken verbunden. Die wilden Tiere haben Furcht vor den Menschen, weil wir jetzt auch Fleisch essen sollen. Bisher war uns nur das grüne Kraut und die Frucht der Bäume zur Speise angewiesen (1.Mose 1:29).

  Fleisch aber, in welchem sich noch Blut befindet, darf nicht verzehrt werden. Die Heilige Schrift sieht das Blut und die Seele im engsten Zusammenhang. Das Blut ist insofern der Träger der Seele, des Bewusstseins, als der Mensch Bewusstsein hat und lebt, solange das Blut in seinen Adern zirkuliert.

  Wer das Blut eines Menschen vergießt - man beachte: Mord ist immer Brudermord -, den zieht Elohim zur Rechenschaft. Das Blut des Mörders ist durch einen Menschen auszuschütten; er soll nicht weiterleben. Mit diesen Worten Elohims ist die staatliche Obrigkeit begründet, die durch einen beauftragten Menschen zu handeln hat. Das Leben eines jeden Menschen gehört Elohim und ist darum heilig. Ein Mörder zerstört ein Ebenbild Elohims. Mörder sind hinzurichten, aber nicht durch Erhängen oder Enthauptung oder anderswie, sondern indem man ihr Blut aus den Adern auslaufen lässt.

 

Der Bund mit Noah und aller Kreatur

 

  »Dann sprach Elohim zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Ich aber, siehe, Ich richte Meinen Bund mit euch und eurem Samen nach euch auf und mit jeder lebenden Seele, die mit euch war, den Flüglern, den Haustieren und allem Wildgetier der Erde, das mit euch war, mit allen, die aus der Arche herausgingen, mit jedem Tier der Erde. Ja, Ich richte Meinen Bund mit euch auf: Nicht wird nochmals alles Fleisch durch die Wasser der Flut ausgerottet werden, und nicht wird nochmals eine Flut die Erde verderben« (Verse 8-11).

  Dieser Bund war kein Vertrag zwischen zwei Parteien, sondern eine bindende Erklärung Elohims, die Zusage, dass Er Frieden halten und nicht Gericht üben werde, übrigens ohne Bedingungen.

  So wissen wir Menschen seitdem, dass niemals wieder eine solche Überflutung über die Erde kommen wird, und freuen uns darüber. Gott ist für uns Menschen und die gesamte Kreatur! Dies ist auch heute noch so, in der dem Apostel Paulus gegebenen heilsgeschichtlichen Verwaltung der überströmenden Gnade (Eph.3:2).

  Nach den inzwischen vergangenen mehr als vier Jahrtausenden ist die Zeit allerdings wieder reif für ein anderes Gericht, das den gegenwärtigen bösen Äon (Gal.1:4) abschließen wird (Röm.1:18-23). Die Güte Gottes, seine Tragkraft und Geduld, Sein Friedensbund mit Noah hat die Menschen nicht zur Umsinnung gebracht (Röm.2:4).

 

Das Zeichen des Bundes

 

  »Und Elohim sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich zwischen Mir und euch schließe und jeder lebenden Seele, die mit euch war, für die Generationen des Äons: Meinen Bogen gebe Ich in die Wolken, und er sei das Zeichen des Bundes zwischen Mir und der Erde. Und es wird geschehen: Wenn Ich die Erde mit Wolken bewölke und der Bogen in den Wolken gesehen wird, dann gedenke Ich Meines Bundes zwischen Mir und euch und jeder lebenden Seele allen Fleisches, dass nicht nochmals die Wasser der Flut alles Fleisch verderben. Wenn Mein Bogen im Gewölk erscheint, dann sehe Ich ihn an, um des äonischen Bundes zwischen Elohim und jeder lebenden Seele allen Fleisches auf der Erde zu gedenken. Und Elohim sprach zu Noah: Dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich aufrichte zwischen Mir und allem Fleisch auf der Erde« (Verse 12-17).

  Elohim bedarf des Zeichens nicht, um an den Bund zu denken, aber wir Menschen bedürfen des Zuspruchs, dass ER unser gedenkt, und zwar nicht nur beim Regenbogen, sondern allezeit. Wenn wir den Regenbogen sehen, mögen wir uns ganz besonders daran erinnern.

  Vor der Sintflut gab es keinen Regenbogen, weil es nicht regnete, sondern die Erde von unten her getränkt wurde (1.Mose 2:6).

  Das hebräische Wort für den Bogen ist dasselbe wie für den Kriegsbogen. Aber nicht die weggelegte Waffe, mit der Elohim die Pfeile Seines Zornes abgeschossen hatte, steht im Gewölk, sondern der Bogen Seiner in allen Farben leuchtenden Barmherzigkeit.

 

Die Söhne Noahs

 

  »Die Söhne Noahs, die aus der Arche herausgegangen waren, waren Sem, Ham und Japhet. Und Ham, er ist der Vater Kanaans. Diese drei waren die Söhne Noahs, und von diesen an wurde die ganze Erde (in Kontinente) zerteilt« (Verse 18+19).

  Sem, hebräisch SchM, punktiert ScheM, bedeutet »Name« und meint den mit dem Namen, also mit Jewe Elohim, Verbundenen. Ham, hebräisch ChM, punktiert ChaM, heißt »Erhitzter«. Japhet, hebräisch JPhT, punktiert JäPhäT, bedeutet: Er (Jewe) macht Zugang (weiten Raum). Mit diesen Namensgebungen ist Grundsätzliches über die von diesen drei Männern abstammenden menschlichen Großrassen gesagt, die Europiden, die Negriden und die Mongoliden.

  Das hebräische Wort NPhZ, punktiert NaPhaZ, hier mit »zerteilt« wiedergegeben, ist mit »zerschellen« zu übersetzen. Dies kann sich eigentlich nur auf die Zerteilung der Landmasse in Kontinente zur Zeit Pelegs beziehen (1.Mose 10:25), die hier ihren Anfang nahm.  Es ist wahrscheinlich nicht gemeint, dass von den drei Söhnen die ganze Erde getrennt oder aufgeteilt (im Sinne von bevölkert) wurde, was in 1.Mose 10:32 geschrieben steht, wo es heißt, dass sich die Nationen von diesen Söhnen über die Erde verteilten.

 

Die Verfluchung Kanaans

 

  »Und Noah, ein Mann des Erdbodens, begann und pflanzte einen Weinberg. Als er von dem Wein trank, berauschte er sich und enthüllte sich in der Mitte seines Zeltes. Und Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters und berichtete es seinen Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Japhet ein Gewand, legten es beide auf die Schulter und, rückwärts gehend, bedeckten sie so die Blöße ihres Vaters. Da ihre Angesichter abgewandt waren, sahen sie die Blöße ihres Vaters nicht.

  Als Noah aus seinem Weinrausch erwachte und erfuhr, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern werden. Weiter sprach er: Gesegnet sei Jewe, der Elohim Sems, und Kanaan werde der Knecht derer des Sem. Zugang (weiten Raum) wird Elohim dem Japhet machen, und er wird in den Zelten Sems wohnen, und Kanaan wird der Knecht derer des Japhet.

  Und Noah lebte nach der Flut 350 Jahre. Und alle Tage Noahs waren 950 Jahre, und er starb« (Verse 20-28).

  Zwar erfreut der Wein das Herz des Sterblichen (Ps. 104:15), übermäßiger Genuss aber führt zum Verlust der Selbstbeherrschung.

  Ham wird die Blöße seines Vaters nur zufällig, aber von dem alles bewirkenden Gott gefügt, gesehen haben. Sein Vergehen bestand darin, dass er es erzählte, vermutlich sich dabei ergötzend, und damit seinen Vater entehrte. Ein Auge aber, das dem Vater hohnlacht, soll von den Raben ausgehackt werden, ist in den Sprüchen 30:17 zu lesen.

  Dann gab Jewe Elohim es dem Noah, prophetisch zu sprechen. Sein Fluch traf nicht Ham, der von Elohim gesegnet worden war (1.Mose 9:1), sondern nur einen seiner Nachkommen und selbst diesen nicht persönlich, sondern das von ihm abstammende Volk der Kanaaniter, deren Verworfenheit groß wurde. Vergehen gegen den rechten Umgang mit der Sexualität erniedrigen ein Volk allemal.

  Und so geschah es dann, dass Israel, als es stark genug geworden war, den Kanaanitern Frondienste auferlegte (Richter 1:28) und die kanaanitischen Gibeoniter von Josua zu Holzfällern und Wasserträgern gemacht wurden (Jos.9:27).

  Dass Japhet in den Zelten Sems wohnen wird, mag bedeuten, dass die Japhetiten geistlichen Gewinn durch die Semiten haben werden. Vergleichsweise sei angeführt, dass die Gläubigen in Christus Jesus heute Mitteilnehmer an der Wurzel und Fettigkeit des Ölbaums Israel sind (Röm.11:17). Noah hatte mit der Formulierung »Jewe, der Elohim Sems« Sem aufs Engste mit Jewe verbunden. »In den Zelten Sems wohnen« bedeutet vielleicht auch Gemeinschaft und mithin wohl auch Vermischung und dürfte auf die Europiden hinweisen. Nach dem Ausschlussverfahren wären die Mongoliden dann als reine Japhetiten zu denken.

  Und Noah starb. Er starb im Jahr 2006 ab Adam.

 

 

Die Völkertafel und der Turmbau

(1. Mose 10 + 11)

 

  »Und dies sind die Geburtslinien der Söhne Noahs: Sem, Ham und Japhet. Ihnen wurden nach der Sintflut Söhne geboren« (1.Mose 10:1)

  Dies sind die Toledot, hebräisch TULDUT, punktiert TOLöDOT, die Linien der Abstammungen von den Söhnen Noahs.

  Die Völkertafel nennt siebzig Nachkommen der Söhne Noahs, und zwar 14 von Japhet, 30 von Ham und 26 von Sem. Man beachte, dass dies die Völker der damaligen Zeit waren, im dritten Jahrtausend v. Chr., die sich dann weiter und von denen sich dann weitere Völker über die Erde verteilten.

  Wie bereits erwähnt, bedeutet Sem, hebräisch SchM, punktiert ScheM, »Name« und meint den mit dem Namen, also mit Jewe Elohim, Verbundenen. Ham. hebräisch ChM, punktiert ChaM, heißt »Erhitzter«. Japhet, hebräisch JPhT, punktiert JäPhäT, bedeutet: Er (Jewe) macht Zugang (weiten Raum).

 

Die Söhne Japhets

 

  »Die Söhne Japhets: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Thubal, Mesek und Thiras« (Vers 2).

  Gomer dürfte in den Bereich des Schwarzen Meeres gezogen sein (Hes.38:6). Magog siedelte im Norden (Hes.38:2; 39:1,2). Die Madai sind die Meder. Jawan ist Ionien, Griechenland. Thubal und  Mesek wohnten im Norden (Hes.39:1,2).

  »Und die Söhne Gomers: Askenas, Riphat und Thogarma. Und die Söhne Jawans: Elisa und Tharsis, die Kittim und die Dodanim« (Verse 3+4).

  Askenas zog in das Gebirge Ararat (Jer.51:27). Thogarma wohnte im Norden (Hes.38:6). Die Kittim siedelten an Küsten (Hes.27:6), vermutlich Zyperns.

  »Von diesen (Söhnen Japhets) verteilten sich die Küsten der Nationen nach ihren Ländern, nach ihren Zungen, nach ihren Sippen in ihren Nationen« (Vers 5).

  Der Passus »verteilten sich die Küsten der Nationen« könnte wie folgt verstanden werden: ... verteilten sich die Grenzen der Nationen, oder besser: die Nationen in ihren Grenzen (vgl. 5.Mose 32:8).

 

Die Söhne Hams

 

  »Und die Söhne Hams: Kusch, Mizraim, Phut und Kanaan. Und die Söhne Kuschs: Seba, Hawila, Sabtha, Rama und Sabtheka. Und die Söhne Ramas: Scheba und Dedan« (Verse 6+7).

  Kusch siedelte in Nubien. Mizraim ist Ägypten. Phut ist Libyen. Kanaan ließ sich im Land Kanaan, das später dem Abraham verheißene Land, nieder. Hawila lag vermutlich in der Gegend von Äthiopien. Scheba (Saba) dürfte in Nubien oder Südwestarabien gelegen haben. Dedan wohnte in Nordwestarabien.

 

Nimrod

 

  »Und Kusch machte Nimrod geboren. Er, er begann, ein Mächtiger auf der Erde zu werden. Er, er wurde ein mächtiger Jäger angesichts Jewes. Darum sagt man: Wie Nimrod, ein mächtiger Jäger angesichts Jewes! - Die Hauptstädte seines Königreichs waren Babel, Erek, Akad und Kalne im Land Sinear. Aus diesem Land ging Assur hervor; er baute Ninive, Rechoboth-Ir, Kalach und Resen zwischen Ninive und Kalach; sie ist die große Stadt« (Verse 8-12).

  Kusch muss Nimrod nicht gezeugt haben, sondern kann auch als Großvater dazu beigetragen haben, dass Nimrod geboren wurde. Das Land Sinear ist die Ebene Babels zwischen Euphrat und Tigris. Aus diesem Land kam Assur, der ein Sohn Sems war (1.Mose 10:22).

  Nimrod - sein Name bedeutet »Empörtseiender« - ist das Urbild des Machtmenschen, des Empörers, des die anderen jagenden Menschen, gar des Antichristus, des wilden Tieres, des »Jagenden«, welches im Buch der Enthüllung Jesu Christi beschrieben wird (Off.13). Zur Befestigung seiner Macht baute er viele Städte, darunter Babel, durch die gesamte Weltgeschichte hindurch der Inbegriff für widergöttliche Sitten. Babel heißt Vermengung, Zersetzung, Verwirrung. Im Geist Nimrods haben die Menschen sodann in Babel einen Turm bauen wollen, der mit seiner Spitze bis in die Himmel reicht, um sich einen Namen zu machen (1.Mose 11:3-9).

 

Mizraim

 

  »Und Mizraim machte geboren die Ludim, die Anamin, die Lebim, die Naphtuchim, die Phathrusim und die Kasluchim, von denen die Philister und die Kaphthorim hervorgegangen sind« (Verse 13+14).

  Die Völker sind schwer bestimmbar; sie dürften in und um Ägypten gewohnt haben. Die Kaphthoriter waren die Kreter. Die Philister, eines der Seevölker, kamen über Kreta an die Küste Israels (Jer.47:4; Amos 9:7). Zwischen ihnen und Israel gab es ständig Kämpfe.

 

Die Kanaaniter

 

  »Und Kanaan machte geboren Sidon, seinen Erstling, und Heth und den Jebusiter, den Amoriter, den Girgasiter, den Heviter, den Arkiter, den Siniter, den Arwaditer, den Zemariter und den Hamathiter. Und danach zerstreuten sich die Sippen der Kanaaniter. Und die Grenze der Kanaaniter erstreckte sich von Sidon bis hin, wo du gen Gera kommst, bis Gaza, und bis hin, wo du gen Sodom, Gomorra, Adama und Zeboim kommst, bis Lesa.

  Dies sind die Söhne Hams, nach ihren Sippen, nach ihren Zungen, nach ihren Ländern, nach ihren Nationen« (Verse 15-20).

  Mit der Beschreibung der Kanaaniter ist die Darstellung der Geburtslinien Hams abgeschlossen.

  Kanaans Erstgeborener Sidon hat zweifellos die Stadt Sidon am Mittelmeer gebaut. Von den Söhnen Heths kaufte Abraham das Grab für Sara (1.Mose 23:3). Rebekka wollte auf keinen Fall, dass Jakob eine Frau von den Töchtern Heths nahm (1.Mose 27:46). Die Hethiter dürften auch in das heutige Anatolien gezogen sein und sich als Hatti bezeichnet haben. Sie wurden später von Nachkommen Sems erobert, die ihnen ihre Sprache aufdrückten und denen die weltliche Geschichtsschreibung irrtümlicherweise den Namen Hethiter gab. Die Jebusiter wohnten in Jerusalem (Richt.1:21). Die Amoriter werden im Verlauf der Geschichte Israels wiederholt erwähnt.

 

Die Söhne Sems

 

  »Und dem Sem, dem Stammvater aller Söhne Ebers und Bruder Japhets, des ältesten, auch ihm wurden Söhne geboren. Die Söhne Sems: Elam, Assur, Arpachsad, Lud und Aram. Und die Söhne Arams: Uz, Hul, Gether und Masch. Arpachsad machte Selach geboren, und Selach machte Eber geboren. Und dem Eber wurden zwei Söhne geboren: der Name des einen war Peleg, denn in seinen Tagen wurde die Erde geteilt, und der Name seines Bruders war Joktan« (Verse 21-25).

  Die Elamiter wohnten östlich von Babel im heutigen Iran; ihre Hauptstadt war Susa. Assur war der Vorfahr der Assyrer. Lud war der Stammvater der Lydier im westlichen Kleinasien. Aram war der Stammvater der Aramäer, der Syrer. Ihre Hauptstadt war Damaskus. Isaak nahm Rebekka, die Tochter Bethuels, des Aramäers, die Schwester Labans, zur Frau (1.Mose 25:20; 5.Mose 26:5).

  Die Septuaginta schiebt zwischen Arpachsad und Selach den Kainan ein, von dem weder der masoretische noch der samaritanische Text noch die Parallelstellen in 1.Chronik 1:18+24 schreiben. Der in Lukas 3:36 erwähnte Kainan ist vermutlich früh gestorben, sodass die Heilslinie durch seinen Bruder Selach fortgeführt wurde.

 

Eber

 

  Sem, Arpachsad, Selach, Eber. Vom Namen dieses Mannes, hebräisch OBR, punktiert EBhäR, übersetzt »Der des Jenseits«, auch »Hinübergehender«, kommt der Begriff »Hebräer«. Eber war ein Vorfahr Abrahams und Jesu. Vom Eber her nennt man die Israeliten auch Hebräer. Sie waren von jenseits des Euphrats über den Fluss hinübergegangen (Jos.24:2). Ebers Name sagt uns aber auch, dass der Mensch nach dem Jenseitigen, nach Gott, trachten soll. Auch Eber überlieferte die Tontafeln des Wortes Gottes und damit die Ursprache Hebräisch.

  Jewe wird mehrmals der Elohim der OBRIIM, punktiert IBhRiJIM, genannt (2.Mose 3:18; 5:3). Abraham wurde als Hebräer bezeichnet (1.Mose 14:13). Der Prophet Jona nannte sich einen OBRI, punktiert IBhRI (Jona 1:9).  Paulus war ein Hebräer aus Hebräern (Phil.3:5). Jesus sprach vor Damaskus hebräisch zu Saul (Ap.26:14), und Paulus sprach hebräisch zu den Juden in Jerusalem (Ap.21:40).

  Eber war nicht nur seines Namens wegen ein Prophet, sondern auch insofern, als er seinem Sohn den Namen Peleg gab und damit weissagte, was alsbald geschehen würde.

 

Peleg

 

  In den Tagen Pelegs, hebräisch PLG, punktiert PäLäG, übersetzt »Abgeteilter«, wurde die Erde geteilt; der Urkontinent wurde im Lauf der Jahrhunderte nach der Sintflut in verschiedene Kontinente abgeteilt.

 

Abschluss der Geburtslinien der Söhne Noahs

 

  »Joktan (der Bruder Pelegs) machte geboren Almodad, Seleph, Hazarmaweth, Jerach, Hadoram, Usal, Dikla, Obal, Abimael, Seba, Ophir, Hawila und Jobab. All diese waren die Söhne Joktans. Ihr Wohnsitz erstreckte sich von Mescha aus bis dort, wo du gen Sephar kommst, dem Bergland des Ostens.

  Dies sind die Söhne Sems nach ihren Sippen, nach ihren Zungen, nach ihren Ländern und nach ihren Nationen.

  Dies sind die Sippen der Söhne Noahs nach ihren Geburtslinien, nach ihren Nationen. Und von diesen trennten sich die Nationen nach der Sintflut auf der Erde« (Verse 26-32).

  Die Nachkommen der Söhne Noahs werden auch in 1.Chronik 1:5-28 aufgeführt.

 

Der Turmbau zu Babel

 

  Die Familien Noahs wohnten zunächst im Bereich des Ararat und dann im persischen Hochland (1.Mose 11:2). Von dort zogen sie in das Zweistromland Sinear, wo Nimrod die Stadt Babel baute (1.Mose 10:10). Alle Menschen sprachen noch die Ursprache Hebräisch. Die Landmasse der Erde war noch nicht in Kontinente abgeteilt, sodass die Menschen sich auf dem gesamten Urkontinent zerstreuen konnten. Mithin fand der Turmbau zu Babel in der Zeit der ersten fünf Generationen nach der Sintflut statt, die sich im Jahr 1656 ab Adam ereignet hatte. Die fünf Generationen sind: Sem, Arpachsad, Selach, Eber, Peleg. Zur Abrundung des zeitlichen Rahmens seien die nächsten fünf Generationen bis Abraham genannt, der von 1965 bis 1790 v. Chr. lebte: Regu, Serug, Nachor, Terach, Abraham.

  Der Turmbau darf mit Nimrod, einem Enkel Hams (1.Mose 10:8,9) - die Geburtslinie ist: Ham - Kusch - Nimrod -, in Verbindung gebracht werden, nicht nur, dass seine Geisteshaltung - Nimrod bedeutet übersetzt: Empörtseiender -, der Geist der Überhebung, die Menschen ansteckte, sondern dass er persönlich die Anregung gab.

  Der Bericht über den Turmbau zu Babel steht in 1.Mose 11:1-9 geschrieben und lautet:

  »Damals war es so, dass die ganze Erde eine Sprache und einheitliche Worte hatte. Und es geschah, dass sie bei ihrem Wegziehen vom Osten eine Talebene im Land Sinear fanden und dort wohnten.

  Und sie sprachen, jedermann zu seinem Nächsten: Wohlan! Wir wollen Ziegel streichen und sie zu Hartbrandziegeln brennen. Und der Ziegel wurde ihnen zum Stein, und das Erdpech wurde ihnen zum Mörtel. Und sie sprachen: Wohlan! Wir wollen uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze in den Himmeln ist. So wollen wir uns einen Namen machen, damit wir nicht auf dem Angesicht der ganzen Erde zerstreut werden.

  Und Jewe stieg hinab, um die Stadt anzusehen und den Turm, die die Menschensöhne bauten. Und Jewe sprach: Ja, ein Volk sind sie, und eine Sprache ist ihnen allen eigen, und nun begannen sie, dies zu tun. Nun kann nichts mehr sie daran hindern, alles, was sie planen, zu tun. Wohlan! Wir wollen hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, sodass jedermann die Sprache seines Nächsten nicht mehr versteht.

  Und Jewe zerstreute sie dort über das Angesicht der ganzen Erde, und sie ließen ab, die Stadt zu bauen. Darum nannte einer ihren Namen Babel, denn dort verwirrte Jewe die Sprache der ganzen Erde, und von dort zerstreute Jewe sie über das Angesicht der ganzen Erde« (1.Mose 11:1-9).

  Es gibt nur einen Namen, der zu ehren ist: Jewe Elohim! (vgl. Ap.4:12). Aber das Fleisch will sich selbst einen Namen machen, sich selbst Ruhm und Macht verschaffen. Wir Menschen - wir sind die Größten! - Welch ein Irrtum! Welch eine Kränkung Gottes! Und wir, die wir im zweiten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends n. Chr. leben, wissen genau, dass uns Menschen nichts mehr unmöglich sein wird, wenn wir die Welteinheitsregierung, eine Weltsprache und die Welteinheitsreligion haben. Das vereinigte technische Wissen wird Höchstleistungen vollbringen, und die Konzentration der Macht wird das gesamte gesellschaftliche Leben auf eine einheitliche Linie zwingen.

  Nach Elohims Gebot sollten die Menschen die gesamte Erde bevölkern (1.Mose 9:1). Aber sie wollten zusammenbleiben, etwa nach dem  Motto: Gemeinsam sind wir stark!

  Babel ist der Inbegriff des menschlichen Stolzes, des Hochmuts und der Rebellion gegen Gott. Babel - der Name bedeutet Verwirrung, Vermengung, Zersetzung. Diese Stadt wird die Welthauptstadt der Endzeit sein (Off.14:8; 16:19; 17:5,18; 18:2,10,21).

  Und sie begannen den Turm zu bauen. Nach den Ausgrabungen war eine Seite des quadratischen Grundrisses etwa 91,5 m lang. Der Turm wuchs zu einer so gewaltigen Höhe an, dass Jewe eigens aus den Himmeln hinabsteigen musste, um das winzige Bauwerk überhaupt zu Gesicht zu bekommen. (Ich denke, wir haben Sinn für diesen Humor.) Angesichts dieser Größenverhältnisse können wir mit Psalm 2:4 sprechen: »Der in den Himmeln wohnt, verlacht ihr Tun.«

  Jewe sagte: »Wir wollen hinabsteigen.« Mithin handelten der Vater und der Sohn gemeinsam; El war durch Seinen Geist in Elohim; Gott war in Christus (2.Kor.5:19). Sie verwirrten die Sprache der Menschen und zerstreuten sie über die ganze Erde. »Er zerstreut Stolze in der Denkart ihres Herzens« (Luk.1:51). Und in Psalm 33:10 steht geschrieben: »Jewe vereitelt den Ratschluss der Nationen; Er verwehrt den Völkern das Ersinnen und macht den Rat der Oberen zunichte.«

  Wir wissen nicht, ob Noah, der noch 350 Jahre nach der Flut lebte (1.Mose 9:28), dies noch erlebte.

  Gott erreichte Sein Ziel gegen den Willen der Menschen. Die Zerstreuung darf als ein Gericht verstanden werden und war dennoch ein Segen, weil sie die Machtkonzentration der Weltdiktatur bis jetzt aufhielt.

  Übrigens lassen sich viele Wörter auch europäischer Sprachen von der hebräischen Ursprache herleiten.

 

Die Geburtslinie von Sem bis Aram

 

  »Dies sind die Geburtslinien Sems: Als Sem 100 Jahre alt war, machte er Arpachsad geboren, zwei Jahre nach der Flut. Und nachdem er Arpachsad geboren gemacht hatte, lebte Sem 500 Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (1.Mose 11:10,11).

  Im Unterschied zu der Aufzählung der Nachkommen Sems in Kapitel zehn wird hier die Heilslinie dargestellt, die über Abraham zu Jesus Christus hin führt.

  »Und Arpachsad lebte 135 (Sept. und Sam.; Heb.35) Jahre und machte Schelach geboren. Und Arpachsad lebte, nachdem er Schelach geboren gemacht hatte, 403 Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 12+13).

  (Sept. = nach der Septuaginta; Sam. = nach dem samaritanischen Pentateuch; Heb. = nach dem hebräischen (masoretischen) Text.)

  »Und Schelach lebte 130 (Sept. und Sam.; Heb. 30) Jahre und machte Eber geboren. Und Schelach lebte, nachdem er Eber geboren gemacht hatte, 330 (Sept., Heb. 403) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 14+15).

  »Und Eber lebte 134 (Sept. und Sam.; Heb. 34) Jahre und machte Peleg geboren. Und Eber lebte, nachdem er Peleg geboren gemacht hatte, 270 (Sept.; Heb. 430) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 16+17).

  »Und Peleg lebte 130 (Sept. und Sam.; Heb. 30) Jahre und machte Regu geboren. Und Peleg lebte, nachdem er Regu geboren gemacht hatte, 209 Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 18+19).

  »Und Regu lebte 132 (Sept. und Sam.; Heb. 32) Jahre und machte Serug geboren. Und Regu lebte, nachdem er Serug geboren gemacht hatte, 207 Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 20+21).

  »Und Serug lebte 130 (Sept. und Sam.; Heb. 30) Jahre und machte Nahor geboren. Und Serug lebte, nachdem er Nahor geboren gemacht hatte, 200 Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 22+23).

  »Und Nahor lebte 79 (Sep. und Sam.; Heb. 29) Jahre und machte Terach geboren. Und Nahor lebte, nachdem er Terach geboren gemacht hatte, 129 (Sept.; Heb. 119) Jahre und machte Söhne und Töchter geboren« (Verse 24+25).

  »Und Terach lebte 70 Jahre und machte Abram, Nahor und Haran geboren« (Vers 26).

  Die Septuaginta fügt in den Versen 12 und 13 zwischen Arpachsad und Schelach noch einen Kainan ein. Siehe dazu das zu 1.Mose 10:24 Gesagte.

  Eber und Peleg wurden bereits im Zusammenhang mit Kapitel zehn, Vers 25, näher beschrieben.

 

Kleine Chronologie

 

ca. 4.623 v. Chr.                     Jahr 0 ab Adam                                  Erschaffung Adams

ca. 2.967                                 1.656 a A                                           Sintflut

ca. 3.567-2.617                      1.056-2.006 a A                                 Noah

ca. 2.566-2.227                      2.057-2.396 a A                                 Peleg

ca. 1965-1.790                       2.658-2.833 a A                                 Abraham

 

  Die Differenz zum hebräischen Text beträgt 650 Jahre aufgrund der Angaben zu den Geburten von Schelach bis Terach. Dabei ließ ich mich von 5.Mose 19:15 leiten, wonach eine Sache auf Aussage des Mundes zweier oder dreier Zeugen bestehen soll, in diesem Fall aufgrund zweier Textzeugen.

 

Die Geburtslinien Terachs

 

  »Dies sind die Geburtslinien Teachs. Terach machte Abram, Nahor und Haran geboren. Haran machte Lot geboren. Haran starb angesichts seines Vaters im Land seiner Verwandtschaft, in Ur der Chaldäer. Und Abram und Nahor nahmen sich Frauen; der Name der Frau Abrams war Sarai, und der Name der Frau Nahors war Milka, die Tochter Harans, des Vaters der Milka und des Vaters der Jiska. Sarai aber war unfruchtbar, kein Geborenes war ihr.

  Und Terach nahm seinen Sohn Abram und Lot, seines Sohnes Sohn, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und sie zogen allesamt aus Ur der Chaldäer aus, um in das Land Kanaan zu gehen. Und sie kamen bis Haran und wohnten dort. Und die Tage Terachs waren 205 Jahre. Und Terach starb in Haran« (Verse 27-32).

  Terach starb im Jahr 1890 v. Chr., als Abram 75 Jahre alt war und aus Haran auszog (1.Mose 12:4).

  Die Schilderung der Verwandtschaftsverhältnisse legt den Grund für die Erkenntnis, dass Israel nicht nur väterlicherseits von Abraham abstammt, sondern auch seine Frau (1.Mose 20:12), die Frau Isaaks (Rebekka) und die Frauen Jakobs (Lea und Rahel) von Terach, einem Träger der Segenslinie, abstammen.

  Terach stammte aus dem nordwestlichen Teil von Aram Naharajim (Mesopotamien), auch Padan Aram genannt (1.Mose 24:4,10) (dort lag auch die Stadt Haran), und war in den Süden nach Ur gezogen. Dort diente er Götzen (Jos.24:2). Wenn es auch nur ein Teilaspekt ist: Es war notwendig, dass Terach wieder unter den Einfluss seiner Verwandtschaft kam und Abram aus dem Gebiet des intensiven sumerischen Götzendienstes herausgeführt wurde.

  So zog Terach mit seiner Sippe nach Haran im Norden. Den Anlass erfahren wir aus dem Mund des Stephanus: »Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte, und sagte zu ihm: Zieh aus deinem Land hinaus und aus deiner Verwandtschaft und komme herzu in das Land, das Ich dir zeigen werde. Da zog er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran« (Ap.7:2-4).

  Mit Abram wird Gott etwas Neues beginnen, nämlich eine neue heilsgeschichtliche Verwaltung (Haushaltung, Verfahrensordnung) heraufführen, die von großen Verheißungen gekennzeichnet ist.

 

 

Abram, der Gesegnete

(1.Mose 12+13)

 

  Wir wenden uns der Geschichte Abrahams zu, dem Vater aller Glaubenden (Röm.4:11,12,16). Der Apostel Paulus schrieb: »Was sagt denn die Schrift? Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. ... Doch nicht allein um seinetwillen wurde es geschrieben, dass es ihm angerechnet wird, sondern auch um unsertwillen, denen es künftig angerechnet werden soll, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, aus den Toten auferweckt hat, Ihn, der um unserer Kränkungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt wurde« (Röm.4:3,23-25).

  Das uns, die Gemeinde, die Christi Körper ist (Eph.1:22,23), in der gegenwärtigen, dem Paulus gegebenen heilsgeschichtlichen Verwaltung (Eph.3:2) angehende Evangelium der Rechtfertigung allein durch Glauben knüpft mithin an Abraham an.

  Abraham glaubte Jewe Elohim. Sein Glaube, seine Treue im Glauben, sein Gehorsam im Glauben, brachte ihn in das verheißene Land (1.Mose 12:4). Seine Demut im Glauben ließ ihn Lot die erste Wahl treffen (1.Mose 13:8). Und sein Glaube wuchs. In der Vollkommenheit seines Glaubens war er bereit, seinen Sohn Isaak darzubringen (1.Mose 22:2).

 

Abrams Berufung

 

  »Und Jewe sprach zu Abram: Gehe du aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in das Land, das Ich dir zeigen werde. Und Ich mache dich zu einer großen Nation, und Ich werde dich segnen und deinen Namen  groß machen, und werde du zum Segen. Und Ich will segnen, die dich segnen, und den verdammen, der dich verflucht, und gesegnet werden in dir alle Sippen des Erdbodens« (1.Mose 12:1-3).

  Mit diesen Worten berief Jewe den Abram. Stets ist Gott der alles Voranführende, alles Bewirkende (Eph.1:11) und alles Werdenmachende. Zuerst spricht Er, und dann erst glaubt der Mensch und handelt dementsprechend. Gott und niemand anders schreibt die Heilsgeschichte!

  Dabei ruft Gott immer heraus, sei es aus der Welt in die Gemeinde Christi hinein, aus sündhaften Bindungen in die Freiheit eines Glaubenden oder auch aus dem einen Land in ein anderes. Abram sollte alles verlassen, was einem Menschen Rückhalt gibt: das Land, die Verwandtschaft und das väterliche Haus. Das war Glaube, das war Vertrauen dem Sprechenden gegenüber, das war Treue gegenüber Jewe. Der Glaubende verlässt sich nicht mehr auf das bisher Gewohnte und auf sich selbst, sondern begibt sich in die Abhängigkeit von Gott. »Kommt aus ihrer (der Welt) Mitte heraus und sondert euch ab, sagt der Herr« (2.Kor.6:17). Nur von der Welt Abgesonderte können segensreich in die Welt hineinwirken.

  Der Name Abram bedeutet »Hoher Vater«.

  Zum zweiten Mal sprach Jewe zu Abram. Schon in Ur hatte Er ihn angewiesen auszuziehen (Ap.7:2-4). Vielleicht war das hohe Alter seines Vaters Terach der Grund, dass Abram zunächst in Haran wohnen blieb (1.Mose 11:31,32). Nach dem Tod seines Vaters war Abram frei weiterzuziehen. Abram sollte in ein Land ziehen, das Jewe ihm zeigen würde. In Hebräer 11:8 steht hierzu geschrieben: »Durch Glauben hat Abraham gehorcht, als er berufen wurde, an den Ort auszuziehen, den er zukünftig zum Losteil erhalten sollte; und er zog aus, obwohl er nicht Bescheid wusste, wohin er kommen würde.«

  Die Verheißungen, die Abram empfing, waren ein gewaltiger und herrlicher Segen. Jewe wird etwas völlig Neues schaffen, und zwar einen Mann zu einer großen Nation und diese Nation zu einem Segen für alle Familien des Erdbodens machen; ausgenommen sind allerdings die, welche den Abram und seine Nachkommen und damit den berufenden Gott verfluchen.

  Die Berufung Abrams brachte seine Auserwählung ans Licht. Jewe hatte den von Ihm Auserwählten berufen. Auserwählung geschieht zum Zweck des Dienstes an anderen. Abram und sein Same waren für einen segensreichen Dienst an allen Völkern erwählt. Durch Abram und durch die Nation Israel, die von ihm abstammt, soll der Menschheit das Heil gebracht werden, letztlich selbstverständlich aber durch Jesus Christus, dem Samen Abrams. Paulus schreibt: »Nun sind die Verheißungen aber dem Abraham und seinem Samen angesagt worden. Es heißt nicht: und den Samen (als von vielen), sondern: und deinem Samen (als von dem Einen), welcher Christus ist« (Gal.3:16).

  Und wenn die Heilsgeschichte auch mit Adam anfing, insofern sie ohne seine Sünde nicht denkbar ist, und wenn auch Abel und Noah Männer des Glaubens waren und die Heilsgeschichte im Grunde noch viel früher anfing, nämlich als Gott in Christus Jesus, unserem Herrn, den Vorsatz für den Ablauf der Äonen fasste (Eph.3:11), so darf dennoch gesagt werden, dass die Heilsgeschichte im engeren Sinn mit Abram begann. Hören wir den Apostel Paulus dazu: »Da die Schrift aber voraussah, dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigt, verkündigte sie schon vorher dem Abraham als Evangelium: In dir sollen alle Nationen gesegnet werden. Daher werden die aus Glauben mit dem gläubigen Abraham gesegnet. ... (Und Christus wurde zum Träger des Fluchs), damit der Segen Abrahams in Jesus Christus unter die Nationen gebracht werde, sodass wir die Verheißung des Geistes (den verheißenen Geist Gottes) durch den Glauben erhalten mögen« (Gal.3:8,9,14).

  Sieben Segensverheißungen wurden dem Abram zuteil. Die erste haben wir vernommen: »Ich mache dich zu einer großen Nation, und Ich werde dich segnen. ... Und werde du ein Segen. ... Und gesegnet werden in dir alle Sippen des Erdbodens.« Die neue heilsgeschichtliche Verwaltung (Haushaltung, Verfahrensordnung innerhalb eines bestimmten Zeitraums), die mit Abram begann, darf mithin als die Verwaltung der Verheißung bezeichnet werden.

 

Abram ging

 

  »Und Abram ging, wie Jewe zu ihm gesagt hatte, und Lot ging mit ihm. Abram war 75 Jahre alt, als er von Haran auszog. Und Abram nahm seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders, mit all ihrem Hab und Gut, das ihnen zuteil geworden war, und alle Seelen, die sie in Haran erworben hatten. Und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan« (Verse 4+5).

  Und Abram ging. Er gehorchte im Glauben. Nicht umsonst wurde er »Freund Gottes« genannt (Jak.2:23) und »Der Mich (Jewe) Liebende« (Jes.41:8, 2.Chron.20:7).

  Lot ging mit ihm. Der war zwar nicht berufen; da Abram aber kein Kind hatte, mochte es ihm damals sinnvoll erscheinen, Lot, den Sohn seines noch in Ur verstorbenen Bruders Haran, als eventuellen Erben mitzunehmen (1.Mose 11:27,28). Bei der Frage nach der Größe des Glaubens Abrams ist zu bedenken, dass ihm zwar verheißen war, dass er zu einer großen Nation werde, aber noch nicht, dass dies durch einen eigenen Sohn geschehen sollte (vgl. 1.Mose 15:2).

  Abram war 75 Jahre alt, als er im Jahr 1890 v. Chr. auszog. Er lebte von 1965 bis 1790 v. Chr. Er war nicht der Erstgeborene Terachs, sondern wird in 1.Mose 11:26 gewiss deshalb zuerst genannt, weil die Heilslinie über ihn verläuft. Das dort angegebenen Zeugungsalter seines Vaters bezieht sich nur auf den Erstgeborenen.

 

Die zweite Verheißung für Abram

 

  »Und Abram durchzog das Land bis zu dem Ort Sichem, bis zum Götterbaum (im Hain) Moreh. Damals waren die Kanaaniter im Land. Und Jewe erschien dem Abram und sprach: Deinem Samen gebe Ich dieses Land. - Und er baute dort Jewe, der ihm erschienen war, einen Altar. Vor dort brach er auf zu den Bergen im Osten von Beth-El und schlug dort sein Zelt auf, Beth-El im Westen und Ai im Osten. Und er baute dort Jewe einen Altar und rief den Namen Jewes an. Dann brach er auf, um weiter und weiterzuziehen zum Südland Negev hin« (Verse 6-9).

  Die schlichte Mitteilung, dass damals die Kanaaniter in dem Land wohnten, ist von großer Brisanz: Sie waren die Nachkommen des von Noah verfluchten Kanaan, des Sohnes Hams (1.Mose 9:25). Der sittliche Tiefstand der Kanaaniter war allgemein bekannt. In der Stadt Sichem befanden sich ihre wichtigsten Kultstätten. Abram gelangte bis in die Nähe des Götzen geweihten Hains Moreh.

  Und Jewe erschien dem Abram. Jewe offenbarte Sich ihm mitten in einem götzendienerischen Land. Mitten im Machtbereich der Finsternis leuchtete das Licht des Sich offenbarenden Gottes auf und wurde Ihm der Lobpreis von einem wahrhaft glaubenden Menschen zuteil.

  Da man Jewe nicht sehen und am Leben bleiben kann (2.Mose 33:20), war es ein Bote, ein Engel, der dem Abram als Repräsentant Jewes erschienen war und zu ihm gesprochen hatte (Heb.2:2).

  Abram glaubte Jewe, dass seine Nachkommen dieses Land besitzen werden, und pries Ihn dafür, indem er einen Altar baute und den Namen Jewes huldigend anrief. Zwischen Beth-El und Ai baute er kurz darauf einen zweiten Altar und rief Jewe bei seinem Namen an. Jewe, hebräisch JEUE, heißt »Wird-sein-seiend-war« oder ausführlicher: Ich werde da sein, bei dir, wie Ich immer da bin, bei dir, und immer da war. Vergleiche 2.Mose 3:14: »Ich werde für sie da sein, so wie Ich jetzt für sie da bin« und Offenbarung 1:4: »... der da ist und der da war und der da kommt.«

 

Abram in Ägypten

 

  »Nun entstand eine Hungersnot im Land, und Abram zog hinab nach Ägypten, um dort zu weilen, denn die Hungersnot lag schwer auf dem Land. Und es geschah, als er Ägypten näher kam, dass er zu seiner Frau Sarai sprach: Siehe, ich weiß doch, dass du eine Frau von schönem Aussehen bist. Und daher wird es geschehen, wenn die ägyptischen Männer dich sehen und sagen: Seine Frau ist sie!, dass sie mich umbringen und dich am Leben lassen. Sag doch, du seist meine Schwester, damit es mir wohl ergehe deinetwegen und meine Seele deinetwegen lebe« (Verse 10-13).

  Dies waren die Realitäten: Hungersnot und die Gefahr der Ermordung wegen der Frau ! Sollte man dem Abram für sein Handeln in diesen beiden Fällen einen schwachen Glauben unterstellen?

  Selbstverständlich hätte Jewe den Abram, seine Angehörigen und sein Vieh auch in Kanaan durch die Notzeit hindurchbringen können, da Er alles vermag, aber Er hatte dies dem Abram nicht versprochen, noch hatte Er ihn angewiesen, im Land zu bleiben. Abram hatte keine Weisung, sodass er frei war, das zu tun, was er als seine Pflicht ansehen musste. Wer nicht für seine Angehörigen sorgt, ist ein arger Mensch (1.Tim.5:8).

  Und was seine Frau betrifft: Selbstverständlich könnte Jewe einen erschlagenen Abram wieder zum Leben erwecken. Aber eine Verheißung, dass Jewe dies tun würde, hatte er nicht. Im Übrigen hatte Abram sein für Ägypten beabsichtigtes Verhalten bereits bei seinem Auszug aus Haran mit Sarai abgesprochen (1.Mose 20:13) und tat viele Jahre später in Gerar wieder genau dasselbe, zumal Jewe ihn dafür nicht gerügt hatte (1.Mose 20).

  Sarai war tatsächlich Abrams Schwester, und zwar die Tochter seines Vaters, aber nicht seiner Mutter (1.Mose 20:12). Dieser Sachverhalt eröffnete es ihm, bei der Wahrheit zu bleiben, wenn er auch nicht alles sagte. Möge nur derjenige unter uns heute dem Abram Vertuschung des Wesentlichen vorwerfen, der bereit ist, mit einer mit vielen Euro-Scheinen prall gefüllten, offenen und für jedermann sichtbaren Geldbörse abends durch die Straßen einer Großstadt zu gehen!

  Wohl sollen sich die Gläubigen allein auf Gott verlassen, sie sind aber ständig gezwungen, hier und jetzt zu entscheiden, ob sie dies (dies kann auch nichts sein) oder jenes tun. Und wie auch immer, auch Abram wird - im Bangen, dass seine Frau alles unbeschadet überstehen möge - seine Entscheidung im Aufblick zu Jewe, im vollen Vertrauen auf Seine gute Führung, getroffen haben.

  Siehe aber meine Ausführungen zu 1.Mose 20:12, wo es heißt, dass »die Elohim« (hier: böse Geister) Abraham »irreführten«.

  »Und es geschah: Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter die Frau und dass sie überaus schön war. Auch die Obersten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao; da wurde die Frau in das Haus des Pharao genommen. Und dem Abram tat er ihretwegen wohl, und ihm wurden Kleinvieh und Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele zuteil.

  Aber Jewe plagte den Pharao und sein Haus mit großen Plagen wegen der Sache mit Sarai, der Frau Abrams. Da ließ der Pharao den Abram rufen und sprach: Was ist dies, das du mir angetan hast? Warum berichtetest du mir nicht, dass sie deine Frau ist? Warum sprachst du: Meine Schwester ist sie!, sodass ich sie mir zur Frau nahm? Und nun, siehe! Nimm deine Frau und gehe! Und der Pharao entbot Männer für ihn, und sie geleiteten ihn und seine Frau und alles, was sein war« (Verse 14-20).

  Es ist anzunehmen, dass Sarai zunächst im Harem des Pharao durch monatelange Schönheitspflege für den Pharao vorbereitet werden sollte (vgl. Esther 2:3,9,12).

  Dem Abram drohte der Verlust seiner Frau. Aber Jewe schuf die Lösung dieser problematischen Situation. Er griff ein - um Seiner Verheißungen an Abram und Seines Heilsvorsatzes willen.

  Die Wahrsager und Zauberer wie auch das ganze Haus des Pharao mussten alsbald bemerkt haben, dass die Plagen mit Sarai zusammenhingen und einem mächtigeren Geist als den von ihnen hofierten Geistern zuzuschreiben waren.

  Nach der für Abram beschämenden und demütigenden Rüge des Pharao ließ dieser ihn mit all seinem Reichtum ziehen und sorgte durch den Geleitschutz zugleich dafür, dass Abram das Land wirklich verließ.

Zurück in Kanaan

 

  »Und Abram zog hinauf aus Ägypten, er und seine Frau und alles, was sein war, nach dem Südland Negev; und Lot war mit ihm. Abram war überaus reich an Vieh, an Silber und Gold. Und er ging mit all seinen Zuggruppen vom Südland Negev bis Beth-El, zu dem Ort, wo sein Zelt zu Beginn gestanden hatte, zwischen Beth-El und Ai, zu der Stätte des Altars, den er dort zu Anfang errichtet hatte. Und Abram rief dort den Namen Jewes an.

  Auch Lot, der mit Abram ging, besaß Kleinvieh, Rinder und Zelte. Doch das Land ernährte sie als gemeinsam Wohnende nicht, weil ihre Güter so zahlreich geworden waren, dass sie nicht zusammen wohnen konnten. Und so kam Hader zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh auf. Und der Kanaaniter und der Peresiter wohnten damals im Land« (1.Mose 13:1-7).

  Jewe hatte Abram und Sarai mit reichem Gewinn aus Ägypten gerettet, und Lot ebenfalls. Wieder verherrlichte Abram Jewe, indem er Seinen heiligen Namen huldigend anrief. Von Lot, der Anteil an dem materiellen Segen Jewes hatte, der auf Abram ruhte, wird dies nicht berichtet.

  Da die Einwohner des Landes die besten Weidegründe besaßen und Abram und Lot sich mit dem übrigen Gelände begnügen mussten, wurde das Land für sie beide zu eng. Wie würde Abram im Glauben an die Worte Jewes mit diesem durch den Reichtum entstandenen Problem umgehen?

 

Die Trennung von Lot

 

  »Da sprach Abram zu Lot: Lass nicht Hader zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten sein, denn Mannhafte, ja Brüder sind wir. Ist nicht das ganze Land vor deinem Angesicht? Trenne dich doch von mir! Wenn du zur Linken willst, will ich nach rechts gehen, und wenn du zur Rechten willst, so gehe ich nach links. Da erhob Lot seine Augen und sah den ganzen Umkreis des Jordan und dass er überall gut bewässert war - bevor Jewe Sodom und Gomorra verderbte -, wie der Garten Jewes, wie das Land Ägypten, dort, wo du gen Zoar kommst. Da erwählte sich Lot den ganzen Umkreis des Jordan; und Lot ging nach Osten. Und sie trennten sich, ein jeder von seinem Bruder. Abram wohnte im Land Kanaan, und Lot wohnte in den Städten des Umkreises (des Jordan) und zeltete bis gegen Sodom. Aber die Männer von Sodom waren überaus böse und sündig vor Jewe« (1.Mose 13:8-13).

  Abram glaubte, Abram vertraute Jewe, dass Er seiner gedenken und ihm zur Genüge geben werde. Wer Jewe als Anker der Seele hat, muss nicht auf seinen Vorrechten bestehen, die Abram Lot gegenüber ja eindeutig hatte, sondern kann in Demut dem anderen den Vortritt lassen. Lots Wahl war unehrerbietig seinem Onkel gegenüber und durch und durch selbstsüchtig; Selbstsucht aber ist ein Zeichen des Unglaubens oder auf jeden Fall eines unreifen Glaubens. Abrams Glaube aber war gewachsen - nicht zuletzt durch seine Erfahrungen in Ägypten -, sodass er Lot die Wahl überlassen und auf das bessere Weideland verzichten konnte.

  Die Trennung zwischen Abram und Lot war nicht nur aus äußeren Gründen nötig, sondern aufgrund ihrer unterschiedlichen geistlichen Verfassung nun auch fällig. Je treuer der Glaubende Gott gegenüber ist, desto deutlicher ist er von dem Geist der Welt geschieden - mit oftmals praktischen Konsequenzen.

 

Die dritte Verheißung für Abram

 

  »Da sprach Jewe zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: Erhebe doch deine Augen und sieh von der Stätte, wo du stehst, nach Norden und gen das Südland Negev und nach Osten und zum Meer hin, denn das ganze Land, das du siehst - dir werde Ich es geben und deinem Samen bis zum Äon. Und Ich mache deinen Samen wie den Staub der Erde; wenn jemand den Staub der Erde zählen könnte, könnte auch dein Same gezählt werden. Mache dich auf, wandle durch das Land seiner Länge und Breite nach, denn dir werde Ich es geben. - Und Abram zeltete und kam und wohnte bei den Götterbäumen von Mamre, die bei Hebron waren. Und er baute dort Jewe einen Altar« (Verse 14-18).

  Nachdem Abram sich in der Sache mit Lot erniedrigt hatte, erhob Jewe ihn und bestätigte ihm die in 1.Mose 12:7 ausgesprochene Verheißung: »Deinem Samen werde Ich dieses Land geben.« »Wer sich erniedrigt, wird erhöht werden« (Luk.14:11). Lot hatte sich sein Land selbst genommen, Abram aber wartete auf Jewes Handeln - der Glaube ist stets erwartungsvoll. Jewe wird ihm das Land geben. Nur Gottes Gaben sind ein Segen.

  Über die Landzusage hinaus verhieß Jewe dem Abram, dass seine Nachkommen so zahlreich wie die Erdkrumen, ja unzählbar sein werden; und sie werden das ganze Land Kanaan besitzen, und zwar »bis zum Äon« (Vers 15), bis zu dem Äon des tausendjährigen Königreichs Israels. (Im letzen Äon, auf der neuen Erde, wird Israel nicht in Kanaan, sondern im neuen Jerusalem wohnen; Off.21:1,2). Das verheißene Gebiet wird übrigens in 1.Mose 15:18 bis zum Strom Ägyptens und bis zum Euphrat erweitert.

  Das Land in allen Richtungen zu durchwandern, wie dem Abram geboten, war wohl eine prophetische Geste der Inbesitznahme.

  Dann nahm Abram im Hain Mamre bei Hebron (etwa 40 km südlich von Jerusalem) seinen festen Wohnsitz. Hier baute er den dritten Altar für Jewe.

  Nebenbei sei angemerkt, dass der Götterbaum zur Gattung der Bitterholzgewächse gehört und manche Art bis zu 40 m hoch wird.

  Abram zeltete. Ein Zelt steht für Vorübergehendes und ist keinesfalls ein festes Haus. Dies ist nicht ohne Bedeutung, wie wir in Hebräer 11:9,10 lesen: »Durch Glauben verweilte er im Land der Verheißung als einem fremden und wohnte in Zelten. ... Denn er wartete auf die Stadt, die Grundfesten hat, deren Künstler und Baumeister Gott ist.« (Letztlich wartete er auf die überhimmlische Stadt; Heb.11:16).

 

 

»Zähle die Sterne!«

(1.Mose 14+15)

 

  »Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Regenten von Sinear, Ariochs, des Regenten von Ellasar, Kedorlaomers, des Regenten von Elam, und Tidals, des Regenten von Gojim: Sie führten Krieg gegen Bera, den Regenten von Sodom, gegen Birscha, den Regenten von Gomorra, gegen Schinab, den Regenten von Adama, und Schemeber, den Regenten von Zeborjim, und gegen den Regenten von Bela, das ist Zoar. Alle diese waren Verbündete in der Tiefebene von Siddim, das ist das Salzmeer. Zwölf Jahre lang hatten sie Kedorlaomer gedient, aber im dreizehnten Jahr empörten sie sich. (Deshalb) kamen im vierzehnten Jahr Kedorlaomer und die Regenten, die mit ihm (verbündet) waren« (1.Mose 14:1-5 a).

  Zur Zeit Abrams (1965-1790 v. Chr.) beherrschten die Elamiter große Teile des Nahen Ostens. Elam lag östlich von Babel; die Hauptstadt war Susa; ihr Regent war Kedorlaomer. Die anderen drei in Vers eins genannten Regenten waren seine Vasallen. Sinear war das Gebiet um Babel. Ellasar lag vermutlich im Süden des späteren Assur, Gojim war eine Stadt in Kanaan. Der Herrschaftsbereich der Elamiter reichte bis zu den in Vers zwei genannten fünf Stadtstaaten in der Jordansenke, mit Vers drei gesagt, in der Tiefebene des Salzmeers, die erst in der Zeit zwischen Abram und Mose vom Toten Meer eingenommen wurde. Diese Fünf erhoben sich gegen Kedorlaomer.

  »(Deshalb) kamen im 14. Jahr Kedorlaomers und die Regenten, die mit ihm (verbündet) waren. Und sie schlugen die Rephaiter zu Aschterot-Karnaim, die Susiter zu Ham, die Emiter zu Schawe-Kirjathaim und den Horiter in seinem Gebirge Seir bis El-Paran, das gegenüber der Wildnis ist. Dann kehrten sie um und kamen nach En-Mischpat (es ist Kadesch) und schlugen alles Gefild des Amalekiters und auch noch den Amoriter, der in Hazezon-Tamar wohnt.

  Und dann zogen aus der Regent von Sodom und der Regent Gomorras, der Regent von Adma, der Regent Zebojims und der Regent von Bela (es ist Zoar). Sie ordneten sich zur Schlacht gegen sie in der Tiefebene von Siddim, gegen Kedorlaomer, den Regenten Elams, Tidal, den Regenten von Gojim, Amraphel, den Regenten von Sinear, und Arioch, den Regenten von Ellasar; vier Regenten gegen die fünf. Die Tiefebene von Siddim aber war voller Gruben an Gruben mit Erdpech, und als der Regent von Sodom und der von Gomorra flohen, fielen welche dort hinein; die Verbliebenen aber flohen in das Gebirge. Da nahmen sie (die Sieger) alles Gut von Sodom und Gomorra und all ihre Speise und gingen weg. Sie nahmen auch Lot, den Sohn des Bruders Abrams, und sein Hab und Gut mit und gingen weg; er wohnte in Sodom« (1.Mose 14:5-12).

  Nachdem die Elamiter unter Kedorlaomer eine Reihe von Völkern des Ostjordanlandes bis hin nach El-Paran (das ist heute Eilat am Golf von Akaba) besiegt hatten, kehrten sie um und schlugen die Amalekiter, die damals südlich und südwestlich des Toten Meeres wohnten, und die Amoriter, die in Kanaan siedelten. Danach erst kam es zum Kampf gegen die fünf abgefallenen Stadtstaaten im Bereich des Toten Meers. Ihre List, die Elamiter und ihre Verbündeten in die Erdpechgruben zu drängen, war vergeblich; sie wurden besiegt, und manche fielen bei der Flucht selbst in diese Teertümpel. Die Sieger nahmen alles bewegliche Gut mit, auch Lot samt all seinen Leuten und Habseligkeiten. Lot war inzwischen gesellschaftlich aufgestiegen und wohnte nicht mehr in Zelten, sondern in der Stadt Sodom.

 

Abram besiegte die Regenten und befreite Lot

 

  »Da kam ein Entronnener und berichtete Abram, dem Hebräer. Der wohnte bei den Götterbäumen Mamres, des Amoriters, des Bruders Eschkols und des Bruders Aners; sie waren Eigner eines Bundes mit Abram. Als Abram hörte, dass sein Bruder (Lot) gefangengenommen war, ließ er seine bewährten Männer ausrücken, 318 in seinem Haus Geborene, und verfolgte sie bis Dan. Und des Nachts verteilte er sich gegen sie, er und seine Knechte. Er schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. Alles Gut brachte er zurück, dazu auch seinen Bruder Lot und dessen Hab und Gut und auch die Frauen und das Volk.

  Und als er (Abram) zurückkehrte, nachdem er Kedorlaomer und die mit jenem verbündeten Regenten geschlagen hatte, da zog der Regent Sodoms aus zur Tiefebene Schawe - sie ist die Tiefebene des Regenten -, um ihm zu begegnen« (Verse 13-17).

  Zum ersten Mal in der Bibel lesen wir das Wort »Hebräer«. Dieser Begriff ist eine Kennzeichnung, ja Auszeichnung Abrams. »Hebräer«, hebräisch OBRI, punktiert IBRI, bedeutet »dem Eber (hebr. OBR, punktiert EBäR) zugehörig« und »Jenseitiger« oder »dem Jenseits zugehörig«, weil Abram einerseits von jenseits des Euphrats kam und andererseits der jenseitigen Welt angehörte; er trachtete nach der überhimmlischen Stadt (Heb.11:10,16).

  Hier lag der entscheidende Unterschied zwischen Abram und Lot. Lot hatte sich der Welt angepasst - das war ihm jetzt zum Fluch geworden, da er mit der Welt gefangen weggeführt wurde -, während Abram aufgrund seiner Geisteshaltung, seiner Glaubenstreue und

 -bindung an Jewe aus dem gegenwärtigen bösen Äon (Gal.1:4) herausgenommen war. Abram hielt sich an Gott, und Gott hielt zu ihm. Gläubige sind Fremdlinge in dieser Welt. »Wisst ihr nicht, dass die Freundschaft dieser Welt Feindschaft Gott gegenüber bedeutet?« (Jak.4:4).

  Als Abram notgedrungen in den Krieg zog, hatte er ganz andere Motive als die Machthaber dieser Welt; er hatte Erbarmen mit seinem Neffen Lot. Zu jener Zeit waren die Heere nicht allzu groß; vermutlich standen dem Abram nur etwa tausend Mann entgegen. - Und Jewe schenkte Abram den Sieg.

 

Die Begegnung mit Melchisedek

 

  »Da brachte Melchisedek, der Regent von Salem, Brot und Wein heraus. Er war Priester für El, den Allerhöchsten. Und er segnete ihn und sprach:

                        Gesegnet sei Abram für El, den Allerhöchsten,

                        dem Eigner der Himmel und der Erde.

                        Und gesegnet sei El, der Allerhöchste, der

                        deine Gegner deiner Hand ausgeliefert hat.

  Und Abram gab ihm ein Zehntel von allem

(zurückgebrachten Gut)« (Verse 18-20).

  Ein überraschendes Ereignis! Und von größter prophetischer Tragweite! Es gibt außer Abram noch jemanden, der Jewe verherrlicht! Und dieser Priesterkönig Melchisedek ist das Vorbild für den Hohenpriester Jesus Christus!

  Hebräer 6:20 und 7:1-4+11+21 erläutert uns dies: »Jesus ist ... nach der Ordnung Melchisedeks Hoherpriester für den Äon geworden. Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten, der Abraham entgegenkam, als er von dem Gefecht mit den Königen zurückkehrte, und ihn segnete, dem auch Abraham von aller Beute den Zehnten zuteilte, dessen Name zuerst mit »König der Gerechtigkeit« übersetzt werden kann, darauf aber auch mit »König von Salem«, was »König des Friedens« bedeutet, im Bericht vaterlos, mutterlos, ohne Geschlechtsregister, der dort weder einen Anfang seiner Tage noch einen Abschluss seines Lebens hat und daher mit dem Sohn Gottes verglichen wird, indem er Priesters bis zur Durchführung bleibt. Schaut nun, wie erhaben dieser ist, dem sogar Abraham, der Urvater, den Zehnten von der besten Beute gab. ... Wenn es nun eine Vollendung durch das levitische Priestertum gäbe ..., warum wäre es dann noch nötig, dass ein Priester anderer Art, nämlich nach der Ordnung Melchisedeks, auftrete? ... Er (Jesus) wurde Priester mit einem Eidschwur durch den, der zu Ihm sagt: Der Herr hat geschworen, und Er wird es nicht bereuen: Du bist Priester für den Äon nach der Ordnung Melchisedeks (Ps.110:4).«

  Salem (das heißt auch: Vollkommenes) ist ein anderer Name für Jerusalem (Ps.76:3). Brot und Wein dürfen wir als Ehrengaben für Abram verstehen, die Leben und Freude ausdrücken sollen.

  Melchisedek nannte Gott, aus dem und durch den und zu dem hin das All ist (Röm.11:36), El (hebräisch AL, punktiert EL) und fügte »Eljon« (hebräisch OLIUN, punktiert ÄLJON) hinzu, was »der Allerhöchste« oder »der Oberste« heißt.

  Ein Zehntel der besten Beute dem Priester Melchisedek zu geben bedeutet, dem El Eljon allen Dank und alle Ehre zu geben.

 

Nicht einen Sandalenriemen!

 

  »Und der Regent von Sodom sprach zu Abram: Gib mir die Seelen, die Güter aber nimm für dich! - Doch Abram sprach zu dem Regenten Sodoms: Ich erhebe meine Hand zum Schwur zu Jewe, zu El, dem Allerhöchsten, dem Eigner der Himmel und der Erde: Wehe, wenn ich von allem, was dein ist, auch nur einen Faden oder einen Sandalenriemen nehmen sollte! - Damit du nicht sagst: Ich, ich habe Abram reich gemacht. Nichts für mich! Nur was die Knappen gegessen haben und den Anteil der Männer, die mit mir gegangen sind, Aner, Eschkol und Mamre: sie, sie sollen ihren Anteil nehmen« (Verse 21-24).

  Zwar könnte der Sieger alles für sich behalten, auch die Menschen, aber dennoch war die Bitte des Regenten von Sodom um seine Untertanen verständlich, gründete sich doch seine Herrschaft auf sie. Das wiedergewonnene Gut und die Kriegsbeute aber wollte er Abram überlassen. Abram wäre dadurch noch reicher geworden, zugleich aber auch dem Sodomiter wegen dessen Großzügigkeit zu Gunsterweisungen verpflichtet gewesen.

  Entscheidend aber war Abrams Glaube. Er wusste, dass Jewe für ihn sorgen würde. Der Regent von Sodom sollte diese Ehre nicht erlangen. Und gerade hatte Melchisedek ihm gesagt, dass Jewe ihm den Sieg gegeben hatte. Wie könnte mithin Abram die Ehre und den Lohn dafür einstecken?

  Ganz anders verhielt es sich bei den drei mit Abram verbündeten amoritischen Männern. Sie hatten keinen Glauben und würden es deshalb überhaupt nicht verstehen können, wenn sie keinen Anteil an der Beute bekämen.

 

Abrams Rechtfertigung

 

  »Nach diesen Dingen geschah das Wort Jewes zu Abram in einer Vision. Er sprach: Fürchte dich nicht, Abram, Ich bin dein Schutz und dein überaus großer Lohn. - Da sprach Abram: Jewe, mein Herr, was willst Du mir geben, da ich doch kinderlos dahingehe? Und der Sohn der Versorgung meines Hauses - der wird Elieser von Damaskus. Und Abram sprach weiter: Ja, Du gabst mir keinen Samen; und siehe, der Sohn meines Hauses nimmt es rechtmäßig von mir in Besitz. -

  Doch siehe! Das Wort Jewes geschah zu ihm. Er sprach: Nicht wird dieser deinen Besitz übernehmen, sondern der, der aus deinen Eingeweiden hervorgeht, er, er wird deinen Besitz übernehmen. - Und Er bedeutete ihm, nach draußen zu gehen, und sprach: Blicke doch gen die Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! - Und Er sprach zu ihm: So wird dein Same werden! - Und er glaubte Jewe, und Er rechnete es ihm zur Rechtfertigung an« (1.Mose 15:1-6).

  Nicht die den Elamitern abgerungene Beute war der Lohn Abrams, sondern Jewe Selbst, der Eigner der Himmel und der Erde. Das war ein gewaltiger Zuspruch! Aber noch trug Abram ein ungelöstes Problem auf der Seele. Was sollte werden, solange der verheißene Same nicht da ist? Jewe hatte zu ihm gesagt: »Deinem Samen gebe Ich dieses Land« (1.Mose 12:7). Immer noch war er kinderlos, und Elieser, der Verwalter seiner Güter, würde der Erbe werden.

  Anlässlich dieser aufgrund der Zusage des Lohnes bei Abram wieder neu aufgebrochenen Frage offenbarte Jewe Sich ihm ein weiteres Mal. Er verhieß ihm einen eigenen Sohn, ja mehr noch: seine Nachkommenschaft wird so zahlreich wie die Sterne der Himmel werden; oder auch: so werden wie die Sterne der Himmel wurden; das heißt: Jewe wird sie erschaffen. - Dies war die vierte Segensverheißung Jewes an Abram.

  Und Abram glaubte Jewe, und Er rechnete es ihm zur Rechtfertigung an. Man könnte auch übersetzen: Er glaubte dem in Jewe (Verbürgten). »Wider alle Erwartung glaubte er in Erwartung, dass er Vater vieler Nationen werde gemäß der Versicherung: So zahlreich wird dein Same sein« (Röm.4:18).

  Glaube ist stets die Antwort des Menschen auf ein Offenbarungswort Gottes. Glauben heißt sich völlig an den Verheißenden binden, sich ganz und gar auf Ihn verlassen. »Bei Gott ist kein Ding unmöglich« (Luk.1:37). Gott ist der Schöpfer, Er ist der das Leben Erschaffende.

  Und Abram glaubte Jewe. Da erklärte Er ihn für gerecht aufgrund des Glaubens (den Jewe in ihm geweckt hatte; vgl. Eph.4:8; Phil.1:29).

  Das herrliche Wort »Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet« wird von dem Apostel Paulus zweimal als Grundlage des ihm enthüllten Evangeliums angeführt (Röm.4:3; Gal.3:6). Überwältigend ist diese Wahrheit, dass der Mensch allein durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke (Röm.3:28). Dies ist das uns heute angehende Glaubensgut. Welch ein herrliches Evangelium ist dieses!

  So sind wir Gläubigen in Christus Jesus heute allesamt Söhne Gottes allein durch den Glauben an Christus Jesus (Gal.3:26), der für uns starb und auferweckt wurde.

 

Jewes Bund mit Abram

 

  Weiter sprach Er zu ihm: »Ich bin Jewe, der dich aus Ur der Chaldäer herausgebracht hat, um dir dieses Land zu geben, dass du es einnimmst. Er aber sprach: Jewe, mein Herr, woran erkenne ich, dass ich es einnehmen werde? Da sprach Er zu ihm: Nimm Mir ein dreijähriges Kuhkalb, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine eben flügge Taube. - So nahm er all diese für Ihn, zweiteilte sie in der Mitte und legte jedes Teil seinem Gegenstück gegenüber; aber das Gevögel zweiteilte er nicht. Da stießen die Raubvögel auf die Aase herab, doch Abram vertrieb sie« (1.Mose 15:7-11).

  Heute schließt man einen Bund, damals schnitt man ihn, indem man nach der Aushandlung des Vertrags Tiere in der Mitte zerteilte, sie mit ihrer Schnittfläche der anderen Hälfte gegenüberlegte und dann gemeinsam mitten durch sie hindurchging, was besagte, dass es dem den Bund Brechenden ebenso ergehen möge wie diesen Tieren.

  »Woran erkenne ich es?« Jewe hatte Verständnis für diese Frage. Er nahm Rücksicht auf den Reifegrad Abrams. Eines Tages wird sein Glaube so gewachsen sein, dass er auch ohne ein Erkennungszeichen völlige Gewissheit hat.

  Zunächst ordnete Jewe die Vorbereitungen für den Bundesschluss an, der die rechtmäßige Inbesitznahme des Landes Kanaan durch den Samen Abrams zum Inhalt hatte. An seiner bindenden Wirkung sollte Abram erkennen, dass er es einnehmen wird. Wie wir noch sehen werden, ging Abram aber gar nicht durch die Tiere hindurch; es war also gar kein Bund zwischen zwei Parteien, sondern eine ganz und gar einseitige Handlung Jewes, es war ein reines Gelöbnis Jewes; nichts hatte Abram beizutragen.

  Die Raubvögel, unreine Tiere, stehen symbolisch für böse Geister; sie sind Feinde dieses Bundes.

 

Die 400 Jahre währende Demütigung des Samens Abrams

 

  Abram sollte noch mehr erkennen, nämlich wie es seinen Nachkommen zunächst ergehen wird und wann sie das Land einnehmen werden.

  »Und es geschah, als die Sonne unterging, dass eine Betäubung auf Abram fiel, und siehe, Grauen und große Verfinsterung fiel auf ihn. Und Er sprach zu Abram: Erkenne, ja erkenne, dass dein Same ein Fremdling in einem Land werden wird, das nicht das ihre ist; und sie werden ihnen dienen, und man wird sie 400 Jahre lang demütigen. Doch werde Ich die Nation, der sie dienen, auch richten, und danach werden sie mit großem Gut ausziehen. Du aber, du wirst in Frieden zu deinen Vätern eingehen, wirst in gutem, grauhaarigem Alter begraben werden. Und die vierte Generation wird hierher zurückkehren, denn die Vergehungen der Amoriter sind bis jetzt noch nicht auf das Vollmaß gelangt« (1.Mose 15:12-16).

  Nicht alsbald wird der Same Abrams das Land einnehmen, und dies erst nach Zeiten des Grauens und der Finsternis.

  Wie berechnen sich die 400 Jahre der Demütigung? Die Demütigung des Samens Abrams begann, als Isaak entwöhnt wurde und Ismael sich über ihn lustig machte (oder: über ihn lachte) (1.Mose 21:8,9). Dies ereignete sich 400 Jahre vor dem Auszug aus Ägypten, welcher im Jahr 1460 v. Chr. stattfand, also im Jahr 1860 v. Chr., als Abram (1965-1790 v. Chr.) 105 und Isaak 5 Jahre alt war. Von diesen 400 Jahren sprach auch Stephanus in seiner Verteidigungsrede vor dem Synedrium (Ap.7:6).

  Übrigens ist das Jahr des Auszugs aus Ägypten - 1460 v. Chr. - das 430. Jahr nach dem Auszug des 75-jährigen Abram aus Haran, seinem Kommen nach Kanaan und dem Empfang der ersten Verheißungen im Jahr 1890 v. Chr. (1.Mose 12:2-4,7; 2.Mose 12:40; Gal.3:17). Der Auszug aus Ägypten erfolgte im 215. Jahr nach dem Zug Jakobs nach Ägypten, den er im Jahr 1675 v. Chr. antrat.

  Jewe sagte Abram, dass erst die vierte Generation nach Kanaan zurückkehren werde. Da die für die Rückkehr bedeutendste Person Mose war, darf man sicherlich den Stammbaum des Mose heranziehen (4.Mose 26:58,59). Mose selbst kam nicht in das Land Kanaan hinein, zählt somit zur dritten Generation. Die nach ihm ist die vierte. Die zweite Generation wird von Amram und seiner Frau Jochebed gestellt, also den Eltern des Mose, die erste Generation mithin von Kehat, der vermutlich noch in Kanaan geboren wurde und der Vater des Amram und ein Sohn Levis und ein Enkel Jakobs war. Da Jochebed eine Tochter Levis war, mag man auch Levi zur ersten Generation zählen.

  Beachten wir auch Vers 16, wonach die Vergehungen der Amoriter noch nicht zum Höhepunkt gekommen waren. Jewe hatte mithin Geduld mit ihnen und ließ ihnen Zeit zur Umsinnung (2.Pet.3:9). Da sie ihr Verhalten nicht änderten, reiften sie in ihrem Reichtum dem Gericht Jewes entgegen; der Same Abrams dagegen reifte in Demütigungen, in Sklaverei und Elend dem Segen entgegen.

  Mögen alle Mächte der Finsternis sich gegen Israel stellen - es wird das Land einnehmen.

Jewe schnitt den Bund

 

  »Und es geschah, als die Sonne untergegangen und die Nachtschwärze gekommen war, siehe, da ging ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel zwischen diesen Abgetrennten (Stücken der Tiere) hindurch. An jenem Tag schnitt Jewe mit Abram einen Bund und sprach: Deinem Samen gebe Ich dieses Land, vom Strom Ägyptens bis zu dem großen Strom, dem Strom Euphrat, den Keniter, den Kenasiter, den Kadmoniter, den Hethiter, den Perisiter, die Rephaim, den Amoriter, den Kanaaniter, den Girgasiter und den Jebusiter« (Verse 17-21).

  Die Bundesschließenden gingen seinerzeit mit Fackeln zwischen den Tierhälften hindurch.

  Jewe zeigte aber auch generell Seine Anwesenheit durch Feuer und Rauch an (2.Mose 3:2; 13:21; 19:18).

  Hier nun ging Jewe durch die zweigeteilten Tiere hindurch; man beachte: nur Er! Damit war der Bund geschlossen, der, wie bereits gesagt, eine einseitige Verpflichtung Jewes und mithin ein Gelöbnis war. Dies war die fünfte Segensverheißung Jewes an Abram.

  Das Gebiet zwischen dem Nil - nicht dem Bach Ägyptens, dem Wadi el-Arisch - und dem Euphrat wird Israel bewohnen, und zwar die Gläubigen (Röm.9:32; Heb.4:2), die am Herzen Beschnittenen (Röm.2:28,29), die Kinder der Verheißung (Röm.9:8), die Gnadenauswahl (Röm.11:5,7).

  Der Bund Jewes mit Abram gab dem Volk Israel wiederholt Zuversicht in Drangsalen. So wurde ihnen in der babylonischen Gefangenschaft das folgende, damals bereits erfüllte Wort zum Zuspruch: »Ich bin Jewe, dein Elohim, der dich aus dem Land Ägypten herausgebracht hat« (2.Mose 20:2). Und so wird ihnen der Bund mit Abram auch in der Endzeit wieder Zuversicht und Durchhaltekraft geben, nicht den Antichristus anzubeten, sondern auf Jesus, den wahren Messias, zu warten.

 

 

»Ich bin El, der Allgenugsame«

(1. Mose 16+17)

 

Sarai und Hagar

 

  »Sarai, die Frau Abrams, hatte ihm nicht geboren. Doch sie hatte eine Magd, eine Ägypterin, und ihr Name war Hagar. Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, Jewe hat mich verschlossen, Kinder zu gebären. Gehe doch zu meiner Magd ein, vielleicht werde ich durch sie erbaut. Und Abram hörte auf die Stimme Sarais. Da nahm Sarai, die Frau Abrams, Hagar, die Ägypterin, am Ende der zehn Jahre, die Abram im Land Kanaan gewohnt hat, und gab sie dem Abram, ihrem Mann, zur Frau für ihn.

  Und er ging zu ihr ein, und sie wurde schwanger. Als sie sah, dass sie schwanger war, da wurde ihre Herrin gering geachtet in ihren Augen. Da sprach Sarai zu Abram: Die Schuld des an mir begangenen Unrechts liegt auf dir! Ich, ich gab meine Magd in deinen Schoß, und nun, da sie sah, dass sie schwanger wurde, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Jewe richte zwischen mir und dir! - Abram antwortete der Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand, verfahre mit ihr, wie es gut ist in deinen Augen. - Und Sarai demütigte sie, und sie entwich, weg von ihrem Angesicht« (1.Mose 176:1-6).

  Abram war 85, Sarai 75 Jahre alt. Einen Sohn für Abram wird sie nach menschlichem Ermessen nicht mehr gebären können. Deshalb meinten sie eine Lösung finden zu müssen.

  Die geschilderten Handlungen entsprachen alle dem Recht und den Gebräuchen jener Zeit. Alle Rechte am Kind einer Leibmagd fielen der Herrin zu. Das Kind würde als Kind der Herrin gelten. Es war aber auch möglich, dass Abram Hagar als seine Frau und die Mutter seines Sohnes in den Stand einer Freien erhob; dann wäre sie keine Sklavin mehr und der Sarai nicht mehr untergeordnet.

  Die Haltung der schwangeren Hagar, die wahrscheinlich eine Freie zu werden hoffte, sowie die Reaktion der Sarai waren nur allzu menschlich. Immerhin bat Sarai den Abram um das Urteil Jewes und demütigte Hagar, die ihre Sklavin bleiben sollte, erst nachdem Abram ihr freie Hand gegeben hatte.

  Wie ist diese Sache vom Standpunkt des Glaubens her zu bewerten?

  Sie hatten zwar den Glauben, dass Abram Samen haben werde, aber keine Geduld und keine Vollgewissheit in der Erwartung, sonst hätten sie nicht zur Selbsthilfe gegriffen. Da Jewe bisher nichts darüber gesagt hatte, von welcher Frau Abram ein Kind haben würde, musste die Mutter - so folgerten sie - nicht unbedingt Sarai sein.

  Nach der Verfehlung Hagars, ihre Herrin gering zu achten, forderte diese ihr Recht bei Abram ein und verwies dann Hagar durch Demütigungen auf ihren Platz. Und Hagar entwich. Dass sie floh, war nicht rechtens; sie hätte sich unterordnen müssen.

  Wie deutlich sagt doch Galater 4:23: »Der Sohn der Magd ist dem Fleisch nach gezeugt worden«, also nicht im Glauben. Zwar lösten Abram und Sarai damit ein Problem - oder meinten es zu lösen -, Handlungen ohne Glauben aber bringen nur weitere Probleme und Konflikte hervor - zwischen den Nachkommen Isaaks und denen Ismaels gar bis heute. Doch das Erbarmen Gottes ist größer, denn auch dem nach dem Fleisch gezeugten Sohn werden Verheißungen gegeben. Gottes Gedanken sind allzumal höher und Seine Wege erhabener (Jes.55:9).

 

Hagar in der Wildnis

 

  »Und der Bote Jewes fand sie an einer Wasserquelle in der Wildnis, an der Quelle am Weg nach Schur. Er sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du und wohin gehst du? - Sie antwortete: Ich entwich, weg von dem Angesicht Sarais, meiner Herrin. - Da sprach der Bote Jewes zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück und demütige dich unter ihre Hand. - Weiter sagte ihr der Bote Jewes: Mehren, ja mehren werde Ich deinen Samen, sodass er vor Menge nicht gezählt werden kann. - Und abermals sprach der Bote Jewes zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären. Du sollst seinen Namen Ismael (das heißt: »Es hört El«) nennen, denn Jewe hat deine Demütigung gehört. Und er, er wird ein Mensch wie ein Wildesel sein, seine Hand wird gegen alle und die Hand aller gegen ihn sein, und wider das Angesicht seiner Brüder wird er wohnen.

  Da rief sie den Namen Jewes an, der zu ihr gesprochen hatte: Du bist ein El des Sehens (im Sinne von: der (mich) sieht), denn sie sprach: Sah ich hier hinter dem mich Sehenden her? - Darum nennt man den Brunnen: Brunnen Lachai-Roi (zu deutsch: des Lebendigen, der sieht). Siehe, er ist zwischen Kadesch und Bered.

  Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn. Und Abram nannte den Namen seines Sohnes, den Hagar geboren hatte, Ismael. Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram Ismael gebar« (1.Mose 16:7-16).

  86 Jahre alt war Abram, aber er sollte 99 Jahre alt werden, bis Jewe wieder zu ihm sprach. Dem Fleisch nach hatte er gehandelt - und Jewe schwieg 13 Jahre lang.

  Hagar hatte sich auf den Weg nach ihrem Heimatland begeben. Schur ist die Wildnis zwischen Kanaan und Ägypten. Ein Bote, ein Engel (hebr. MLAK, punktiert MaLAK, das heißt Beauftragter) Jewes sprach sie an. Der Bote sprach nicht seine eigenen, sondern die Worte Jewes, sodass es richtig ist zu sagen, dass Jewe sprach.

  Hagar lernte aus der Namensgebung für ihren Sohn, dass El hört und auch ihre Not hört. Und sie wurde sich dessen inne, dass Jewe sie sah, dass Er, indem Er sie ansah, auf sie achtete und über sie wachte.

  Der Name Ismael darf auch als ein Zuspruch für die Ismaeliten angesehen werden, weil El auch die Nöte dieser wie Wildesel ungestümen Männer hören wird.

  Hagar kehrte mit gesegneten Erfahrungen zurück. Der Segen, der auf Abram lag, dass er Vater vieler Nationen werde (1.Mose 17:4), sollte auch sie und ihre Nachkommen einschließen, wenn sie auch nicht der Verheißungslinie angehören.

 

Der mit der Verheißung der Vaterschaft von vielen Nationen verknüpfte Beschneidungsbund

 

  Einen weiteren Bund schloss Jewe mit Abram: den mit der Verheißung der Vaterschaft von vielen Nationen verknüpften Beschneidungsbund. Der Bund, der zum Inhalt hatte, dass Abram zum Vater einer Schar von Nationen wird, wurde durch die Änderung der Namen Abrams und Sarais bekräftigt und hatte die Beschneidung zum Zeichen.

 

El, der Allgenugsame

 

  »Als Abram 99 Jahre alt war, da erschien Jewe dem Abram und sprach zu ihm: Ich bin El, der Allgenugsame; wandle vor Meinem Angesicht und sei makellos« (1.Mose 17:1).

  Jetzt, da die erstorbenen Leiber des 99-jährigen Abram und der 89-jährigen Sarai keinen Sohn mehr bekommen konnten, stellte Jewe Sich ihm als der El, das heißt der unumschränkte Verfüger und der Sich alles Unterordnende, vor, der der Allgenugsame ist und jedem zur vollen Genüge gibt. Dies ist die Lektion, die alle lernen müssen: Nichts ist  aus uns - alles ist Gabe Gottes, alles ist Gnade. Jewe ist der El-Schaddaj, hebr.AL SchDI, punktiert El SchaDaJ. Das Wort SchaD leitet sich von der Mutterbrust ab (hebr. SchaD, an welcher der Säugling die volle Genüge (hebr. DaJ) findet und jeglicher Bedarf gestillt wird.

  Vor dem Angesicht Jewes soll Abram sich allezeit wissen, dann wird er makellos wandeln. Jewe vor Augen wird man nicht sündigen.

  Mögen wir bedenken, dass Abrams Glaube zu einem gewissen Stillstand gekommen war, weil er in Ismael den Erben sah und somit keine weitere Erwartung hatte. El, der Allgenugsame, will ihm aber mehr geben und seinen Glauben wieder anfachen. Abram sollte lernen, dass El alles vermag - ohne menschliche Unterstützung.

 

Das sechste Segenswort Jewes für Abram

 

  Jewe sprach weiter:

  »Ich will Meinen Bund zwischen Mir und dir geben und will dich überaus, ja überaus vermehren. - Da fiel Abram auf sein Angesicht, und Elohim sprach mit ihm: Ich bin's! Siehe, Mein Bund ist mit dir: Du wirst zum Vater einer Schar von Nationen. Daher soll dein Name nicht noch weiterhin Abram genannt werden, sondern dein Name soll Abraham sein, denn Ich setze dich zum Vater einer Schar von Nationen. Und Ich mache dich überaus, ja überaus fruchtbar, und Ich mache dich zu Nationen, und Regenten werden aus dir hervorgehen. Und Ich werde Meinen Bund zwischen Mir und dir und deinem Samen nach dir aufrichten, für ihre Generationen, als einen äonischen Bund, um zum Elohim für dich und deinen Samen nach dir zu werden. Und Ich gebe dir und deinem Samen nach dir das Land deines Verweilens, das ganze Land Kanaan, als Besitz für den Äon, und Ich werde ihnen zum Elohim« (1.Mose 17:2-8).

  Abram bedeutet »Hoher Vater«, Abraham »Vater einer hohen Schar« oder: »Vaterhaupt einer Schar.« Jeder, der Abraham von nun an mit seinem neuen Namen ansprach, erinnerte damit an die Verheißung, dass er der Vater einer Schar von Nationen werden wird.

  Elohim ist der Sohn, der zu El hin Wirkende; El wohnt durch Seinen Geist in Elohim (vgl. 2.Kor.5:19).

  In dem zukünftigen Äon, dem des tausendjährigen Königreichs, wird Israel das Land unangefochten besitzen.

  Jewe will ihr Elohim sein, sie also an Sich binden und getreu für sie sorgen. Mehrmals sagt die Schrift, dass Er ihnen ein einiges Herz und einen neuen Geist gibt, damit sie in Seinen Satzungen und Rechtssprüchen wandeln und sie somit Ihm zum Volk und Er ihnen zum Elohim wird (Jer.31:33; Hes.11:19,20; Sach.8:8; Heb.8:10).

  Elohim sagte: »Ich will«. Eigentlich würde es das Volk Israel gar nicht geben, aber Elohim wollte. Israel passt nicht in die Welt, ebenso wie die gegenwärtige Gemeinde, die Christi Körper ist (Eph.1:22,23). Aber Gott schuf sie. Diejenigen, die Gottes Offenbarungen und Gottes Geist haben, sind von anderer Art als die Welt. Die Welt kann sie nicht begreifen, sie bleiben ihr ein Rätsel (vgl. 1.Kor.1:18,21; 2:14).

 

Die Beschneidung, das Bundeszeichen

 

  »Und Elohim sprach zu Abraham: Du sollst Meinen Bund bewahren, du und dein Same nach dir, für ihre Generationen. Dies ist Mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen Mir und euch und deinem Samen nach dir: Jeder Männliche soll beschnitten werden, und abtun sollt ihr das Fleisch eurer Vorhaut. Und dies wird zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und euch. Jeder Männliche soll beschnitten werden, wenn er acht Tage alt ist, für ihre Generationen, der im Haus Geborene und jeder mit Silber erworbene Sohn eines Fremdlings, der nicht aus deinem Samen ist. Beschnitten, ja beschnitten werden soll der in deinem Haus Geborene und der mit deinem Silber Erworbene. Und Mein Bund bezüglich eures Fleisches ist ein äonischer Bund. Aber ein vorhauthabender Männlicher, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten ist, dessen Seele soll aus ihrem Volk abgeschnitten werden, denn sie hat Meinen Bund gebrochen« (1.Mose 17:9-14).

  Das Abschneiden des Stückchens Fleisch sollte Abraham und seine Nachfahren lehren, im Wandel vor dem Angesicht Jewe Elohims vom Fleisch völlig abzusehen und die gesamte fleischliche, also selbstbezogene Gesinnung abzulegen. Geistgemäß sollen sie wandeln, im Glauben, und nicht fleischgemäß. Unser Herr Jesus Christus sagte: »Der Geist ist's, der lebendig macht; das Fleisch nützt dabei überhaupt nichts« (Joh.6:63). Und Paulus schrieb: »Nicht der ist Jude, der es sichtbar ist; noch ist das Beschneidung, was sichtbar am Fleisch geschieht; sondern der ist Jude, der es innerlich, im Verborgenen ist; und Beschneidung des Herzens ist im Geist, nicht in Buchstaben; dem wird Lobpreis zuteil, zwar nicht von Menschen, sondern von Gott« (Röm.2:28,29). Und welch eine herrliche Verheißung für Israel durfte Mose doch aussprechen: »Jewe, dein Elohim, wird dein Herz und das Herz deines Samens beschneiden, sodass du Jewe, deinen Elohim, liebst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, damit du lebst« (5.Mose 30:6).

 

Einen Sohn von Sara

 

  »Weiter sprach Elohim zu Abraham: Sarai, deine Frau, sollst du nicht mehr Sarai mit Namen nennen, denn Sara ist ihr Name. Und Ich segne sie; überdies gebe Ich dir von ihr einen Sohn, und Ich segne sie. Sie wird zu Nationen, Regenten von Völkern werden aus ihr. - Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Kann einem Hundertjährigen geboren werden, und sollte die 90 Jahre alte Sara gebären? - Und Abraham sprach zu Elohim: O dass doch Ismael vor Deinem Angesicht leben möge!« (1.Mose 17:15-18).

  Sarai bedeutet »Meine Fürstin«, Sara »Fürstin«; sie war nun nicht länger nur Abrahams Fürstin, sondern die vieler.

  Diesem neuen Namen entsprechend empfing Abraham jetzt die unvorstellbare Verheißung, dass er einen Sohn von ihr, Sara, seiner Frau, bekommen werde. Das war allerdings doch zu viel für Abraham, sodass er lachen musste. Und so sollte auch der Name seines Sohnes lauten: Isaak, hebräisch IZChQ, punktiert JiZChaQ, das heißt »Er lacht«.

  Wohl stand Abraham im Glauben Jewe gegenüber; aber - wie es bei den Menschen so ist - wenn ein Gotteswort über die bisherigen Erfahrungen hinausgeht, schwächelt der Glaube. Dann aber half Jewe dem Abraham auf, wie wir in Römer 4:19-22 lesen: »Nicht schwach werdend im Glauben, bedachte er seinen ungefähr hundertjährigen schon abgestorbenen Körper und die Erstorbenheit des Mutterleibes der Sara. Aber an der Verheißung Gottes zweifelte er nicht durch Unglauben, sondern wurde im Glauben gekräftigt, Gott Verherrlichung gebend und vollgewiss, dass Er das, was Er verheißen hat, auch zu tun imstande ist. Darum wird es ihm auch zur Gerechtigkeit angerechnet.«

  Im Übrigen sah Abraham Ismael immer noch als seinen verheißenen Erben an.

 

Isaak ist der Sohn der Verheißung

 

  Abraham hatte gesagt: »O dass doch Ismael vor Deinem Angesicht leben möge!«

  »Darauf sprach Elohim: Nein, hingegen wird Sara, deine Frau, dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Isaak nennen. Ich werde Meinen Bund mit ihm aufrichten, einen äonischen Bund für seinen Samen nach ihm. Auch hinsichtlich Ismaels erhörte Ich dich. Siehe, Ich segne ihn und mache ihn fruchtbar und mehre ihn überaus, ja überaus. Er wird zwölf Fürsten zeugen, und Ich mache ihn zu einer großen Nation. Aber Meinen Bund richte Ich mit Isaak auf, den Sara dir zu dieser bezeugten Zeit im anderen Jahr gebären wird. - Als Er fertig war, mit ihm zu sprechen, stieg Elohim hinauf, weg von Abraham« (1.Mose 17:19-22).

  Mit der bezeugten und damit festgelegten Zeit ist die der Schwangerschaft gemeint.

  Der Segensbund wird über Isaak seine Fortsetzung finden, der Bund zum Segen aller Nationen der Erde. Diese Heilslinie wird in Jesus Christus einmünden und in Ihm ihre Erfüllung finden.

  Aber auch Ismael wurde nicht vergessen. Die Namen seiner zwölf Söhne können in 1.Mose 25:13-15 nachgelesen werden.

  Abraham hatte noch zu lernen, dass ein dem Fleisch nach gezeugter Sohn nicht in einem Bund mit Gott stehen kann, sondern nur ein aus Glauben gezeugter die Verheißung weitertragen konnte.

 

Alle wurden beschnitten

 

  »Und Abraham nahm seinen Sohn Ismael und alle in seinem Haus Geborenen, auch alle mit seinem Silber Erworbenen, jeden Männlichen unter den Leuten des Hauses Abrahams, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tag, wie Elohim zu ihm geredet hatte. Abraham war 99 Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde, und sein Sohn war 13 Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. An eben diesem Tag wurde Abraham beschnitten und sein Sohn Ismael; und alle Männer seines Hauses, der im Haus Geborene und der mit Silber von eines Fremdlings Sohn Erworbene, wurden samt ihm beschnitten« (Verse 23-27).

  Abraham gehorchte sofort, an eben diesem Tag der Escheinung des Boten Elohims, und brachte damit seinen Glauben an Jewes Wort zum Ausdruck.

  Wir schließen die Betrachtung von 1.Mose 17 mit einigen Worten des Apostels Paulus:

  »Dem Abraham wurde der Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet. Wie wurde er ihm nun angerechnet, in der Beschneidung oder in der Unbeschnittenheit? Nicht in der Beschneidung, sondern in der Unbeschnittenheit! Und das Zeichen der Beschneidung erhielt er als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, die er in der Zeit der Unbeschnittenheit hatte.  Er sollte Vater aller in Unbeschnittenheit Glaubenden sein, damit ihnen die Gerechtigkeit angerechnet werde; ebenso Vater der Beschneidung all derer, die nicht allein aus der Beschneidung sind, sondern auch in den Fußtapfen des Glaubens (den unser Vater Abraham in Unbeschnittenheit hatte) die Grundregeln befolgen« (Röm.4:9-12).

  »Es ist aber nicht so, als ob das Wort Gottes hinfällig geworden sei; denn nicht alle, die aus Israel stammen, sind Israel; auch sind sie nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind; sondern es heißt: In Isaak wird dir Same berufen werden. Dies bedeutet: Nicht die Kinder des Fleisches, nicht diese sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung rechnet Er als Samen. Denn ein Verheißungswort ist dieses Wort: Zu dieser Frist werde Ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben« (Röm.9:6-9.

 

 

Saras Lachen, Abrahams Bitte für Sodom und die Rettung Lots

(1.Mose 18+19)

 

  »Und Jewe erschien ihm (dem Abraham) bei den Götterbäumen Mamres, als er bei der Hitze des Tages vor der Öffnung des Zeltes saß. Und er erhob seine Augen, und siehe, drei Männer stellten sich ihm gegenüber auf. Als er sie sah, lief er von der Öffnung des Zeltes hinweg, um ihnen zu begegnen, und neigte sich huldigend zur Erde hin« (1.Mose 18:1,2).

  Die Drei in der Gestalt von Männern waren Boten Gottes, Engel (hebräisch MLAK, punktiert MaLAK, das heißt Beauftragter), sie waren »ein Amt versehende Geister, zum Dienst ausgeschickt um derer willen, denen künftig die Rettung zugelost werden soll« (Heb.1:14).

  Jewe Selbst kann niemand sehen und am Leben bleiben (1.Mose 33:20). Gleichwohl haben wir richtig gelesen, dass Jewe dem Abraham erschien, weil die Boten Ihn repräsentieren und in Seinem Auftrag sprechen. Abraham muss sofort erfasst haben, dass die drei Männer keine gewöhnlichen Sterblichen waren. Jewe hatte es ihm durch Seinen Geist klargemacht, zumal sie sich nicht von Weitem genähert, sondern sich recht plötzlich vor ihm aufgestellt hatten.

  Wieder offenbarte Sich Jewe dem Abraham. Zum einen sollte Sara hören, dass sie ein Kind bekommen wird, und zum anderen sollte die Absicht Jewes mit Sodom und Gomorra dem Abraham kundgetan werden.

  Die Götterbäume gehören zur Gattung der Bitterholzgewächse.

 

Abraham bewirtete die drei Männer

 

  »Und er (Abraham) sprach: Mein Herr, wenn ich doch Gnade in deinen Augen fand, so geh doch nicht an deinem Diener vorüber. Man bringe doch ein wenig Wasser; so badet eure Füße, und dann lehnt euch unter den Bäumen zurück. Und ich will einen Bissen Brot holen, und labt eure Herzen - danach mögt ihr weiterziehen -, denn darum seid ihr bei eurem Diener vorbeigekommen. - Da antworteten sie: Tue so, wie du redetest. - Da ging Abraham schnell in das Zelt zu Sara und sprach: Mach schnell, knete drei Seah Mehl, Feinmehl, und backe Kuchen. - Dann lief Abraham zu dem Rindvieh und nahm ein junges Rind, zart und gut, und gab es dem Jüngling, der es schnell zubereitete. Und er nahm Dickmilch und Milch und das junge Rind, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor, zu ihren Angesichtern. Und er stand ihnen gegenüber unter den Bäumen, während sie aßen« (1.Mose 18:3-8).

  Abraham redete nicht die Drei mit »mein Herr« an, sondern den unter ihnen, den er als den Obersten erkannt hatte. Alles, was Abraham tat, entsprach der Sitte jener Zeit. Gastfreundschaft zu erweisen, war Ehrensache und für Wanderer ein hohes Gut, ja nahezu überlebenswichtig. Ein gemeinsames Mahl drückte gute Gemeinschaft aus. Wessen Herz offen für Gott ist, dessen Herz ist auch offen für den Nächsten. Abraham stand ehrerbietig, als sie aßen, um jeden ihrer Wünsche sofort erfüllen zu können.

  Das Erlebnis Abrahams mündet in die treffliche Ermahnung von Hebräer 13:2 ein: »Vergesst nicht die Gastfreundschaft; denn durch diese haben etliche unbewusst Boten bewirtet.«

 

Die Verheißung für Sara

 

  »Dann fragten sie (die drei Männer) ihn: Wo ist Sara, deine Frau? - Er antwortete: Siehe, im Zelt. - Da sprach Er (Jewe): Zurückkehren, ja zurückkehren werde Ich zu dir gemäß der Zeit der Schwangerschaft, und siehe, ein Sohn wird dann der Sara, deiner Frau, sein. - Sara hatte dies an der Öffnung des Zeltes, die hinter ihm (dem Abraham) war, gehört. Aber Abraham und Sara waren alt und hochbetagt, und die Weise gemäß der Frauen hatte bei Sara aufgehört. Da lachte Sara in ihrem Innern und sprach: Nachdem ich verbraucht bin, sollte ich wieder Liebeslust haben? Und mein Herr ist alt. - Da sprach Jewe zu Abraham: Warum dies, dass Sara lachte und sprach: Sollte ich wirklich noch gebären, ich, ich bin doch alt. Ist irgendeine Sache zu wunderbar für Jewe? Zur bezeugten Zeit kehre Ich wieder zu dir zurück, gemäß der Zeit der Schwangerschaft, und dann hat Sara einen Sohn. - Doch Sara leugnete und sprach: Ich lachte nicht. - Denn sie fürchtete sich. Er (Jewe) aber sprach: Nein, denn du hast gelacht« (1.Mose 18:9-15).

  Paulus schreibt, dass dieses Wort: »Zu dieser Frist werde Ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben«, ein Verheißungswort ist (Röm.9:9).

  Die Reaktion Saras ist uns nur allzu verständlich. So aber tritt das Verborgene des Herzens ans Licht. Jewe kennt das, was im Menschen ist (Ps.44:22; Joh.2:25; Röm.2:16). Zur Belehrung der Menschen über ihren Kleinglauben oder Unglauben und über Gottes Allmacht und Erbarmen wird Er alles offenbar machen, sei es jetzt oder am Tage des Gerichts.

  Der kleine Satz: »Mein Herr ist alt« mag uns noch so selbstverständlich und unscheinbar erscheinen, ist aber dennoch ein prophetisches Wort, da Petrus ihn in seinen grundsätzlichen Ausführungen über die Unterordnung der Frauen aufgreift, indem er schreibt: »Euer Schmuck sei ... der verborgene Mensch des Herzens mit seinem unvergänglichen Wesen eines sanftmütigen und stillen Geistes, der vor den Augen Gottes teuer ist. Denn so haben sich auch einst die heiligen Frauen geschmückt, die sich auf Gott verließen und sich den eigenen Männern unterordneten, so wie Sara dem Abraham gehorchte, indem sie ihn »Herr« nannte« (1.Pet.3:4-6).

  Und Sara fand zum Glauben: »Durch Glauben erhielt Sara Kraft zum Niederwurf von Samen, und sie gebar über die Frist ihres Höhepunktes hinaus, weil sie den Verheißenden für glaubwürdig erachtete« (Heb.11:11).

  Sollte irgendeine Sache zu wunderbar für Jewe, den Schöpfer und Lebendigmachenden, sein? Nein (Jer.30:17,27; Jes.40:29). »Bei Gott ist kein Ding unmöglich« (Luk.1:37; Mat.19:26).

 

Die Ankündigung des Gerichts über Sodom und Gomorra

 

  »Und die Männer standen von dort auf und spähten nach Sodom. Abraham ging mit ihnen, um sie zu geleiten. Jewe aber sprach: Sollte Ich vor Abraham bedeckt halten, was Ich tun werde? Abraham wird, ja wird zu einer großen und überstarken Nation werden, und in ihm werden alle Nationen der Erde gesegnet werden. Denn Ich erkannte ihn, damit er seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm gebiete, den Weg Jewes zu bewahren und Gerechtigkeit und Recht zu erweisen, damit Jewe das auf Abraham kommen lasse, was Er über ihn geredet hat.

  Und Jewe sprach (zu Abraham): Das Wehgeschrei über Sodom und Gomorra ist wirklich groß, und ihre Verfehlung ist wirklich überaus schwer. Ich will hinabsteigen und sehen, ob sie all das getan, wie das Geschrei es sagt, das vor Mich gekommen ist; und wenn nicht - Ich will es wissen« (1.Mose 18:16-21).

  Die Verfehlungen von Sodom und Gomorra waren sehr schwerwiegend; hierzulande sind sie sogar sprichwörtlich geworden. Das Gericht über diese Städte war unvermeidlich. Abraham erkannte, dass Jewe die Entscheidung unverzüglich fällen wird.

  Schon als Lot sich dort niederließ, waren die Sodomiter überaus böse und sündig (1.Mose 13:13).

  Die Gerechtigkeit Jewes schließt das Gericht über die Bösen ein. Seine Gerichte über sie sind nicht von ungefähr, sondern ein Erfordernis Seiner Gerechtigkeit, und zwar auch das Maß. Zunächst aber übt Er Geduld, denn Er will nicht den Tod des Sünders, sondern dass jener umsinne und lebe (Hes.18:23; 2.Pet.3:9).

  Die Sünden jener Städte waren Jewe sehr wohl bekannt, gleichwohl wollte Er den Sachverhalt nochmals prüfen. Und dies legte Er dem Abraham offen, zumal diese Städte untergehen würden, bevor der Segen Abrahams auf sie kommen konnte.

  Und überhaupt sagt Jewe all Sein Tun vorher an. Vom Anfang her tut Er das Spätere kund (Jes.46:10; Ps.25:14). »Jewe, mein Herr, tut keine Sache, es sei denn, dass Er Seinen Dienern, den Propheten, Sein Geheimnis enthüllte« (Amos 3:7).

 

Abrahams Fürbitte für Sodom

 

  »Und die Männer wandten sich von dort um und gingen gen Sodom. Abraham aber stand noch angesichts Jewes. Und Abraham trat herzu und sprach: Willst Du wirklich den Gerechten mit dem Frevler hinwegraffen? Vielleicht sind fünfzig Gerecshte inmitten der Stadt. Willst Du sie wirklich hinwegraffen und nicht den Ort tragen um der fünfzig willen, die darin sind? Fern sei es von Dir, gemäß diesem Wort zu verfahren: den Gerechten mit dem Frevler zu töten -, sodass der Gerechte gleich dem Frevler sein würde. Fern sei es von Dir; sollte der Richter der gesamten Erde nicht Recht üben? - Da sprach Jewe: Wenn Ich in Sodom fünfzig Gerechte finde inmitten der Stadt, so will Ich den ganzen Ort um ihretwillen tragen. - Abraham antwortete und sprach: Siehe doch, ich habe mich unterfangen, zu meinem Herr zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht ermangeln an den fünfzig Gerechten fünf. Willst Du wegen der fünf die ganze Stadt verderben? - Da sprach Er: Ich werde sie nicht verderben, wenn Ich dort fünfundvierzig finde. - Und er fuhr fort, zu Ihm zu reden und sprach: Vielleicht werden dort vierzig gefunden. - Und Er sprach: Ich tue es nicht wegen der vierzig. - Und er sprach: Nicht entbrenne doch mein Herr im Zorn, und ich will nochmals reden. Vielleicht finden sich dort dreißig. - Er antwortete: Ich tue es nicht, wenn Ich dort dreißig finde. - Darauf sprach er: Siehe doch, ich habe mich unterfangen, zu meinem Herrn zu reden. Vielleicht werden dort zwanzig gefunden. - Und Er sprach: Nicht verderbe ich sie um der zwanzig willen. - Da sprach er: Nicht entbrenne doch mein Herr, und ich will nochmals reden, jedoch nur noch diesmal. Vielleicht werden dort zehn gefunden. - Und Er sprach: Nicht verderbe Ich sie wegen der zehn. - Und Jewe ging hinweg, als Er Seine Rede vollendet hatte, und Abraham kehrte an seinen Ort zurück« (1.Mose 18:22-33).

  Jewe hatte mit Abraham über Seine Absicht mit Sodom geredet; dieser Vertrauenserweis ermutigte Abraham, nun seinerseits in Freimut mit Jewe über diese Stadt zu reden. Dabei ging es ihm um die Gerechtigkeit Jewes, die sich in der Rettung von Gerechten ausdrückte; darüber hinaus aber setzte sich Abraham, der Gesegnete, zum Segen für die Ungerechten ein, die um der Gerechten willen ebenfalls leben bleiben mögen.

  In Jeremia 5:1 ist zu lesen, dass Jewe Jerusalem sogar um eines gerechten Mannes willen verzeihen würde.

  Wenn aber im zweiten Weltkrieg Ungläubige und Gläubige von derselben Bombe getötet wurden, so war dies nicht ungerecht und auch kein Gericht Gottes, sondern entsprach dem Plan Gottes für das Leben dieser Menschen in diesem bösen Äon, wo wir jederzeit mit Leiden und Tod rechnen müssen.

  Auf unser Thema zugespitzt, darf man sagen: Die Ungerechten leben, weil die Gerechten nach Gottes Heilsvorsatz noch leben sollen. Sagt dies nicht auch das Gleichnis vom Unkraut im Ackerfeld? Der Taumellolch soll nicht gejätet werden, damit nicht zugleich das Getreide entwurzelt wird, das ja zum Leben im Königreich Israels heranwachsen soll (Mat.13:24-30).Und leben die Ungläubigen heutzutage nicht deshalb noch - unter dem speziellen Aspekt unseres Themas gesagt -, weil die Gemeinde, die Christi Körper ist (Eph.1:22,23), noch nicht vervollständigt ist? - gemäß 2.Thessalonicher 2:7 formuliert: weil sie aus der Mitte der Menschheit noch nicht völlig geworden ist?

 

Die zwei Boten bei Lot

 

  »Und die zwei Boten kamen am Abend nach Sodom, als Lot im Tor Sodoms saß. Lot sah sie und stand auf, ihnen zu begegnen; er warf sich mit seinem Gesicht zur Erde nieder und sprach: Meine Herren, wendet euch zum Haus eures Dieners, übernachtet und badet eure Füße. Und dann könnt ihr früh aufstehen und eures Weges gehen. Aber sie sprachen: Nein, wir wollen auf dem Marktplatz übernachten. - doch er drang sehr in sie, und sie wandten sich zu ihm und kamen in sein Haus. Er bereitete ihnen ein Festmahl und buk ungesäuerte Brote, und sie aßen.

  Ehe sie sich niedergelegt hatten, hatten die Männer der Stadt, die Männer Sodoms, das Haus eingekreist, vom jungen bis zum alten, all das Volk von allen Enden (der Stadt). Und sie riefen den Lot und sprachen: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Bringe sie zu uns heraus, wir wollen sie (hurend) erkennen. - Da ging Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und verschloss die Tür hinter sich und sprach: Nicht doch tut Böses, meine Brüder. Seht doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann (ehelich) erkannt haben. Ich will sie zu euch herausbringen, und ihr tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen. Nur tut diesen Männern nichts an, denn darum kamen sie in den Schatten meines Dachgebälks. -

  Doch sie entgegneten: Tritt heran! Und sie sprachen: Dieser eine kam, um als Fremder zu verweilen, und er richtet, ja richtet schon. Nun, wir werden dir mehr Böses tun als ihnen. - Und sie drangen überaus hart gegen den Mann vor, gegen Lot, und kamen herzu, um die Tür zu zerbrechen. Da streckten die beiden Männer ihre Hand aus und brachten Lot zu sich in das Haus und verschlossen die Tür. Aber die Männer, die vor dem Eingang des Hauses waren, schlugen sie mit Verblendung, vom Kleinen bis zum Großen, sodass sie müde wurden, den Eingang zu finden« (1.Mose 19:1-11).

  Dramatischer konnte es kaum zugehen. Und welche Sitten dort herrschten!

  Lot war in Sodom bereits zum Richter aufgestiegen, denn er saß im Tor, wo die Richter sich gewöhnlich aufhielten und Rechtsgeschäfte abgewickelt wurden. Ganz allgemein gesagt, beruft man durchaus gläubige und gerechte Leute in hohe Ämter, allerdings nur, solange sie zur Moral, besonders der sexuellen, der Mitbürger schweigen. Da Lot bisher geschwiegen hatte, konnten die Sodomiter von ihm erwarten, dass er die zwei Männer herausgab.

  Dass Lot um der Gastfreundschaft willen alles zu tun bereit war, entsprach den Gepflogenheiten, dass er aber auf den Gedanken verfiel, seine Töchter missbrauchen zu lassen, zeigt, wie tief er selbst schon gesunken war, wenngleich er »von dem Verhalten der Unsittlichen in ihrer Ausschweifung gepeinigt wurde, denn durch das Erblicken- und Hörenmüssen quälte der als Gerechter unter ihnen Wohnende Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken« - dies schreibt Petrus über den gerechten Lot (2.Pet.3:7,8).

 

Die Rettung Lots und seiner Familie

 

  »Die beiden Männer sprachen zu Lot: Wer ist hier noch dein? Ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alle, die dein sind in der Stadt, bringe sie heraus aus diesem Ort, denn wir werden diesen Ort verderben, denn groß ist das Geschrei über ihn vor dem Angesicht Jewes, und Jewe entsandte uns, ihn zu verderben.

  Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter zu nehmen beabsichtigten, und sprach: Macht euch auf, geht aus diesem Ort heraus, denn Jewe wird die Stadt verderben. - Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne wie einer, der Scherze machte.

  Als das Frührot aufstieg, drängten die Boten Lot und sprachen: Mach dich auf, nimm deine Frau und deine zwei Töchter, die hier gefundenen, dass du nicht weggerafft wirst wegen der Vergehung der Stadt. Als er zögerte, nahmen die Männer seine Hand, die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter - Jewe wollte ihn

verschonen -, führten sie hinaus und ließen ihn außerhalb der Stadt. Als sie sie nach außerhalb hinausgebracht hatten, sprach einer von ihnen: Entkomme und errette deine Seele! Blicke nicht hinter dich und bleibe nicht in der Talebene, entkomme gen das Bergland, damit du nicht hinweggerafft wirst. Doch Lot sprach zu ihnen: Nicht doch, mein Herr. Sieh doch, dein Diener hat Gnade in deinen Augen gefunden, und du hast die an mir erwiesene Gnade groß gemacht, meine Seele leben zu lassen. Aber ich, ich kann nicht zum Bergland hin entkommen, damit mir das Böse nicht anhange und ich sterbe. Sieh doch, diese Stadt ist nahe, um dorthin zu fliehen, und sie ist eine geringe; ich will dorthin entkommen - ist sie nicht eine geringe? -, sodass meine Seele leben bleibt. - Da sprach er zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache erhebe ich dein Angesicht, indem ich die Stadt nicht umwende, von der du geredet hast. Sei schnell, entkomme dorthin, denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist. - Darum nennt man den Namen der Stadt: Zoar« (1.Mose 19:12-22).

  Lots durch Ehevertrag vorbestimmte Schwiegersöhne glaubten ihm nicht, einem Mann, der sich durch seinen Wohnsitz in Sodom mit der Welt eingelassen und seine Glaubwürdigkeit verloren hatte. Er hatte bisher nicht prophetisch geredet; deshalb glaubten seine Schwiegersöhne ihm dieses sein prophetisches Wort jetzt nicht, so wahr es auch gewesen ist.

  Lot zögerte. Seine Rettung erfolgte nicht in willigem Glaubensgehorsam, sondern er wurde praktisch herausgezerrt. Jewe wollte ihn verschonen; allein daran lag es, dass er überlebte. Seine Rettung schloss nach Jewes Barmherzigkeit auch seine engere Familie ein.

  Zum Bergland hin, wo Abraham, der Mann des Glaubens, zeltete, wollte Lot nicht fliehen, weil er es verschmäht hatte, als Abraham ihm die Wahl des Wohngebiets überlassen hatte (1.Mose 13:5-13). Lot hatte erkannt, dass er damit böse gehandelt hatte; das würde ihm im Bergland als Schande anhangen. Deshalb wollte er in die kleine Stadt Bela (1.Mose 14:2) fliehen, die seitdem Zoar heißt; das bedeutet: die Geringe. Und sogar in dieser Sache achtete der Bote den Lot, sodass er jene Stadt nicht verdarb; sie liegt südlich des Salzmeers (des Toten Meers). Sodom und Gomorra sind heute vom südlichen Teil des Meeres bedeckt.

  Lot ist eine Ermahnung für die Gläubigen, das zum Untergang Bestimmte zu verlassen, und zwar demnächst ganz konkret die Stadt Babylon am Euphrat (Jer.50:8; 51:6; 2.Kor.6:14-18; Off.18:4). Zuvor aber werden wir, die Glieder der Körpergemeinde (Eph.1:22,23), von der Erde entrückt (1.Thess.4:17) - bevor das Zorngereicht Gottes über die Welt hereinbricht.

Die Vernichtung Sodoms und Gomorras

 

  »Die Sonne ging über der Erde hervor, als Lot nach Zoar kam. Da ließ Jewe auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen - von Jewe aus den Himmeln. Und er wendete diese Städte um und die ganze Talebene samt allen Bewohnern der Städte und das auf dem Erdboden Sprossende. Aber seine Frau blickte hinter ihm zurück und wurde zu einer Standsäule aus Salz« (1.Mose 19:23-26).

  Vermutlich brachen bei dem Erdbeben die Schwefellager auf, die sich an Erdgasen entzündeten und dann abregneten. Wie dem auch

sei - unserem Gott und Vater, dem Allesbewirkenden (Eph.1:11), steht alles zur Verfügung, um Seinen Vorsatz punktgenau zu erfüllen.

  Unser Herr Jesus Christus sagte, auf die Mitte des letzten Jahrsiebeners bezogen: »Wer an jenem Tag auf dem Flachdach sein wird und seine Geräte im Haus hat, der steige nicht erst hinab, um sie mitzunehmen; gleicherweise, wer auf dem Feld ist, wende sich nicht nach dem um, was hinten ist. Denkt an Lots Frau!« (Luk.17:31,32).

 

Um Abrahams willen

 

  »Und Abraham stand früh am Morgen auf, um zu dem Ort zu gehen, wo er vor dem Angesicht Jewes gestanden hatte (18:22). Und er spähte auf die Fläche Sodoms und Gomorras hinab und auf die Fläche der ganzen Talebene, und siehe, er sah, dass Rauch von der Erde aufstieg wie der Rauch eines Hochofens. Und es war geschehen, dass Elohim des Abraham gedachte, als Er die Städte der Talebene verdarb und Lot aus der Mitte der Umwendung entsandte, als Er die Städte umwendete, wo Lot gewohnt hatte« (1.Mose 19:27-29).

  Um Abrahams willen war Lot gerettet worden. Dies wird ihm im Laufe der Zeit wohl bewusst geworden sein. Sicherlich erfuhr er davon, dass Abraham um die Verschonung Sodoms gebetet hatte, falls wenigstens zehn Gerechte dort wohnen sollten (18:23-32), ebenso wie Abraham von der Rettung Lots erfahren haben wird.

  Angesichts der Tatsache, dass der gerechte Lot geborgen wurde, schreibt Petrus: »Der Herr weiß die Frommen aus der Anfechtung zu bergen« (2.Pet.2:6-9).

  Übrigens wird Sich unser Herr Jesus Christus im tausendjährigen Königreich Israels Sodom wieder annehmen (Hes.16:53-63).

Die Sünde der Töchter Lots

 

  »Dann zog Lot hinauf von Zoar und wohnte im Bergland und seine zwei Töchter mit ihm, denn er fürchtete sich, in Zoar zu wohnen. So wohnte er in einer Höhle, er und seine zwei Töchter.

  Und die Erstgeborene sprach zu der Jüngeren: Unser Vater ist  alt, und es gibt keinen Mann im Land, der nach der Weise der ganzen Erde auf uns kommen könnte. Geh herzu, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm liegen und von unserem Vater Samen zum Leben führen. - Und sie gaben ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken, und die Erstgeborene kam und lag bei ihrem Vater; er wusste es aber nicht, weder als sie sich hinlegte, noch als sie aufstand. Und es geschah, dass die Erstgeborene zu der Jüngeren am nächsten Tag sprach: Ja, ich lag letzte Nacht bei meinem Vater. Wir wollen ihm auch noch diese Nacht Wein zu trinken geben, und komm und liege bei ihm, sodass wir Samen von unserem Vater zum Leben führen. - Und sie gaben ihrem Vater auch noch in jener Nacht Wein zu trinken, und die Jüngere stand auf und lag bei ihm; er wusste es aber nicht, weder als sie sich hinlegte, noch als sie aufstand.

  Und die zwei Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger. Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, dessen Namen sie Moab nannte (das heißt: vom Vater); er ist der Vater Moabs (das heißt: der Moabiter) bis auf den heutigen Tag. Und die Jüngere, auch noch sie, gebar einen Sohn, dessen Namen sie Ben-Ammi nannte (das heißt: Sohn meines Volkes); er ist der Vater der Söhne Ammons (das heißt: der Ammoniter) bis auf den heutigen Tag« (1.Mose 19:30-38).

  Nun wohnte Lot doch im Bergland, aber nicht auf den freien Höhen, sondern in einer Höhle, mithin von Abraham getrennt.

  Lot mag zwar Wein trinken - Wein erfreut das Herz des Sterblichen (Ps.104:15) -, dass er aber die Grenzen überschritt und die Kontrolle über sich verlor, zeichnet uns ein klägliches Bild von ihm im Alter.

  Und seine Töchter - sie waren zwar aus Sodom entflohen, hatten aber den Geist Sodoms nicht zurückgelassen.

  Die Moabiter und Ammoniter sollten in der Zukunft beständige Feinde Israels werden.

  Mögen wir am Ende des Kapitels 19 aber auch an das Wort unseres Herrn Jesus Christus über Kapernaum im Verhältnis zu Sodom denken: »Und du, Kapernaum! Du wirst nicht bis zum Himmel erhöht werden! Nein, bis ins Ungewahrte wirst du hinabgestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Machttaten geschehen wären, die bei dir geschehen, so wäre es bis heute geblieben. Indessen sage ich euch: Dem Land Sodom wird es am Tage des Gerichts erträglicher ergehen als dir« (Mat.11:23,24). »Wem viel anvertraut ist, von dem wird man weit mehr fordern« (Luk.12:48).

 

 

»In Isaak wird dir der Same genannt«

(1.Mose 20+21)

 

  »Und Abraham zog von dort zum Südland Negev und wohnte zwischen Kadesch und Schur; er verweilte in Gerar. Und Abraham sagte von Sara, seiner Frau: Meine Schwester ist sie. - Da sandte Abimelech, der Regent von Gerar, hin und nahm Sara (in sein Harem).

  Doch Elohim kam im Traum der Nacht zu Abimelech und sprach zu ihm: Siehe, du bist ein Toter wegen der Frau, die du genommen hast, weil sie die Ehefrau eines Eigners ist. - Abimelech aber hatte sich ihr nicht genaht; er sprach: Mein Herr, willst Du auch noch eine gerechte Nation umbringen? Ist es nicht so, dass er, er zu mir sprach: Meine Schwester ist sie. Und sie, auch noch sie, sprach: Mein Bruder ist er. In vollendetem Herzen und in der Unschuld meiner Hände tat ich

dies. -

  Und Elohim sprach zu ihm: Auch Ich, Ich weiß, dass du dies in vollendetem Herzen tatest, und Ich, Ich habe dich zurückgehalten, Mir gegenüber zu sündigen. Darum habe Ich dir nicht erlaubt, sie zu berühren. Und nun, bringe die Frau des Mannes zurück - denn er ist ein Prophet und betet dir zugunsten - und bleibe leben. Wenn du sie aber nicht zurückbringst, wirst du sterben, ja sterben, du und alle, die dein sind« (1.Mose 20:1-7).

  Gerar lag etwa 20 km südlich von Gaza im Lande der Philister.

  Wieder - wie einst in Ägypten (1.Mose 12:10-20) - musste Abraham um sein Leben fürchten. Hätte er gesagt: Sie ist meine Frau -, hätten die Männer der Stadt ihn getötet, um sich seine Frau zu nehmen.

  Abrahams Glaube war noch nicht völlig gereift; er war sich nicht absolut dessen gewiss, was erst später in Psalm 105:15 auf ihn bezogen geschrieben wurde: »Jewe ließ es keinem Menschen zu, sie (die Vorväter Israels) zu erpressen. Ihretwegen strafte Er Könige: Tastet Meine Gesalbten nicht an, und tut Meinen Propheten nichts Übles.«

  Dem Abimelech muss klar gewesen sein, dass Sodom und Gomorra wegen ihrer Ungerechtigkeit umkamen. Demgegenüber bezeichnete er sich und sein Volk als gerecht, gerade auch in der Sache mit Sara. Aber er wusste nicht, dass Jewe mit Abraham und Sara Großes vorhatte, dass sie Glieder Seines Heilsvorsatzes waren und Jesus Christus, der Sohn Gottes, sowie das heilige Volk Israel von ihnen abstammen sollten. Deshalb wachte Jewe in besonderer Weise über Abraham und Sara. Dem Vorsatz Jewes entsprechend betete Abraham als Prophet - als einer, der Worte Gottes spricht - für Abimelech, dass er Sara nicht antaste und sich damit nicht an einer von Jewe Gesegneten vergreife.

 

Die Aussprache zwischen Abimelech und Abraham

 

  »Und Abimelech stand früh am Morgen auf, rief all seine Diener und redete alle Worte (Elohims) vor ihren Ohren. Da fürchteten sich die Männer sehr.

  Und Abimelech ließ den Abraham rufen und sprach zu ihm: Was hast du uns angetan? Und was habe ich an dir gesündigt, dass du auf mich und mein Regententum eine so große Verfehlung brachtest? Du hast Taten an mir verübt, die nicht getan werden sollten. - Und Abimelech sprach zu Abraham: Was hast du damit beabsichtigt, dass du diese Sache tatest? - Abraham erwiderte: Weil ich mir sagte: Gewiss gibt es keine Furcht vor Elohim an diesem Ort; so werden sie mich umbringen wegen der Sache mit meiner Frau. Und überdies, wahrlich, so ist es, meine Schwester, die Tochter meines Vaters ist sie, jedoch nicht die Tochter meiner Mutter; so wurde sie mir zur Frau. Im Übrigen war es so: Als Elohim mich von meines Vaters Haus fortziehen hieß (richtig zu übersetzen ist wohl: Als mich, ja mich die Elohim irreführten, entfernt von meines Vaters Haus), da sprach ich zu ihr: Dies ist deine Huld, die du an mir erweisen mögest: An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir: Mein Bruder ist er. -

  Da nahm Abimelech Kleinvieh und Rindvieh, Diener und Mägde und gab sie dem Abraham und brachte auch Sara, seine Frau, zu ihm zurück. Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land ist vor deinem Angesicht; wohne, wo es gut ist in deinen Augen. - Und zu Sara sprach er: Siehe, ich gebe deinem Bruder tausend Schekel Silber. Siehe, dies sei für dich eine Bedeckung der Augen gegenüber allen, die mit dir sind, und überhaupt allen gegenüber - zum Erweis dessen, was recht ist. -

  Und Abraham betete zu dem Einen, Elohim, und Elohim heilte Abimelech, seine Frau und seine Mägde, sodass sie wieder gebaren, denn Jewe hatte jeden Mutterschoß im Hause Abimelechs verschlossen wegen der Sache mit Sara, der Frau Abrahams« (1.Mose 20:8-18).

  Abimelech wies Abraham zurecht, weil er sich unwissenderweise eine Strafe Elohims, nämlich den Verschluss der Mutterschöße, zugezogen hatte. Eine Zurechtweisung durch die Welt ist für Gläubige stets besonders schmerzlich. Abimelech hatte aber erkannt, dass Elohim mit Abraham war und dass es eben doch Unrecht von ihm gewesen war, Sara zu nehmen, und beschenkte Abraham deshalb zum Ausgleich reichlich.

  Die tausend Schekel Silber dienten zur Bedeckung der Augen, das heißt: Niemand sehe mehr auf das Geschehene. Damit war die Ehre Saras wiederhergestellt.

  Die Betrachtung des Kapitels zwanzig und der Begegnung Abrahams mit Abimelech abschließend, sei gesagt, dass man dem Abraham Täuschung und eine Glaubensschwäche unterstellen darf; man mag ihm dies aber nicht vorwerfen, weil die Tatsache, dass sie Sara nahmen, zeigt, dass sie ihn umgebracht hätten.

  Gleichwohl - Abraham war im Glauben noch nicht genug gewachsen, denn er vertraute Jewe nicht völlig, dass Er ihn nämlich bewahren würde. Da das hebräische Wort EThOU (He-Taw-Ajin-Waw), punktiert HiThöUu, in der vollendeten Zeitform und in der

3. Person Plural steht, ist wohl richtig zu übersetzen: »Als mich, ja mich die Elohim irreführten (oder: zu vergehen veranlassten) ...«

  Der Begriff Elohim (Unterordner zu El hin) wird nicht nur für Gott und Seinen Sohn gebraucht, sondern auch für Menschen, die zu El hinführen wie auch für Götter (Verfüger) allgemein und für böse Geister. Abrahams Handeln war also eine Verfehlung.

 

Die Geburt Isaaks

 

  Wir kommen zu Kapitel 21:

  »Und Jewe achtete auf Sara, so wie Er gesprochen hatte, und Jewe tat an Sara, so wie Er geredet hatte. Und Sara wurde schwanger und gebar dem Abraham in seinem Alter zur bezeugten Zeit, von der Elohim zu ihm geredet hatte. Abraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren wurde, den Sara ihm gebar, Isaak. Und Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, so wie Elohim ihm geboten hatte. Abraham aber war 100 Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. Und Sara sprach: Elohim hat mir ein Lachen bereitet; jeder, der dies hört, wird mir zulachen. Weiter sprach sie: Wer hätte je dem Abraham verkündet: Sara säugt Söhne! Doch ich gebar einen Sohn in seinem Alter« (1.Mose 21:1-7).

  Bei uns Menschen klaffen Versprechungen und ihre Einlösung oft auseinander. Gottes Verheißungen aber sind gewiss! Was Er ankündigt, das geschieht auch. Paulus schreibt hierzu aus der Sicht Abrahams: »Nicht schwach werdend im Glauben, bedachte er seinen ungefähr hundertjährigen schon abgestorbenen Körper und die Erstorbenheit des Mutterleibes der Sara. Aber an der Verheißung Gottes zweifelte er nicht durch Unglauben, sondern wurde im Glauben gekräftigt, Gott Verherrlichung gebend und vollgewiss, dass Er das, was Er verheißen hat, auch zu tun imstande ist Darum wird es ihm auch zur Gerechtigkeit angerechnet« (Röm.4:19-22).

  Jewe Elohim, dem Schöpfer, war es ein Leichtes, die erstorbenen Leiber des Abraham und der Sara wieder zum Leben zu erwecken, sodass sie einen Sohn bekamen. Schließlich ist Jewe der lebendig machende Geist. Dies darf uns übrigens durchaus darauf hinweisen, dass Gott auch die Toten auferwecken und ihnen wieder Leben schenken wird.

  Isaak bedeutet: »Er lacht« oder auch »Jewe lacht«. Auch wir freuen uns mit Abraham und Sara und lachen ihnen zu! Und verherrlichen Jewe für die Geburt Isaaks. Er war eine Gabe Gottes im wahrsten Sinne des Wortes. Die Heilslinie wird über ihn fortgeführt werden bis hin zu dem Heilsbringer Jesus Christus, wie Elohim gesagt hatte: »Ich werde Meinen Bund mit ihm (Isaak) aufrichten als einen äonischen Bund für seinen Samen nach ihm« (1.Mose 17:19). Das Bundeszeichen der Beschneidung empfing er am achten Tag nach seiner Geburt im Jahr 1865 v. Chr., als Abraham hundert Jahre alt war.

  Isaak war nicht dem Fleisch nach (wie Ismael) gezeugt worden, sondern dem Geist nach, im Glauben, wie in Hebräer 11:11 und 12 betont wird: »Durch Glauben erhielt Sara Kraft zum Niederwurf von Samen, und sie gebar über die Frist ihres Höhepunktes hinaus, weil sie den Verheißenden für glaubwürdig erachtete. Darum sind auch von einem, und dies von einem bereits Abgestorbenen, Kinder gezeugt worden, so viele wie die Gestirne des Himmels an Menge und wie der unzählbare Sand am Ufer des Meeres.«

Ismael belustigte sich über Isaak

 

  »Und der Geborene wurde groß und wurde entwöhnt. Und Abraham bereitete ein großes Festmahl an dem Tag, da Isaak entwöhnt wurde. Da sah Sara den Sohn, den die Ägypterin Hagar dem Abraham geboren hatte, (über Isaak) spöttisch lachen. Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd und ihren Sohn fort, denn der Sohn dieser Magd soll (das Erbe) nicht mit meinem Sohn rechtmäßig einnehmen, mit Isaak. - Dieses Wort war überaus übel in den Augen Abrahams wegen seines Sohnes. Doch Elohim sprach zu Abraham: Nicht sei dies übel in deinen Augen wegen des Jünglings und wegen deiner Magd. Alles, was Sara zu dir spricht - höre auf ihre Stimme. Denn in Isaak wird dir der Same genannt werden. Aber auch den Sohn der Magd werde Ich zu einer (großen) Nation machen, weil (auch) er dein Same ist« 1.Mose 21:8-13).

  Ismael war nicht der Verheißungsträger; da er zudem eine ungeistliche Gesinnung hatte, musste diese Trennung vollzogen werden.

  Der beste Kommentar zu der Begebenheit und insbesondere zu dem prophetischen Wort der Sara steht in Galater 4:21-31: »Sagt mir doch, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, versteht ihr denn das Gesetz nicht? Es steht doch geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien. Jedoch ist der von der Magd dem Fleisch nach gezeugt worden, aber der von der Freien durch die Verheißung: Das hat nun auch eine allegorische Bedeutung, denn diese zwei Frauen stellen zwei Bündnisse dar, das eine vom Berg Sinai, welches zur Versklavung gebiert, das ist die Hagar. Und Hagar heißt ja auch in Arabien der Berg Sinai; sie steht also in einer Reihe mit dem jetzigen Jerusalem, weil dieses mit seinen Kindern versklavt ist. Das Jerusalem droben aber ist frei: das ist unser aller Mutter. ... Ihr aber, Brüder, seid wie Isaak: Kinder der Verheißung. Doch ebenso wie damals der nach dem Fleisch Gezeugte den nach dem Geist Gezeugten verfolgte, so geschieht es nun auch heute. Was sagt jedoch die Schrift: Treibe  diese Magd und ihren Sohn hinaus; denn der Sohn der Magd soll keinesfalls das Losteil mit dem Sohn der Freien genießen. Darum, Brüder, sind wir nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.«

  Mit der Verlachung Isaaks durch Ismael begann übrigens die vierhundertjährige Demütigung der Nachkommen Abrahams, die mit dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten im Jahr 1460 v. Chr. endete (1.Mose 15:13). Isaak wurde mithin im Jahr 1860 im Alter von fünf Jahren entwöhnt. Von diesen vierhundert Jahren sprach auch Stephanus in seiner Verteidigungsrede vor dem Synedrium (Ap.7:6).

  Dass dem Abraham in Isaak und keinem anderen Same berufen wird, hat auch Bedeutung für die Frage, wer Israelit ist. Paulus beantwortet sie wie folgt: »Nicht alle, die aus Israel stammen, sind Israel; auch sind sie nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind, sondern es heißt: In Isaak wir dir Same berufen werden. Dies bedeutet: Nicht die Kinder des Fleisches, nicht diese sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung rechnet Er als Samen« (Röm.9:6-8; vgl. Röm.2:28,29).

 

Hagar und Ismael in der Wildnis

 

  »Und Abraham stand früh am Morgen auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser, gab's der Hagar und legte es auf ihre Schulter; er gab ihr auch den Knaben und entsandte sie. Da ging sie fort und irrte in der Wildnis von Beerscheba umher. Als das Wasser aus dem Schlauch aufgebraucht war, legte sie den Knaben unter einen der Sträucher. Und sie ging und setzte sich allein etwa einen Bogenschuss von seiner Gegenwart entfernt hin, denn sie sprach: Ich will den Tod des Knaben nicht mit ansehen. - So saß sie von seiner Gegenwart entfernt, erhob ihre Stimme und weinte.

  Elohim aber hörte auf die Stimme des Jünglings. Da rief ein Bote Elohims der Hagar aus den Himmeln zu und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht, denn Elohim hörte auf die Stimme des Jünglings dort, wo er ist. Steh auf, richte den Jüngling auf und halte ihn mit deiner Hand fest. Denn Ich will ihn zu einer großen Nation machen. - Und Elohim tat ihre Augen auf, und sie sah einen Brunnen mit Wasser. Da ging sie hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Jüngling zu trinken.

  Und Elohim war mit dem Jüngling. Und er wurde groß und wohnte in der Wildnis, und er wurde ein großer Bogenschütze. Er wohnte in der Wildnis Paran. Und seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Land Ägypten« (1.Mose 21:14-21).

  Auch auf diesem Sohn Abrahams liegt ein Segen. Er wird überaus vermehrt und zu einer großen Nation werden (1.Mose 17:20). Dies darf uns ein Zeichen dafür sein, dass der bis heute andauernde israelitisch-ismaelitische Konflikt von dem wiederkommenden Herrn Jesus Christus gelöst werden wird. »Es wird ein Hochweg sein von Ägypten nach Assur. ... An jenem Tag wird Israel als Drittes sein mit Ägypten und Assur, ein Segen inmitten der Erde, die gesegnet sind von Jewe der Heerscharen, der da spricht: Gesegnet sei Mein Volk Ägypten und Assur, das Werk Meiner Hände, und Israel, Mein Losteil« (Jes.19:23,24).

  Elohim hörte auf Ismael; nicht von ungefähr bedeutet sein Name »Es hört El«. Ismael war damals etwa 19 Jahre alt. Die Wildnis Paran ist der nördliche Teil der Sinaihalbinsel.

 

Abrahams Bund mit Abimelech

 

  »Und es geschah zu jener Zeit, dass Abimelech und Phikol, der Oberste seines Heeres, zu Abraham sprachen: Elohim ist mit dir in allem, was du tust. Schwöre mir nun bei Elohim, und zwar hier, dass du gegen mich und meinen Stammhalter und meinen Enkel nicht falsch wirst. Gemäß der Huld, die ich an dir tat (1.Mose 20:14,15), tue du an mir und an dem Land, in welchem du weilst. - Da sprach Abraham: Ich, ich schwöre! -

  Dann sprach Abraham den Abimelech wegen der Rechtssache des Wassersbrunnens an, den die Knechte Abimelechs geraubt hatten. Da antwortete Abimelech: Ich weiß nicht, wer diese Sache getan hat, und überdies hast du es mir nicht berichtet; auch habe ich nicht davon gehört, außer am heutigen Tag. - Da nahm Abraham Kleinvieh und Rindvieh und gab sie dem Abimelech, und sie, sie beide schnitten  einen Bund. Als Abraham sieben Mutterlämmer des Kleinviehs für sich allein stellte, fragte Abimelech den Abraham: Was ist mit denen, mit diesen sieben Mutterlämmern, die du für sich allein aufgestellt hast? - Da erwiderte er: Dass du die sieben Mutterlämmer aus meiner Hand nimmst, damit es mir zum (zu deinem) Zeugnis werde, dass ich diesen Brunnen ausgeschachtet habe. - Darum nannte man diesen Ort Beerscheba (das heißt: Brunnen der Sieben, oder: Brunnen des Schwörens), weil sie, sie beide dort geschworen hatten.

  So schnitten sie den Bund in Beerscheba. Und Abimelech und Phikol, der Oberste seines Heeres, machten sich auf und kehrten in das Land der Philister zurück. Und Abraham pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den Namen Jewes, des äonischen El, an. Und Abraham weilte im Land der Philister viele Tage« (1.Mose 21:22-34).

  Abimelech ist uns von dem Zug Abrahams nach Gerar bekannt, als Abraham Sara als seine Schwester ausgab und Abimelech ihm große Gunst erwies (1.Mose 20:1-18). Inzwischen dürften mehr als fünf Jahre vergangen sein.

  Der Regent der Philister hatte erkannt, dass der Segen Elohims auf Abraham ruhte. Ein Heide nahm Gott ernst. Ihm muss klar geworden sein, dass demjenigen die Zukunft gehört, mit dem Elohim ist. Abraham und seine Nachkommen könnten größer und stärker werden als die Philister, weshalb es aus der Sicht des Regenten geboten war, einem wie auch immer gearteten Vorgehen Abrahams gegen sein Volk vorzubeugen. Deshalb schlug er diesen Bund vor.

  Da Abraham nicht zur Bekämpfung der Völker gesetzt war, sondern ihnen zum Segen (1.Mose 12:3), konnte er ohne zu zögern schwören. Der Bund sicherte zugleich die Zusage Abimelechs, dass Abraham im Land wohnen könne, wo es gut sei in seinen Augen (1.Mose 20:15).

  Abraham nahm die Gelegenheit wahr, die Sache mit dem von ihm geschachteten Brunnen rechtlich festzustellen.

  Da der Bund auch für die kommenden Zeitaltert gedacht war, wurde dem Abraham deutlich, dass El der El auch für den ganzen Äon und für die weiteren Äonen ist. So pflanzte er eine Tamariske, was über die Vorstellung des Gedeihens und Wachsens hinaus bedeutet haben mag, dass er noch lange im Gebiet des Leben spendenden Brunnens wohnen wolle, zumal der Baum für lange Zeit bewässert werden musste.

  Und Abraham gab Jewe, dem äonischen El, die Ehre und die Verherrlichung, Ihm, dem Verfüger über die Äonen, dem im Lauf der Äonen alle Sich Unterordnenden. »Der äonische El« (hebr. AL OULM, punktiert EL OLaM) kann auch mit »der El des Äons« übersetzt werden.

  Von dem »äonischen Gott«, dem Allesbewirkenden für die Äonen, schreibt auch der Apostel Paulus in Römer 16:26.

  »Dem König aber der Äonen, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen, weisen Gott sei Ehre und Verherrlichung für die Äonen der Äonen! Amen!« (1.Tim.1:17).

 

 

Die Darbringung Isaaks

(1.Mose 22+23)

 

  Das in Kapitel 22 des ersten Buches Mose berichtete Ereignis zeigt uns nicht nur Abraham in der Reife seines Glaubens und seines treuen Gehorsams und ermahnt uns nicht nur, unsere Körper als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer der völligen Hingabe im Dienst bereitzustellen (Röm.12:1), sondern hat vor allem auch höchste prophetische Bedeutung, weil die Darbringung Isaaks die Dahingabe Jesu Christi, des Sohnes Gottes, aus der Hand Seines Gottes und Vaters wie auch die Selbstdarbringung Jesu Christi - Er brachte Sich Seinem Gott und Vater dar - vorschattet.

 

Die Anweisung Elohims

 

  »Und es geschah nach diesen Dingen, dass Elohim den Abraham erprobte und zu ihm sprach: Abraham! - Er antwortete: Hier bin ich. - Und Er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, den Isaak, und gehe für dich in das Land Morija und weihe ihn hinauf als Aufsteignahung (oder: Hinaufweihe) auf einem der Berge, von dem Ich zu dir sprechen werde« (1.Mose 22:1,2).

  Jewe erprobte Abraham - nicht als ob Er nicht Bescheid wüsste, bildete Er doch Abrahams Herz (Ps.33:15), weiß Er doch, was im Menschen ist (Joh.2:25), und bereitet Er doch alle Schritte eines Menschen vor (Ps.37:23). Abraham aber sollte sich dessen bewusst werden, dass er wirklich völlig gehorcht und bereit ist, den Willen Gottes zu tun, ebenso wie auch Jesus Christus (Heb.10:5-10).

  Es war keine Versuchung, Übles zu tun, denn Gott versucht niemanden (Jak.1:13).

  Der Berg Morija in Jerusalem - etwa 85 km von Beerscheba entfernt - ist der, auf dem der Tempel Salomos stand (2.Chron.3:1).

  Die Opferung sollte nicht wegen einer Sünde stattfinden, sondern ein Ganzbrandopfer sein, allein zur Anbetung und Huldigung Jewes, des Elohims Abrahams; der Rauch sollte zur Verherrlichung Jewes zu Ihm hinaufsteigen. Es war eine Gabe zu Ehren Elohims, mit der man sich Ihm nahte und Ihn erhob. Abraham sollte seinen Sohn Jewe weihen. - Aber war Abraham bereit, Isaak ganz herzugeben? Ein gewaltiger, herzzerreißender Konflikt! Und wie sollte die Verheißung einer großen Nachkommenschaft erfüllt werden, wenn Isaak tot ist? Setzt Abraham seine Erwartung auf Isaak oder auf Jewe?

  Hier steht die Antwort: »Er glaubte dem Gott, der die Toten lebendig macht und das Nichtseiende wie Seiendes ruft« (Röm.4:17). »Durch Glauben hat Abraham den Isaak dargebracht, als er auf die Probe gestellt wurde, ja er brachte den Einziggezeugten dar, er, der die Verheißungen empfangen hatte, zu dem gesprochen war: In Isaak wird dein Same genannt werden, er rechnete damit, dass Gott mächtig ist, auch aus den Toten aufzuerwecken, von wo er ihn auch gleichnishaft wiederbekam« (Heb.11:17-19).

 

Abraham und Isaak gingen

 

  »So stand Abraham früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Knappen mit sich und seinen Sohn Isaak. Als er das Holz für die Aufsteignahung (oder: Hinaufweihe) gespaltet hatte, machte er sich auf und ging zu dem Ort, von dem Elohim zu ihm gesprochen hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne. Dann sprach Abraham zu seinen Knappen: Bleibt ihr hier mit dem Esel sitzen. Ich aber und der Jüngling - wir wollen dorthin gehen und anbeten (oder: uns huldigend niederwerfen) und zu euch zurückkehren. -

  Darauf nahm Abraham Holz für die Aufsteignahung (oder: Hinaufweihe) und legte es auf seinen Sohn Isaak. Und er nahm das Feuer und das Messer in seine Hand, und sie, sie beide gingen miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! - Er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! - Und er sprach: Siehe, das Feuer und das Holz, aber wo ist das Lamm für die Aufsteignahung (oder: Hinaufweihe)? - Da sprach Abraham: Elohim wird Sich das Lamm zur Aufsteignahung (oder: Hinaufweihe) ersehen, mein Sohn! - Und sie, sie beide gingen miteinander weiter« (1.Mose 22:3-8).

  Abraham gehorchte. Er brach früh auf. Er gehorchte ohne zu fragen. Sein Glaubensgehorsam dürfte von der Gewissheit getragen gewesen sein, dass bei Jewe Elohim alles Sinn und Zweck hat und Er alles wohl hinausführen wird. - Auch unser Herr Jesus Christus gehorchte Seinem Gott völlig. Er wurde gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Kreuzestod (Phil.2:8).

  Sie würden zurückkehren, sagte Abraham zu den Knappen; mithin muss er damit gerechnet haben, dass Isaak wieder auferweckt würde. Vielleicht betete er: Du wirst Isaaks Seele doch nicht im Ungewahrten lassen (Ps.16:10; Ap.2:27).

  Das Holz erinnert uns an den Pfahl, an den unser Herr Jesus Christus genagelt wurde. Abraham legte das Holz auf seinen Sohn. Dementsprechend lesen wir von Jesus: »Sein Kreuz Selbst tragend, ging Er hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die hebräisch Golgatha heißt« (Joh.19:27).

  Das Feuer (entweder ein Feuerstein oder ein Gefäß mit glühenden Kohlen) und das Messer lassen uns an die Feuertaufe Jesu denken, wobei Feuer bildlich für Drangsale und Leiden steht. Jesus sagte: »Mit einer Taufe habe Ich Mich taufen zu lassen, und wie bedrückt es Mich, bis sie vollendet ist!« (Luk.12:50; Mark.10:38).

  Beide, Abraham und Isaak, der Vater und der Sohn, gingen gemeinsam; sie gingen vereint. So war es auch, als Jesus am Pfahl hing, als Gott Ihn verlassen, den Mensch und den bösen Geistern preisgegeben, dahingegeben hatte, denn »Gott war in Christus«, als Er die Welt mit Sich Selbst versöhnte (2.Kor.5:19). Gott war durch Seinen Geist in Christus. Er hatte Wohlgefallen daran, dass Christus Sich Selbst für uns als Darbringung und Opfer für Gott dahingegeben hatte - zu einem duftenden Wohlgeruch für Ihn (Eph.5:2).

  Dann sprach Isaak seinen Vater an: »Mein Vater!« Ebenso sprach auch Jesus, als Er sagte: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« (Luk.23:34).

  Die drängende Frage Isaaks war: Wo ist das Lamm für die Darbringung? - Abraham gab die prophetische Antwort: Elohim wird Sich das Lamm ersehen. - Er glaubte, dass Jewe für das Lamm sorgen werde, wie auch immer es geschehen mag. Das von Gott längst ersehene Lamm aber ist Jesus. Johannes der Täufer sagte von Ihm: »Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf Sich nimmt!« (Joh.1:29). Das fleckenlose Lamm Jesus war von Gott schon vor dem Niederwurf der Welt vorhererkannt worden (1.Pet.1:20).

 

Die Darbringung

 

  »Und sie kamen zu dem Ort, von dem Elohim zu ihm gesprochen hatte. Abraham baute dort den Altar und richtete das Holz zu; dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schächten« (1.Mose 22:9,10).

  Und Abraham brachte seinen Sohn Jewe verherrlichend dar. Als er das Messer nahm, hatte er seinem Willen nach, der jeder Handlung vorausgeht, seinen Sohn bereits ganz und gar hergegeben und Jewe völlig geweiht.

  Auch Gott, der Vater, gab Seinen Sohn dahin (Röm.8:32).

  Jakobus schreibt gemäß dem Evangelium der Beschneidung (Gal.2:7) hierzu: »Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? Daran siehst du, dass der Glaube mit seinen Werken zusammen  wirkte und der Glaube erst aus den Werken vollkommen gemacht wurde« (Jak.2:21,22).

 

»Jewe ersieht«

 

  »Da rief ihm der Bote Jewes aus den Himmeln zu und sprach: Abraham! Abraham! - Der antwortete: Hier bin ich. - Er sprach: Strecke deine Hand nicht nach dem Jüngling aus und tue ihm nicht irgendetwas an, denn nun weiß Ich, dass du Elohim fürchtest, weil du deinen Sohn, deinen einzigen, Mir nicht vorenthalten hast. -

  Und Abraham erhob seine Augen und sah, und siehe, ein Widder war da hinten, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Da ging Abraham hin und nahm den Widder und brachte ihn als Aufsteignahung (oder: Hinaufweihe) an seines Sohnes statt dar. Und Abraham nannte den Namen dieses Ortes Jewe-jireh (das heißt: Jewe ersieht), von dem man bis zum heutigen Tag sagt: Auf dem Berg Jewes wird es ersehen« (1.Mose 22:11-14).

  Nicht das Blut Isaaks, sondern Gehorsam wollte Elohim. Von Gottes Seite aus war es eine Prüfung, von Abrahams Seite aus das Erlebnis seiner Hingabe an Jewe. Abraham hatte die Probe bestanden: er gehorchte und vertraute Jewe völlig. Sein Glaube und seine Treue waren zur höchsten Reife gelangt.

  Aber auch Isaak lernte aus alldem, dass er nur deshalb lebt, weil Elohim es will. Alles ist Gnade - nichts ist aus uns! Isaak blieb Gott geweiht. So wird auch Israel erst dann, wenn es sich völlig Jewe, seinem Elohim, weiht, zur Vollendung gelangen.

  Ein Widder ist nach der Begebenheit auf dem Berg Morija, dem Tempelberg in Jerusalem, wie auch nach dem Gesetz des Mose ein wertvolles Opfertier und ein Bild auf Jesus Christus. Jesus Christus ist der Heilsbringer, den Sein Vater ersehen hat. »In diesem Willen (Gottes) sind wir durch die Darbringung des Körpers Jesu Christi ein für allemal geheiligt« (Heb.10:10).

  Abraham sah den von Elohim Ersehenen, wie unser Herr Jesus sagte: »Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er Meinen Tag gewahren sollte, und er gewahrte ihn und freute sich« (Joh.8:56).

 

Die siebente Segensverheißung für Abraham

 

  »Dann rief der Bote Jewes ein zweites Mal zu Abraham aus den Himmeln und sprach: Ich habe bei Mir Selbst geschworen - Treuewort Jewes -, dass, weil du diese Sache getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen, (Mir) nicht vorenthalten hast, Ich dich deshalb segnen, ja segnen und deinen Samen mehren, ja mehren werde wie die Sterne der Himmel und wie der Sand, der am Gestade des Meeres ist. Und dein Same soll das Tor seiner Feinde rechtmäßig einnehmen. Und in deinem Samen werden sich alle Nationen der Erde segnen, weil du auf Meine Stimme gehört hast.

  Und Abraham kehrte zu seinen Knappen zurück; sie machten sich auf und gingen miteinander nach Beerscheba; und Abraham wohnte in Beerscheba« (1.Mose 22:15-19).

  Es war Jewe, der da sprach; Er sprach durch den Boten.

  Abraham wird Nachkommen haben so zahlreich wie die Sterne der Himmel - diese sind die Gläubigen aus Israel und den Nationen aus der gegenwärtigen, dem Paulus gegebenen heilsgeschichtlichen Verwaltung der überströmenden Gnade Gottes (Eph.3:2); sie werden in den kommenden Äonen inmitten der überhimmlischen Regionen und Geschöpfe niedergesetzt sein (Eph.2:6).

  Und er wird Nachkommen haben wie der unzählbare Sand am Ufer des Meeres (Heb.11:12) - diese sind die Gläubigen aus den Nationen (das Meer steht bildlich für die Nationen), die unter dem wiedergeborenen Israel in den kommenden Äonen gesegnet werden, gewissermaßen am Rande Israels.

  Des Weiteren wird Abraham Nachkommen wie die Erdkrumen haben - diese sind das Volk Israel in dem Erdland Israel (1.Mose 13:16).

  In Vers 18 heißt es, dass alle Nationen sich in dem Samen Abrahams segnen werden. Das Verb »segnen« ist hier reflexiv. Die Nationen, die Jesus als den Messias und Sein Volk Israel segnend anerkennen, segnen sich dadurch selbst; sie erlangen den Segen, wie 1.Mose 27:29 sagt: »Gesegnet seien, die dich (Israel) segnen« (vgl. 1.Mose 12:3).

  Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, segnete den Herrn, den Gott Israels, für die »Rettung von unseren Feinen und Bergung aus der Hand aller, die uns hassen, um Barmherzigkeit an unseren Vätern zu erweisen und Seines heiligen Bundes zu gedenken und des Eides, den Er Abraham, unserem Vater, geschworen hat, uns zu geben, dass wir aus der Hand unserer Feinde geborgen werden und Ihm furchtlos Gottesdienst darbringen in huldvoller Heiligkeit und Gerechtigkeit vor Seinen Augen alle unsere Tage« (Luk.1:71-75).

  Abschließend sei an den Samen erinnert, auf dem das Heil des gesamten Samens Abrahams gründet: Jesus Christus. Der Apostel Paulus schreibt: »Nun sind die Verheißungen aber dem Abraham und seinem Samen angesagt worden. Es heißt nicht: und den Samen (als von vielen), sondern: und deinem Samen (als von dem Einen), welcher Christus ist« (Gal.3:126).

 

Die Familie Nahors

 

  »Und es geschah nach diesen Dingen, dass dem Abraham mündlich berichtet wurde: Siehe, auch Milka, sie, sie gebar Nahor, deinem Bruder, Söhne: Uz, seinen Erstgeborenen, Bus, seinen Bruder, und Kemuel, den Vater Arams, Kesed, Haso, Pildasch, Jidlaph und Bethuel. Und Bethuel zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams. Und seine Nebenfrau - ihr Name war Reuma - auch sie, sie gebar: Tebach, Gaham, Tahasch und Maaka« (1.Mose 22:20-24).

  Abraham, Nahor und Haran waren die drei Söhne Terachs (1.Mose 11:27). Die Familie Nahors wird hier vorgestellt, weil Abraham aus ihr und mithin aus seiner Verwandtschaft, die von Jewe Elohim wusste, eine Frau für seinen Sohn Isaak nehmen wollte (1.Mose 24).

 

Saras Tod

 

  »Und Saras Leben betrug 127 Jahre; dies waren die Lebensjahre Saras. Sara starb zu Kirjat-Arba; es ist nun Hebron im Land Kanaan. Und Abraham kam, um über Sara zu klagen und sie zu beweinen. Danach erhob sich Abraham weg vom Angesicht seiner Toten« (1.Mose 23:1-3 a).

  Dies geschah im Jahr 1828 v. Chr.; Abraham war 137 Jahre und Isaak 37 Jahre alt. Wieder wurde dem Abraham bewusst, dass er ein Fremdling war, der nicht einen Fußbreit Boden besaß, geschweige denn eine Grabstätte.

 

Der Kauf der Höhle Machpela

 

  »Und er (Abraham) redete zu den Söhnen Heths und sprach: (Nur) ein Gast und Siedler bin ich unter euch, (dennoch) gebt mir einen Grabbesitz bei euch, denn ich will meine Tote begraben weg von meinem Angesicht. - Da antworteten die Söhne Heths dem Abraham und sprachen: Höre uns, mein Herr! Du bist ein Fürst Elohims in unserer Mitte! Begrabe deine Tote in dem auserlesensten unserer Gräber. Niemand von uns wird dir sein Grab versagen, deine Tote zu begraben. - Da stand Abraham auf und warf sich vor dem Volk des Landes, den Söhnen Heths, nieder. Und er redete mit ihnen und sprach: Wenn es euren Seelen recht ist, meine Tote weg von meinem Angesicht zu begraben, so hört mich und tretet für mich bei Ephron, dem Sohn Zohars, ein, sodass er mir die Höhle Machpela gibt, die sein ist, die am Ende seines Feldes liegt; zum vollen Gegenwert in Silber gebe er sie mir zum Grabbesitz in eurer Mitte. - Ephron aber saß inmitten der Söhne Heths. Und Ephron, der Hethiter, antwortete dem Abraham vor den Ohren der Söhne Heths, vor allen ins Tor seiner Stadt Gekommenen und sprach: Nein, mein Herr, höre mich an! Ein Stück Land im Wert von 400 Schekel Silber - was ist dies zwischen dir und mir? Begrabe deine Tote. -

  Abraham hörte auf Ephron, und Abraham wog dem Ephron das Silber dar, von dem er geredet hatte vor den Ohren der Söhne Heths, 400 Schekel beim Händler gängiges Silber. Und so wurde das Feld Ephrons, das bei Machpela ist, das angesichts Mamres ist, das Feld und die Höhle, die darin ist, und all die Bäume, die im Feld innerhalb seiner ringsum führenden Grenze stehen, dem Abraham als erworbener Besitz vor den Augen der Söhne Heths inmitten aller ins Tor seiner Stadt Gekommenen bestätigt« (1.Mose 23:3 b-18).

  Die Einwohner jenes Gebietes Kanaans waren Hethiter. Sie waren tief beeindruckt von der Verbindung Abrahams mit dem wahren Gott und erkannten ihn daher als einen Geadelten Elohims an.

  Es gehörte zum üblichen Verhandlungsritual, zunächst zu sagen, dass man die in Rede stehende Sache schenken wolle, um auf diese Weise den Verhandlungspartner günstig zu stimmen und dadurch den größtmöglichen Gewinn zu erzielen. Mit der Nennung des Wertes des Feldes war der Preis von 400 Schekeln Silber genannt worden, und Abraham ging sofort darauf ein.

  Da Ephron darauf bestand, das ganze Feld und nicht nur die Grabhöhle zu verkaufen, kam Abraham zu Grundbesitz in dem ihm von Gott verheißenen Land. Das war der Anfang der Erfüllung der Verheißung. Da er auch mit der Auferstehung der Toten rechnete, war sein Glaubensblick in vertiefter Weise auf die Zukunft gerichtet. Gewöhnlich wurde man in der Heimat bestattet. Nun aber bekräftigte der Grabbesitz seine Erwartungen auf dieses Land. Diese Stätte wurde zum Erbbegräbnisplatz der Familie Abrahams; auch Abraham sowie Isaak und Rebekka und Jakob und Lea liegen hier begraben.

  Abraham dachte allerdings noch viel weiter, wie wir aus Hebräer 11:13-16 wissen: »Im Glauben starben diese alle und haben die Verheißungen nicht davongetragen, sondern haben sie lediglich von Weitem gewahrt und freudig begrüßt und bekannt, dass sie nur Fremdlinge und Auswanderer auf der Erde sind. Denn die solches sagen, offenbaren, dass sie ein Vaterland suchen. Wenn sie dabei an jenes gedacht hätten, von dem sie ausgezogen waren, so hätten sie Gelegenheit gehabt, zurückzukehren. Nun aber streben sie nach einem besseren, das heißt nach einem überhimmlischen. Darum schämt Gott Sich ihrer nicht, als ihr Gott angerufen zu werden; denn Er hat ihnen  eine Stadt bereitet.«

 

Abraham begrub Sara

 

  »Und danach begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle von Machpela angesichts Mamres - es ist nun Hebron - im Land Kanaan. So wurde das Feld und die Höhle, die darin ist, dem Abraham zum Grabbesitz von den Söhnen Heths bestätigt« (1.Mose 23:19,20).

 

 

Die Brautwerbung für Isaak

(1.Mose 24)

 

  »Abraham war nun alt, ja hochbetagt; und Jewe hatte Abraham in allem gesegnet.

  Da sprach Abraham zu seinem Diener, dem Ältesten seines Hauses, dem Herrscher über alles, was sein war: Lege deine Hand unter meine Hüfte, dass ich dich schwören lasse bei Jewe, dem Elohim der Himmel und dem Elohim der Erde, dass du meinem Sohn keine Frau aus den Töchtern des Kanaaniters nimmst, in dessen Mitte ich wohne. Sondern in mein Land und zu meiner Verwandtschaft sollst du gehen und eine Frau für meinen Sohn, für Isaak, nehmen« (1.Mose 24:1-4).

  Abraham fürchtete Jewe und wurde darum gesegnet (Ps.112:1-3).

  Es war nun dringend an der Zeit, in Anbetracht der verheißenen großen Nachkommenschaft Abrahams eine Frau für Isaak zu finden. Sie durfte nicht aus Kanaan stammen, sonst würde der Geist dieser Welt in die Verheißungslinie hineingetragen. »Denn welche Teilhaberschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit, oder welche Gemeinschaft zwischen Licht und Finsternis, oder welche Eintracht zwischen Christus und Beliar? Oder welches Teil hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen?« (2.Kor.6:14,15).

  Der Schwur mit Handanlegung unter der Hüfte besagte, dass die Nachkommen es rächen würden, wenn der Diener den Auftrag nicht treu ausführen würde. Der Diener war Elieser (1.Mose 15:2), falls er noch am Leben war. Die Verwandtschaft Abrahams wohnte in Haran (1.Mose 11:31), identisch mit Aram Naharajim (24:10) in Nordwestmesopotamien, etwa 800 km von Kanaan entfernt.

 

Einzelheiten des Auftrags

 

  »Und der Diener sprach zu ihm: Vielleicht willigt die Frau nicht ein, mit mir in dieses Land zu gehen. Soll ich dann deinen Sohn zurückbringen, ja zurückbringen in das Land, aus dem du ausgezogen bist? - Abraham erwiderte ihm: Hüte dich, ja dich, dass du ja nicht meinen Sohn dorthin zurückbringst! Jewe, der Elohim der Himmel, der mich aus dem Hause meines Vaters und aus dem Land meiner Verwandtschaft genommen hat, der zu mir geredet und der mir geschworen hat, sprechend: Deinem Samen werde Ich dieses Land geben!, Er, Er wird Seinen Boten vor deinem Angesicht her entsenden, und du wirst meinem Sohn eine Frau von dort nehmen. Wenn aber die Frau nicht einwilligt, mit dir hierher zu gehen, so bist du von meinem Schwur entbunden; nur sollst du meinen Sohn nicht dorthin zurückbringen. - Da legte der Diener seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm in dieser Sache« (1.Mose 24:5-9).

  Kanaan ist das Land der Verheißung. Hier sollen Isaak und seine Nachkommen wohnen.

  Auch in dieser Sache, nämlich die richtige Frau für Isaak zu finden, eine wahre Gefährtin seiner Berufung im Geiste Saras, wird Elohim den Abraham segnen, insofern Er Seinen Boten (Engel, hebr. MLAK, punktiert MaLAK, das heißt: Beauftragter) vor dem Diener hersenden wird, damit dieser ihn getreu leite auf allen seinen Wegen. Dies war ein Ausdruck der Treue Gottes, dem im Übrigen alle Zeiten und Umstände zu Gebote stehen.

 

Das Gebet Eliesers

 

  »Da nahm der Diener zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und ging mit allerlei Gütern seines Herrn in seiner Hand, er brach auf und ging gen Aram Naharajim, zur Stadt Nahors. Dort ließ er die Kamele außerhalb der Stadt zum Wasserbrunnen hin zur Abendzeit niederknien, zu der Zeit, wenn die Frauen herauskommen, um zu schöpfen. Und er sprach: Jewe, Elohim meines Herrn Abrahams, lass es mir doch vor meinem Angesicht am heutigen Tag begegnen, dass Du Huld an meinem Herrn Abraham erweisest. Siehe, ich habe mich an der Wasserquelle aufgestellt, und die Töchter der Männer der Stadt kommen heraus, um Wasser zu schöpfen. Und es möge geschehen: Das Mädchen, zu dem ich spreche: Neige doch deinen Krug, sodass ich trinke!, und die spricht: Trinke, und auch noch deine Kamele werde ich tränken! - dass sie es sei, die Du für Deinen Diener, den Isaak, rechtens erwiesen hast. An ihr werde ich erkennen, dass Du meinem Herrn Huld erzeigt hast« (1.Mose 24:10-14).

  Nahor war ein Bruder Abrahams und stammte somit aus derselben Linie Sems, die über Arpachsad, Schelach, Eber, Peleg, Regu, Serug und Nahor zu Terach, dem Vater Abrahams, Nahors und Harans führte (1.Mose 11:10-27) und die heiligen Schriften überlieferte. Nahors Frau war Milka, eine Tochter Harans (11:29).

  Das Gebet des Dieners war von tiefem Glauben getragen. Die Bitte um ein Zeichen, dass das Mädchen in bestimmter Weise handeln sollte, ist heute, in der dem Apostel Paulus gegebenen heilsgeschichtlichen Verwaltung (Eph.3:2), nicht mehr angebracht - wir wandeln hier durch Glauben und nicht durch Wahrnehmung (2.Kor.5:7) -, war aber damals sehr wohl angemessen. Übrigens bedeutete die Tränkung von zehn Kamelen, die ja große Mengen Wasser saufen, viel Arbeit. Elieser betete entsprechend dem Wort Davids: »Wälze deinen Weg auf Jewe und sichere dich in Ihm, und Er, Er wird es wohlmachen« (Ps.37:5).

 

Die Ereignisse an der Quelle

 

  »Und es geschah, ehe er fertig war zu reden, siehe, Rebekka kam heraus, sie, die dem Bethuel geboren war, dem Sohn Milkas, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams, und ihr Krug war auf ihrer Schulter. Das Mädchen war von überaus schönem Aussehen, eine Jungfrau, kein Mann hat sie erkannt. Und sie stieg zu der Quelle hinab und füllte ihren Krug und stieg wieder hinauf. Da lief der Diener, um ihr zu begegnen, und sprach: Lass mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug schlürfen. - Sie antwortete: Trinke, mein Herr! - Und schnell ließ sie ihren Krug auf ihre Hand herab und gab ihm zu trinken. Als sie fertig war, ihn trinken zu lassen, sprach sie: Ich schöpfe auch deinen Kamelen, bis sie mit Trinken fertig sind. - Und schnell entleerte sie ihren Krug in die Tränkrinne und lief nochmals zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte für alle seine Kamele.

  Der Mann aber war bebenden (Herzens) in Bezug auf sie, schweigend, um zu erkennen, ob Jewe seinen Weg gelingen lasse oder nicht.

  Und es geschah: Als die Kamele mit Trinken fertig waren, nahm der Mann einen goldenen Schmuckreif, einen Halb-Schekel an Gewicht, und gab zwei Spangen an ihre Handgelenkte, zehn Goldschekel an Gewicht. Und er sprach: Wessen Tochter bist du? Berichte es mir doch! Ist das Haus deines Vaters ein Ort für uns, um zu nächtigen?

- Da sprach sie zu ihm: Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor gebar. - Weiter sprach sie zu ihm: Auch noch Häcksel und viel Futter ist bei uns wie auch Raum zum Nächtigen. - Da verneigte sich der Mann und warf sich Jewe huldigend nieder und sprach: Gesegnet sei Jewe, der Elohim Abrahams, der mit Seiner Huld und Seiner Wahrheit nicht von meinem Herrn abgelassen hat. Mich, mich leitete Jewe den Weg zum Haus der Brüder meines Herrn« (1.Mose 24:15-27).

  Auch wir beten Gott, den Vater der Herrlichkeit und Treue, an und danken Ihm tief bewegt für die wunderbare Führung Eliesers. Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus hatte alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt (Eph.1:11), alle Gedanken und Entscheidungen hervorgerufen.

  Die Übersetzung des Namens der Rebekka, hebr. RBQE, punktiert RiBQaH, ist umstritten; er mag »die Mästende« bedeuten.

  Die wertvollen Geschenke des Dieners an das Mädchen gaben seiner Überzeugung Ausdruck, dass er in ihr die von Jewe auserwählte Braut für Isaak sah.

  Ein Schekel war eine Gewichtseinheit von vermutlich 12 g; ein Halb-Schekel wog vermutlich etwas über 7 g.

 

Die Begrüßung Eliesers im Hause Nahors

 

  »Und das Mädchen lief und berichtete im Hause ihrer Mutter entsprechend diesen Worten. Rebekka hatte einen Bruder, sein Name war Laban. Laban lief zu dem Mann nach draußen zu der Quelle. Dies geschah, als er den Schmuckreif sah und die Spangen an den Handgelenken seiner Schwester und als er die Worte seiner Schwester Rebekka hörte, die gesprochen hatte: So redete der Mann mit mir. - Da kam er zu dem Mann, und siehe, er stand bei den Kamelen an der Quelle. Da sprach er zu ihm: Komm, du Gesegneter Jewes! Warum stehst du draußen? Ich, ja ich bereitete das Haus schon vor und einen Ort für die Kamele. -

  Da kam der Mann in das Haus: man öffnete (die Beriemung) der Kamele und gab den Kamelen Häcksel und Futter und ihm Wasser, seine Füße zu baden und die Füße der Männer, die mit ihm waren. Und man setzte ihm (Speise) vor, dass er esse. Er aber sprach: Ich esse nicht eher, bis ich meine Worte geredet habe. - Und einer sprach: Rede!« (1.Mose 24:28-33).

  Im Hause der Rebekka hatte man sofort erkannt, dass der Diener ein Gesegneter Jewes war ebenso, wie sie dies auch über Abraham wussten, und hießen ihn willkommen.

  Pflichtbewusst wollte Elieser zuerst seinen Auftrag ausführen; danach war Zeit für das Mahl.

 

Der Bericht Eliesers

 

  »Da sprach er: Ich bin Abrahams Diener. Jewe segnete meinen Herrn überaus, und er wurde groß. Und Er gab ihm Kleinvieh und Rindvieh, Silber und Gold, Knechte und Mägde und Kamele und Esel. Und Sara, die Frau meines Herrn, gebar meinem Herrn einen Sohn, nachdem sie alt geworden war, und er übergab ihm alles, was sein ist. Mein Herr hat mich schwören und sprechen lassen: Du sollst meinem Sohn keine Frau aus den Töchtern des Kanaaniters nehmen, in dessen Land ich wohne. (Wehe), wenn du nicht zum Hause meines Vaters gehst und zu meiner Sippe und meinem Sohn eine Frau (von dort) nimmst! - Da sagte ich zu zu meinem Herrn: Vielleicht geht die Frau nicht mit mir. - Doch er antwortete mir: Jewe, vor dessen Angesicht ich wandle, wird Seinen Boten mit dir senden und deinen Weg gelingen lassen, sodass du meinem Sohn eine Frau aus meiner Sippe und vom Hause meines Vaters nimmst. Dann bist du von meinem Eidfluch entbunden, wenn du zu meiner Sippe kommst und sie sie dir nicht geben, dann bist du frei von Schuld bezüglich meines Eidfluchs. -

  Und so kam ich am heutigen Tag zu der Quelle und sprach: Jewe, Elohim meines Herrn Abraham, wenn Du doch meinen Weg gelingen lassen mögest, auf dem ich wandle. Siehe, ich stehe an der Wasserquelle, und es geschehe: Die Jungfrau, die herauskommt, um zu schöpfen und zu der ich spreche: Gib mir doch ein wenig Wasser aus deinem Krug zu trinken!, und die zu mir spricht: Trinke, auch du, und auch noch deinen Kamelen werde ich schöpfen - sie ist die Frau, welche Jewe dem Sohn meines Herrn rechtens erwiesen hat. -

  Ich, ehe ich fertig war, in meinem Herzen zu reden, siehe: Rebekka kam heraus, und ihr Krug war auf ihrer Schulter, und sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken. - Und schnell ließ sie ihren Krug von sich herab und sprach: Trinke, und auch noch deine Kamele werde ich tränken. - Da trank ich, und auch noch die Kamele tränkte sie. Ich fragte sie und sprach: Wessen Tochter bist du? - Und sie sprach: Die Tochter Bethuels, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. - Und ich legte den Schmuckreif an ihre Nase und die Spangen an ihre Handgelenke. Und ich verneigte mich und warf mich Jewe huldigend nieder und segnete Jewe, den Elohim meines Herrn Abraham, der mich auf dem Weg der Wahrheit leitete, die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu nehmen. Und nun, wenn ihr tatsächlich Huld und Wahrheit an meinem Herrn erweisen wollt, tut es mir kund, und wenn nicht, tut es mir ebenfalls kund, und ich werde mich zur Rechten oder zur Linken wenden« (1.Mose 24:34-49).

  Nun war allen alles dargelegt, und alle werden erkannt haben, dass dies von Jewe gefügt war.

  Laban und Bethuel brachten dies auch sogleich zum Ausdruck, wie wir im Folgenden lesen. Dabei wird Laban zuerst genannt, weil es dort damals Sitte war, dass ein Bruder für die Verheiratung seiner Schwestern sorgte und die Verhandlungen führte.

 

Die Entscheidung

 

  »Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Von Jewe ging diese Sache aus. Wir können weder Böses noch Gutes zu dir reden. Siehe, Rebekka ist vor deinem Angesicht, nimm sie und geh, damit sie die Frau des Sohnes deines Herrn werde, wie Jewe geredet hat. - Und es geschah: Als der Diener Abrahams ihre Worte hörte, warf er sich Jewe huldigend zur Erde nieder. Darauf holte der Diener Geschmeide aus Silber und Geschmeide aus Gold, dazu Gewänder und gab sie der Rebekka; und ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er Kleinodien.

  Dann aßen und tranken sie, er und die Männer, die mit ihm waren, und sie nächtigten. Am Morgen standen sie auf, und er sprach: Entsendet mich zu meinem Herrn. - Da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: Das Mädchen möge noch einige Tage bei uns wohnen oder bis zum zehnten Tag; danach mag sie gehen. - Er aber sprach zu ihnen: Verzögert mich nicht, so doch Jewe meinen Weg gelingen ließ. Entsendet mich, und ich will zu meinem Herrn gehen. - Da sprachen sie: Wir rufen das Mädchen und wollen ihren Mund befragen. - So riefen sie Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann gehen? - Sie antwortete: Ich gehe. -

  So entsandten sie ihre Schwester Rebekka und ihre Amme sowie den Diener Abrahams und seine Männer. Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester, werde zu Tausenden von Myriaden, und dein Same nehme das Tor der ihn Hassenden rechtmäßig ein. - Und Rebekka brach auf, sie und ihre Mädchen; sie ritten auf den Kamelen und folgten dem Mann. So nahm der Diener die Rebekka und ging« (1.Mose 24:50-61).

  Wenn eine Sache erörtert und die Entscheidung gefallen ist, soll man nicht zögern, sondern im Vertrauen auf Gott die gebotenen Schritte tun. Nicht nur Elieser wollte seinen Auftrag sogleich vollenden, sondern auch Rebekka hatte ihre Entscheidung getroffen, dem Ruf Jewes unverzüglich zu folgen. Und dass es der Wille Jewes war, war allen klar.

  Der Abschiedssegen der Familie entsprach völlig richtig dem Segen Jewes für Abraham (1.Mose 22:17).

 

Isaak und Rebekka begegnen sich

 

  »Isaak war von seinem Gang zum Brunnen Lachai-Roi zurückgekommen; er wohnte im Land des Negev. Isaak war nämlich hinausgegangen, um auf dem Feld bei Anbruch des Abends nachzusinnen. Als er seine Augen erhob, siehe: Kamele kamen. Und Rebekka erhob ihre Augen und sah Isaak. Sie glitt vom Kamel herab und fragte den Diener: Wer ist der Mann, dieser da, der im Feld wandelt, um uns zu begegnen? - Der Diener sprach: Er ist mein Herr. - Da nahm sie ihren Überwurf und bedeckte sich. Und der Diener erzählte dem Isaak alle die Dinge, die er getan hatte. Und Isaak brachte sie in das Zelt seiner Mutter Sara; und er nahm Rebekka, und sie wurde ihm zur Frau, und er liebte sie. Und Isaak wurde nach dem Tod seiner Mutter getröstet« (1.Mose 24:62-67).

  Der Name des Brunnens Lachai-Roi bedeutet: des Lebendigen, der sieht. Er, der lebendige Elohim, hatte auch dies alles ersehen. Der Negev ist das Südland.

  Der Geist des Dienens und der Willigkeit der Rebekka gaben dem Abraham die Gewissheit, dass sie eine würdige Nachfolgerin Saras war und dass Jewe Elohim seine Verheißungen mittels seines Sohnes Isaak und seiner Frau Rebekka und deren Nachkommen erfüllen wird.

  Wir preisen Jewe, den Elohim Abrahams und Isaaks mit Worten aus den Sprüchen: »Von Jewe ist eine kluge Frau« (19:14); »Wer eine Frau fand, fand Gutes und erlangte das Wohlwollen Jewes« (18:22).

 

 

Abrahams zweite Ehe und sein Tod

(1. Mose 25:1-11)

 

  »Abraham nahm wieder eine Frau; ihr Name war Ketura. Sie gebar ihm Simran, Jokschan, Medan, Midian, Ischbak und Schuach. Jokschan zeugte Scheba und Dedan. Die Söhne Dedans wurden die Aschuriter, die Lethuschiter und die Leuniter. Die Söhne Midians waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Alle diese waren Söhne der Ketura. Und Abraham gab alles, was sein war, dem Isaak. Den Söhnen der Nebenfrauen, die Abraham hatte, gab Abraham Gaben und entsandte sie, als er noch lebte, weg von seinem Sohn Isaak nach Osten, in das Land des Ostens« (1.Mose 25:1-6).

  Nach dem Tod Saras lebte Abraham noch 38 Jahre. Er heiratete wieder. Ketura wird in 1.Chronik 1:32 als Nebenfrau bezeichnet. Vermutlich gestand er ihr nicht den Rang der Sara zu.

  Die weiteren Söhne bekam Abraham in Erfüllung der Verheißung, dass er Vater vieler Nationen werden sollte (1.Mose 17:4; Röm.4:17).

  Die Söhne der Ketura und die Söhne seiner weiteren Nebenfrauen schickte Abraham weg. Sein Erbe sollte allein Isaak sein, der Träger der Verheißung (1.Mose 21:12; Heb.11:18).

 

Abrahams Tod

 

  »Und dies sind die Tage der Jahre des Lebens Abrahams, die er lebte: 175 Jahre. Und Abraham hauchte aus und starb in einem guten, grauhaarigen Alter, alt und gesättigt an Tagen, und er  wurde zu seinen Völkern (das heißt: Vorfahren) versammelt. Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle Machpela, die angesichts Mamres liegt, auf dem Feld Ephrons, des Sohnes Zohars, des Hethiters, dem Feld, das Abraham von den Söhnen Heths erworben hatte; dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben.

  Und es geschah nach dem Tod Abrahams, dass Elohim seinen Sohn Isaak segnete. Und Isaak wohnte bei dem Brunnen Lachai-Roi« (1.Mose 25:7-11).

  Abraham starb im Jahr 1790 v. Chr. Abraham, der Mann, der mit Elohim wandelte, der Jewe Liebende (Jes.41:8), der Freund Gottes (Jak.2:23), der Vater aller Glaubenden (Röm.4:11,16), war tot. Im Glauben starb er, ohne die Verheißung davonzutragen, sondern sie lediglich von Weitem zu gewahren und freudig zu begrüßen und um zu bekennen, dass er nur ein Fremdling und Auswanderer auf der Erde war (Heb.11:13).

  Der Kauf der Höhle Machpela, in der Abraham seine Frau Sara begraben hatte, war in Kapitel 23 ausführlich geschildert worden.

  Am Brunnen Lachai-Roi (das heißt: Brunnen des Lebendigen, der sieht) war Isaak der Rebekka begegnet (1.Mose 16:14; 24:62).

  Isaak und kein anderer war der verheißene Same Abrahams. Die Verheißung lag auf Isaak (1.Mose 17:21; 21:12); er sollte die Linie fortsetzen bis hin zu dem Samen, dem Einen, Jesus Christus, in welchem alle Verheißungen erfüllt werden (Gal.3:16).

  Und vergessen wir nicht: »Nicht durch Gesetz wurde dem Abraham oder seinem Samen die Verheißung zuteil, dass er Losteilinhaber der Welt sei, sondern durch Glaubensgerechtigkeit« (Röm.4:13).

 

 

 

Dieter Landersheim

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